Tattoomenta Kassel 2015 - Manege frei für den Tattoo-Zirkus!

18.12.2015  |  Text: Dirk-Boris  |   Bilder: Annegret Arnold
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Tattoomenta Kassel 2015 - Manege frei für den Tattoo-Zirkus!
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Die Tattoomenta Kassel treibt es bunt! Unter dem Motto »Zirkus« ging die 8. Tattoo Show in der documenta-Halle im November über die Bühne. Der besonderer Höhepunkt: Im »Battle of the Best« wurde der oder die TM-Nachwuchstätowierer/in 2015 ermittelt.
Da hätte man schon mal denken können, man habe sich in der Tür geirrt, als man Ende November die Documenta-Halle in Kassel betrat: Artisten, die mit brennenden Fackeln jonglierten, bunt gewandete Künstler auf Stelzen, schick gekleidete Herren mit Zylindern und roten Mänteln, die aussahen, als hätten sie eben gerade Löwen, Tiger und anderes Getier durch brennende Reifen hüpfen lassen. Auf der Bühne entzückten paillettenverzierte Burlesque-Tänzerinnen das Publikum mit unerhörten Darbietungen, über den Köpfen der Zuschauer wirbelte eine Seilartistin. In diesem Jahr hatte Jenny B, die Organisatorin der Tattoomenta, die Convention unter das Motto »Zirkus« gestellt, ein Thema, mit dem viele Tätowierer etwas anfangen konnten und dafür auch entsprechende Vorlagen als »Wanna dos« mitgebracht hatten. Natürlich waren auch die Moderatoren Mini B, Knicki Knacki sowie Ingo Kantorek stilsicher als Zirkusdirektoren gestylt.
 
Das Zirkusthema war allgegenwärtig, aber keine Pflicht
Aber »Zirkus« war lediglich der Rahmen, keine Pflicht. Von realistischen Porträts über nostalgisch-schwarze Alpenlandschaften bis zu Scheibenwelt-Tattoos ging alles und noch viel mehr. Wem das Motiv vollkomen egal war, der konnte sich an einem Stand per Los ein Tattoomotiv ziehen und zum Preis von 80,- Euro stechen lassen. Das macht doch keiner, denkt ihr? Von wegen – die Kassler kennen da nix, und eine junge Frau ließ sich das erloste Motiv – eine Naturszene am See – auch noch gleich auf den Handrücken stechen!

Am Boden und in der Luft performte die Künstlergruppe »Vintage! Women! Varieté!«.
 
Ein Tätowierer-Angebot, das auch genutzt wurde
Überhaupt ist das Kassler Publikum stets sehr tattoofreudig und guckt nicht bloß. Die Tätowierer hat’s gefreut; einige hatten kurz zuvor die Tattooconvention in Brüssel besucht, die zwar gigantische Ausmaße hatte und hervorragend besetzt war, aufgrund der übergroßen Menge an Tattookünstlern aber letztlich vielen Tätowierern einfach nur gepflegtes Däumchendrehen bescherte. Und dafür geht man ja schließlich nicht auf eine Tattooconvention.
 
In Kassel hingegen wissen die Tattoofans, dass hier eine ausreichende Anzahl von Qualitätstätowierern vertreten ist, bei denen es sich lohnt, schon vorab einen Termin zu belegen, da Künstler wie Freulein Fux, Marco Heilig, Döner und Dani Ardila vom P.M.A.-Tattoostudio oder Lars vom neu gegründeten Berliner Blue Moon Tattoo erfahrungsgemäß rasch ausgebucht sind. Auch das Heidelberger Absolut Tattoo war mit Mathias Gräber vertreten, Moritz Pflügel vom Kartell aus Frankfurt oder das Today, Tomorrow, Forever aus Salzgitter. Tendenziell dominierte Newschool, was die Stile anging.
 
