No Pussies on board!

12.10.2015  |  Text: Travelingmic  |   Bilder: Travelingmic
No Pussies on board! No Pussies on board! No Pussies on board! No Pussies on board!
No Pussies on board!
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Tätowierte Bartträger finden sich nicht nur in Berliner Trendbezirken, sondern auch in Norwegen. Auf der Tattoo- Convention in Stavanger dominiert jedenfalls fett gestylte Vollbehaarung mit jeder Menge Tinte auf wahlweise Unterarmen, Hals oder im Gesicht!


Bunt und Bart passt prima zusammen!
Im Land der Wikinger gehört Bart zum guten Ton!
Im Land der Wikinger gehört Bart zum guten Ton. Und Tattoos passen exzellent dazu.

Die Tattoo-Convention in Stavanger ist mittlerweile ein echter Klassiker: Seit elf Jahren ein Fixpunkt der skandinavischen Szene, organisiert von Menschen, denen Tattoos, Tätowierer und Tätowierte einfach am Herzen liegen.
Unter Jahrhunderte altem Gebälk wird Tinte gestochen, dass es eine wahre Freude ist. Exaltierte Tattoo-Pussys und Poser werden hier nicht eingeladen. Oldschool ist in Norwegen kein Tattoostil, sondern eine Einstellung: Coney Island Demon aus Göteborg, Alex aus Kopenhagen, Mirek Stotker aus London oder der Berliner Frank Weber – das sind Leute, die zupacken, den Kunden auf den Sitz pressen und loslegen: Ehrliche Tinte gegen harte norwegische Kronen! Dazwischen ein paar Biere zischen, Sprüche klopfen und weiter geht’s! Schließlich gibt es auch noch eine After-Show Party zu überstehen. Wer braucht schon Schlaf? Wir sind ja nicht zum Spaß hier!
 
Tätowierer Espen Morken aus Madison in Norwegen mag gern Linien. Es dürfen auch gern ein paar mehr sein.Bei Matthäus 7, 3-5 heißt es, dass man zuerst den Balken aus dem eigenen Auge ziehen soll, bevor man sich über den Splitter im Auge des anderen beklagt.
Abb. links: Bei Matthäus 7, 3-5 heißt es, dass man zuerst den Balken aus dem eigenen Auge ziehen soll, bevor man sich über den Splitter im Auge des anderen beklagt. Abb. rechts: Tätowierer Espen Morken aus Madison in Norwegen mag gern Linien. Es dürfen auch gern ein paar mehr sein.

Da ziehen auch die Frauen mit. Electric Linda aus Oslo oder Jeanette vom Gastgeber Leading Light sind keine ätherischen Kunstgestalten, sondern sie lassen es ebenfalls krachen, bei der Arbeit und danach. Und auch die Gäste machen Laune: Die Frauen blond und partyfreudig, die Männer kernig, muskelbepackt und – selbstverständlich – bärtig! Wer in Stavanger das Rode Sjohusen betritt, kommt nicht »mal nur gucken«. Die Kundschaft lässt sich tätowieren, teilweise schon Jahre lang beim gleichen Stecher, eine fette Sitzung pro Jahr. Darauf freut man sich elf Monate lang, kratzt die Kohle zusammen und sitzt dann brav mit Freude und einem Bierchen in der Hand acht Stunden lang auf dem Stuhl.
Ständig besetzt sind auch die Sitzmöbel der Broderen Frevang, den drei in Norwegen recht bekannten Brüdern, die in Stavanger den bisher einzigen Old-School-Barber-Shop betreiben. Die Jungs schwingen ihre Klingen im Minutentakt und säbeln Männerbärte in Form. Die Damenwelt darf nur zuschauen.

In Stavanger sind Männer echte Draufgänger, und die Frauen tun es ihnen gleich. Hier ist die Tattoo-Szene noch wie früher: Nicht glatt gebügelt und verkünstelt, sondern ehrlich und direkt. Nur die Tätowierungen, die sind jetzt ungleich besser.
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Stand:18 August 2018 14:39:22/veranstaltungen/no+pussies+on+board_159.html