Summer Breeze Open Air 2018

19.10.2018  |  Text: Boris Horn  |   Bilder: Andreas Defren
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Summer Breeze Open Air 2018
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Bereits seit 21 Jahren lockt das große Festival am Ende des Sommers die Metal-Heads in die bayrische Provinz. Das TätowierMagazin war für vier Tage live vor Ort und hat sich für euch umgeschaut, was die Kopfschüttler auf und auch vor der Bühne in Sachen bunter Haut zu bieten haben.
Fährt man auf der »Romantischen Straße« durch die bayrische Idylle, kann man sich kaum vorstellen, was einen in Dinkelsbühl auf dem Flugplatz Seebronn erwartet. Dann, wenn sich Mitte August über 40000 Metal-Fans einfinden, um ihre Helden bei jeder Menge Bier und Spaß zu feiern.

Schaut grimmig,war aber trotzdem nett – Matt Healy (Trivium)

Das »Summer Breeze Open Air« 2018 hatte es dieses Jahr richtig in sich, denn noch nie war die Vielseitigkeit bei den Bands so groß. Für das ältere Semester traten Musiker wie »Doro« oder »Dirkschneider« an, für die jüngere Generation gab es moderne Acts wie »Annisokay«, »Venues« oder »Eskimo Callboy«. Für die 80er-Anhänger traten Bands auf wie »Night Laser«, »W.A.S.P.« oder »The Night Flight Orchestra«. Und sogar Fans gepflegter Trash-Unterhaltung kamen beim 
»Rock ’n’ Roll-Wrestling-Bash« auf dem Zeltplatz auf ihre Kosten. Bei mehr als hundert Bands auf vier Bühnen muss man sich schon genau überlegen, was man unbedingt sehen möchte – ich entschied mich dafür, bekannte Helden wie »Papa Roach« und »Trivium« anzusehen, aber mich auch etwas treiben zu lassen und Neues zu entdecken. Ich wurde nicht enttäuscht: Die Helden lieferten ein fettes Greatest-Hits-Programm ab und ich bekam unter anderem durch die mir bisher völlig unbekannten Prog-Rocker »Rollo Tomassi« tatsächlich frischen Wind zu spüren. Der wehte auch bei den Franzosen von »The Carpenter Brut«, die einem eine unfassbare 80er-Splatter-Synthie-Show vor den Latz knallten.

Summer-Breeze-Crowd

Warum Metal und Tattoos zusammengehören wie »Arsch auf Eimer«, wurde in diesem Jahr mehr als deutlich, denn bei fast ausschließlichem Kaiserwetter mit heißen Temperaturen kamen bei den Besuchern und den Bands jede Menge Tattoos zum Vorschein. Wir haben ein paar Impressionen eingefangen und Musiker zu ihren Tattoos interviewt: Björn von The Night Flight Orchestra und Soilwork sowie Nyves und Robin von Venues.
 

Im Tattoocheck: Björn (The Night Flight Orchestra/Soilwork)


Sein erstes Tattoo bekam Björn 1997 – ein Tribal auf seinem rechten Arm. Inspiriert wurde er damals von Scott Ian (Anthrax), der ein ähnliches Motiv tätowiert hatte. Obwohl aus der Mode gekommen, hat er das Tribal nie bereut,  weil es für ihn zur Zeit dazugehört. Er hat es daher nicht lasern, sondern sich sogar darum herum weiter tätowieren lassen. Sein Lieblingsmotiv ist aber das Porträt auf seinem Unterarm – ein Foto seines Vaters, als der mit sechzehn Jahren bei der Marine anheuerte. Das Bild auf dem Schiff hat ihn immer beeindruckt, besonders weil auf dem Original auch noch ein Jimi-Hendrix-Poster im Hintergrund zu sehen ist. 

Björn von The Night Flight Orchestra im Interview

Auf Tour ließ er sich ebenfalls schon oft tätowieren. Das Dümmste, was er dabei je gemacht hat, war, sich ein Mädchen in Flammen mit einer Flying V-Gitarre auf seine Wade stechen zu lassen: Die Tattoosession ging über drei Tage und er bekam dadurch Probleme mit Wadenkrämpfen, was der pure Horror ist, wenn man jeden Abend als Sänger auf der Bühne stehen muss. Der dritte Tag, an dem dann das Tattoo fertiggestellt wurde, klang in Atlanta in einem bekannten Club aus. Der Laden war so dreckig, dass überall Kakerlaken herumliefen und sich das Tattoo schließlich auch noch stark entzündete.

The Night Flight Orchestra

Björn empfiehlt jedem, sich auf Tour nur kleine Tattoos stechen zu lassen – wenn überhaupt. Außerdem solle man dafür nur saubere Studios aufsuchen, denn die schmerzhaften Erfahrungen, die er da damals erleiden musste, wünscht er nicht einmal seinem Erzfeind.
 

Im Tattoocheck: Venues


Das Chestpiece von Venues-Sänger Robin stammt von Daniel Gensch aus Berlin und wurde in sieben Sitzungen tätowiert. Inspiriert vom Songtext von »The Cooper Temple Clause – Blind Pilots« entwickelte er zusammen mit dem Tätowierer die Idee. Es sollte etwas Fantasievolles sein und weil Robin keine Menschen als Motiv haben mochte, entschied er sich für den Hund als Piloten.
Das Motiv auf seinem Oberarm ist inspiriert von Green Days »Jesus of Suburbia«-Video, einer seiner Lieblingsmusikclips. Es zeigt das neu interpretierte Single-Cover, und zwar einen Hund mit Heiligenschein in einer Gosse.

Venues im Interview

Sängerin Nyves’ Tattoos sind größtenteils von ihrem guten Freund Nico aus dem »Needles And Pins«-Studio in Ludwigsburg. Sie zeigen Braunbär und Krähe – ihre zwei Sternzeichen im Indianischen. Bevor sie das wusste, hatte sie bereits die Krähe tätowiert, und ließ sich den Bären kurzerhand hinzustechen. Die tätowierte zerbrochene Uhr steht dafür, dass Nyves die Zeit manchmal gern anhalten würde, sich nicht von Alter und Vergänglichkeiten beeindrucken lassen und einfach im Hier und Jetzt leben möchte.

Venues
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Stand:16 December 2018 19:23:53/veranstaltungen/summer+breeze+open+air+2018_18914.html