Tattoo Circus Rhein-Neckar 2017

11.12.2017  |  Text: Jula Reichard   |   Bilder: Dirk »The Pixeleye« Behlau
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Tattoo Circus Rhein-Neckar 2017
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Zirkus? Tattoomesse? Beides? Die Plakate, die seit Monaten überall in und um Mannheim aushingen, machten neugierig auf das Event, das Anfang November 
in der Maimarkthalle stattfinden sollte. Und egal, was sie erwarteten, die Besucher wurden nicht enttäuscht!
Same procedure as last year? Bei den meisten Conventions findet über die Jahre keine allzu große Entwicklung statt, und wenn man das Event einmal besucht hat, weiß man in der Regel, wie es die nächsten Jahre aussehen wird. Was die Tattoostudios angeht, gibt es oft schon so was wie eine »Stammbesetzung« und von vielen Ständen weiß man im Voraus schon, wo in der Halle man sie finden wird. In einer Zeit, in der bei vielen Veranstaltungen die Besucherzahlen rückläufig sind, ist das nicht unbedingt ein Erfolgsrezept.

Kreativer essen an den Foodtrucks.

In Mannheim hatte man jedenfalls keine Lust mehr auf »same procedure as every year« und machte kurzerhand alles neu: neue Location, neues Konzept, mehr Aussteller, großartiges Showprogramm. Dazu eine Anzeigen- und Werbekampagne, die sich sehen lassen konnte und auch kaum zu übersehen war. Auf Litfasssäulen und Plakatwänden, auf S-Bahnen und Werbebannern war seit Monaten zu lesen: Anfang November ist der Tattoo-Circus in der Stadt!

Der niedliche Hühnerdieb brachte Artur von Kikis Ink aus Großkrotzenburg am Sonntag den Best Old School/New School ein.

Da konnte keiner im Rhein-Neckar-Delta behaupten, er habe von nichts gewusst. Und so spektakulär, dramatisch und pompös, wie die Plakate es vermuten ließen, war dann auch die Convention, die erstmals in der Mannheimer Maimarkthalle stattfand. In der Haupthalle hatten die Tätowierer üppig Platz, die jeweiligen Standgruppen oder -inseln waren zur besseren Orientierung auf Bannern mit Inselnamen wie »Fidschi«, »Sylt« oder »Teneriffa« gekennzeichnet, die an Heliumballons über den jeweiligen Ständen schwebten – ein hübsche Idee, die die Liebe der Veranstalter zu kleinen Details zeigte, von denen wahrscheinlich viele dem einzelnen Besucher gar nicht aufgefallen sind. 

Tattoo Circus Rhein-Neckar

Was aber wirklich jedem aufgefallen ist, der seinen Weg in die etwas kleinere Nebenhalle gefunden hatte, in der sich die Bühne befand, war das wirklich exzellente Showprogramm, durch das man eloquent-kompetent von Moderatorin Jessica geführt wurde. Wenn man bei anderen Veranstaltungen gerne mal den Mantel des Schweigens über die oft eher peinlichen als sehenswerten Showacts deckt, gibt’s für Mannheim in diesem Punkt beide Daumen nach oben: Angefangen bei der spektakulären Neonlicht-Nunchaku-Show über wirklich faszinierende Jonglage-Nummern bis hin zu skurrilen, aber nie ekligen Freakshows mit Schwertschluckern war praktisch alles, was auf der Bühne stattfand, auch sehr sehenswert. Der absolute Überhammer war aber das Ehepaar Rachel und Charlie Atlas aka »Death do us part«, das eine komplett wahnsinnige Messerwerfer-Nummer ablieferte. Hier klappte ohne Ausnahme jedem der Unterkiefer runter, wenn Charlies Messer und Äxte nur knapp neben Rachel in die Holzwand einschlugen – um Haaresbreite, könnte man völlig zu Recht sagen, denn mehrere Male warf Charlie seine Messer derart knapp, dass er die Haare seiner Gattin und Bühnenpartnerin damit an den Brettern festtackerte! »Ja stimmt, das war keine Absicht«, erklärte mir Charlie, als ich ihn nach der Show darauf ansprach, »aber ich hab so einen üblen Kater von gestern Abend …« Wow, total beruhigend – aber seine Frau Rachel wird schon wissen, worauf sie sich da eingelassen hat. Dazu gab’s noch eine Live-Band, Burlesques-Shows … also für fünfzehn Euro pro Tag hatte man den Eintritt eigentlich allein schon mit dem abwechslungsreichen Zirkus-Bühnenprogramm wieder drin! 

Tattoo Circus Rhein-Neckar

Sehenswert waren auch die Tattoocontests – allerdings hätten sich diese auch bestimmt noch mehr Besucher angeschaut, wenn sie früher und etwas mehr über den Tag verteilt stattgefunden hätten. Zum besseren Mitverfolgen gab es über der Bühne einen großen LED-Bildschirm, auf dem die Tattoos, die zum Contest antraten, dem Publikum hätten präsentiert werden sollen. Aber leider gab es dafür keine Kamera … nun ja, Shit happens, dann musste man eben ein wenig näher an die Bühne rücken. Ein gutes Tattoo muss schließlich auch aus ein paar Metern Entfernung noch deutlich erkennbar sein. Liebe zum Detail auch bei den Trophäen: Natürlich gab es nicht einfach irgendwelche 08/15-Chromkübel, sondern hübsch gestaltete und im Nostalgie-Look lackierte Bretter mit »Tattoo Circus«-Logo – bestimmt eine Zierde für jedes Studio, das hier prämiert wurde! 

Tattoo Circus Rhein-Neckar

Kreativ war hier in Mannheim natürlich auch die Verpflegung. Dass bei so einer bunten und innovativen Veranstaltung nicht einfach Bratwurst und Pommes gereicht werden, versteht sich ja beinahe von selbst. Daher waren vor der Halle diverse Foodtrucks aufgefahren, die ungewohnte Leckereien wie Curry-Maultaschen, Langos-Burger oder Pastrani-Monster-Sandwiches anboten. Drinnen nahmen zwei Damen mit Nostalgie-Bauchläden, aus denen sie Schokolade, Lollis und Kaugummi verkauften, noch mal das Zikusthema auf, zahlreiche Sitzgelegenheiten und Lounge-Inseln boten den Besuchern die Möglichkeit, mal kurz einen Gang runterzuschalten. 

Das Porträt des kürzlich verstorbenen Linkin-Park-Sängers Chester Bennington von Lucky, PapiRouge Tattoostyle (Darmstadt) bekam am Samstag den zweiten Platz in der Kategorie Best Colour.

Die neu gestaltete Mannheim-Convention wurde den zahlreichen Vorschusslorbeeren voll und ganz gerecht. Und man darf jetzt schon gespannt sein, was die Besucher aus der Rhein-Neckar-Region hier im nächsten Jahr geboten bekommen! 

Tattoo Circus Rhein-Neckar

www.tattoo-circus.de
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Stand:23 July 2018 08:00:38/veranstaltungen/tattoo+circus+rhein-neckar+2017+_171123.html