Zum Nachwuchscontest etwas Popcorn
Die verschiedenen Räumlichkeiten der Documenta-Hallen boten einen interessanten Rahmen für die Convention, definitiv interessanter als dröge Messehallen. Wer beim Rumschlendern noch was knabbern wollte, konnte sich am Stand des TätowierMagazins von unseren Models neben Gratis-Exemplaren von TM und Tattoo Erotica auch passend zum Zirkusthema eine Tüte Popcorn gratis abholen. Wer etwas spenden wollte, durfte gern etwas in unsere Spendendose für das Kinderhilfswerk Arche stecken. Wir hatten zwar ganz bescheiden an einen Euro als Spende pro Popcorn-Tüte gedacht, aber die Besucher ließen sich nicht lumpen und gaben oft das Mehrfache. So kamen am Ende 284,- Euro für das Kinderhilfswerk zusammen, für das sich auch Moderator Ingo Kantorek sehr einsetzt.

Ebenfalls bei uns am Stand: Die drei Finalisten des TätowierMagazin-Nachwuchscontests, denen die Besucher live und in Farbe bei der Umsetzung ihrer Battle-Challenges zuschauen konnten. Wahrscheinlich hätten die drei sich etwas mehr Ruhe und Abgeschiedenheit gewünscht, schließlich waren sie ja aufgeregt genug – aber das war schließlich Teil des Wettbewerbs, und wenn’s einfach wäre, könnte es ja jeder! Wie das Ganze ablief und wer denn nun gewonnen hat, erfahrt ihr hier.
Kassel war wieder mal einfach ... schön. Entspannt. Abwechslungsreich. Hochwertig. Kreativ. Vor allem: Empfehlenswert.
 
 
Party of the Best: Der oder die Gewinner/In des TätowierMagazin-Nachwuchscontests 2015 wurde auf der Tattoomenta in Kassel ermittelt!
Battle of the Best« stand auf den Bannern zu lesen, die wir extra für unsere drei Finalisten auf der Tattoomenta hatten anfertigen lassen. Aber Nancy Mietzi, Jessica Kinzer und Lukas Falkner waren damit nicht einverstanden: Sie überklebten das Wort »Battle« mit »Party«, denn schließlich verstanden sich die drei bestens und hatten keine Lust auf Konkurrenz und Zickenkrieg. Ein Zuckerschlecken war die Endrunde unseres diesjährigen Nachwuchswettbewerbs jedoch keineswegs: Der erste Teil, nämlich die Bewerbung mit Tattoobildern und einer selbst angefertigten Tattoovorlage ans TätowierMagazin zu schicken, war ja der leichtere Teil. Aus der redaktionellen Vorauswahl der zehn Halbfinalisten, unter die es die drei geschafft hatten, wurden sie anschließend von den TM-Lesern ins Finale gewählt, und mussten somit auf der Tattoomenta in Kassel live und vor Publikum beweisen, was sie draufhaben.

Jessica gewann in Kassel den TM-Nachwuchswettbewerb.

Am Samstag war Kreativität gefragt!
Am Conventionsamstag erfuhren die drei auf der Bühne das Thema, zu dem sie eine Tattoovorlage entwerfen und bis Sonntag 17:00 Uhr tätowieren mussten; aufgeschlossene Kunden hatten sich die Finalisten mitgebracht, ansonsten konnten sie ja nichts vorbereiten. Dann wurde das Thema verkündet: Freiheit. Die Vorgabe war natürlich so gewählt, dass sie unabhängig von den unterschiedlichen Stilrichtungen problemlos umgesetzt werden konnte. Und natürlich war das Thema nicht »Zirkus« – womit alle drei Teilnehmer insgeheim gerechnet hatten …

Nancy, Lukas und Jessica verloren keine Zeit und machten sich unverzüglich an die Ideenfindung; Internetrecherche, Musikhören oder erst mal eine Runde um den Block laufen – jeder hatte seine eigene Methode, um die grauen Zellen in Fahrt zu bringen. Dann ging’s ans Entwerfen der Vorlage, wobei explizit auch Internethilfe und Grafik-programme erlaubt waren, gerade im Porträtbereich sind diese Hilfsmittel ja praktisch unverzichtbar. Per Live-Schaltung wurden die Conventionbesucher über eine Video-leinwand immer wieder über den aktuellen Stand unserer drei Finalisten auf dem Laufenden gehalten. Klar, dass die drei lieber ihre Ruhe gehabt hätten, aber das war nun mal eben ein Teil des Wettbewerbs.

Gegen Spätnachmittag hatten alle ihr Design so weit fertiggestellt – die letzte »Challenge« des Samstags bestand einfach darin, nicht zu lange auf der Aftershowparty abzuhängen, denn am nächsten Tag musste die Vorlage als Tattoo umgesetzt werden!

Gruppenbild TM-Nachwuchscontest 2015.

2. Platz des TM-Nachsuchscontest gewann Lukas Falkner, der 3. Platz ging an Nancy Mietzi.
Sonntag: Nonstop-Tattooing bis der Gong ertönt Sonntag öffneten sich die Tattoomenta-Türen für die drei Endrundentätowierer früher als für andere Aussteller, um ihnen genug Zeit für ihr Wettbewerbstattoo zu ermöglichen. Schnell wurde klar; alle drei hatten ihre Motive so angelegt, dass sie bis zuletzt beschäftigt sein würden. Pausen waren praktisch nicht drin, weder für die Jungtätowierer noch für deren Kunden.

Punkt 17:00 Uhr mussten die Maschinen weggelegt werden; Lukas, der gemerkt hatte, dass ihm die Zeit nicht reichen würde, modifizierte noch während des Tätowierens sein Design so, dass es ein abgeschlossenes Tattoo ergab, bei Nancy und Jessica gab es eine Punktlandung. Nach einem halben Stündchen Pause, in denen alle sechs Beteiligten erst mal etwas essen, rauchen oder aufs Klo gehen konnten, ging es auf die Bühne, wo eine fünfköpfige Jury über die Plätze entscheiden würde. Tätowiererin Dea Vectorink, Tattoomenta-Organisatorin Jenny B, Tätowierer Olli Lonien sowie Tattoo-Erotica-Chefredakteur Nico Imhof und TätowierMagazin-Chefredakteur Dirk-Boris begutachteten die Tattoos, sprachen mit den Tätowierern, ließen sich Motive und Technik erklären – und dann wurde beraten.

Drei, zwei, eins …
Schnell wurde klar: Jessicas Tattoo war das Sieger-Piece. Die makellose Technik überzeugte ebenso wie die Umsetzung des vorgegebenen Themas in einem toll platzierten und ästhetisch absolut ansprechenden Tattoo. Dass das Motiv zweiteilig war, sich über Oberschenkel und Unterarm der Kundin erstreckte und sich somit »frei« über den Körper entfaltete, war noch das Tüpfelchen auf dem i, das die Jury einstimmig für Jessica als Siegerin stimmen ließ. Auch Lukas meinte später: »Als ich sah, das Jessica ihr Tattoo über zwei Körperteile anlegt, war mir eigentlich klar, dass sie mit dieser Idee auf Platz eins kommen würde!«.

Weit weniger eindeutig waren die Plätze zwei und drei; hier gingen die Meinungen der Jury weit auseinander, jeder Juror hatte gute Argumente für das eine oder das andere Tattoo. Einig waren sich alle nur darin, dass die Aufgabe, zwischen diesen beiden zu entscheiden, eine extrem undankbare war und es eigentlich nur darum ging, welchem der beiden man mit der Entscheidung Unrecht tun würde. Sowohl das Tattoo von Nancy wie auch von Lukas waren tadellos, in Nancys Tattoo war einiges los auf verschiedenen Ebenen, Lukas’ Design war klar und schlicht. Was letzten Endes den Ausschlag dafür gab, Lukas auf Platz zwei zu wählen, war die Klarheit der Umsetzung der gestellten Vorgabe – letztlich hätten es aber eher zwei zweite Plätze sein müssen.

Leer ausgegangen ist ohnehin keiner der drei: Neben ihren Trophäen und Urkunden erhielten alle noch hochwertige Sachpreise von Premier Products, die eine Tattoomaschine, ein Netzteil sowie ein Tattoo-Farben-Set gesponsort hatten.
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Stand:17 January 2019 01:17:13/veranstaltungen/manege+frei+fuer+den+tattoo-zirkus+_1512.html