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24. Internationale Tattoo-Convention Frankfurt - Die Wikinger am Main

19.05.2016  |  Text: Dirk-Boris Rödel  |   Bilder: Annegret Arnold
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24. Internationale Tattoo-Convention Frankfurt - Die Wikinger am Main
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Auf der Tattoo-Convention Frankfurt 2016 wurde die Tätowierkunst der Nordmänner zelebriert.
Bis nach Hamburg, Bonn, Köln, Andernach, ja sogar bis nach Trier sind die Wikinger Ende des 9. Jahrhunderts vorgedrungen. Mit ihren schlanken Langbooten mit geringem Tiefgang war es für die Nordmänner kein Problem, den Rhein und die Mosel hinaufzusegeln und die reichen Handelsstädte entlang der Flüsse zu plündern.

Die Nachfahren der Wikinger in Frankfurt
Mehr als eintausend Jahre später haben es die Erben der skandinavischen Krieger schließlich Ende April 2016 auch nach Frankfurt am Main geschafft. Allerdings mussten die Tätowierer aus Dänemark, Schweden und Norwegen dazu keine Drachenboote navigieren und Wind und Wetter trotzen, sondern einfach am Flughafen einchecken und in Frankfurt aussteigen, ihr Gepäck einsammeln und sich ins Conventionhotel chauffieren lassen. Schwerter und Schilde hatten trotzdem einige im Gepäck, und wie schon vor über tausend Jahren vergossen auch diesmal die Nachfahren von Wikingern wie Sven Gabelbart, Harald Blauzahn und Erik Blutaxt das Blut der Einwohner entlang des Mains und nahmen deren Geld. Allerdings war es nur ein ganz klein wenig Blut und die »Opfer« gaben ihre Barschaft freiwillig heraus.

Ein komplett römischer Brustpanzer als Tattoo, inklusive Sixpack!

Peter Madsen vom Meatshop ist derzeit einer der angesagtesten Experten im Bereich Nordic Tattoos.
»Nordic Tattoos« war in diesem Jahr das Thema der Tattoo-Convention Frankfurt und Veranstalter Tommy hatte zusammen mit seinem Team praktisch alle Tätowierkünstler eingeladen, die sich damit beschäftigen, die Tätowierkultur der Wikinger wieder aufleben zu lassen. Was ziemlich knifflig ist, weil man darüber kaum etwas weiß und sich dem Thema »Wikingertattoos« nur indirekt und über andere kulturelle Rückschlüsse und Bezüge nähern kann (siehe Infokasten »Tätowieren wie die Wikinger«). Auf keinen Fall fehlen durfte natürlich Tätowierer und Experimental-Archäologe Colin Dale vom Studio Skin and Bone aus Kopenhagen, der sich ganz auf frühgeschichtliche Tätowierungen spezialisiert hat, sowie seine Kollegen Kai-Uwe Faust und Uffe Berenth vom Studio Kunsten På Kroppen – letzteren hatten wir erst in der letzten Ausgabe ausführlich porträtiert. Auch Tor Ola Svennevig von Ihuda Tattoo aus Norwegen widmet sich ganz den Tätowierungen nordischer Runen und Zauberzeichen, bevorzugt von Hand gestochen, und aus Bergen in Norwegen kamen Annlaug und Jannicke vom Studio Nidhogg, benannt nach dem mythischen Drachen, der die Wurzeln des Weltenbaumes Yggdrasil anfrisst.

Zele kommt ja aus Zagreb und nicht aus Skandinavien, doch aufgrund seiner jahrzehntelangen Beschäftigung mit wikingerzeitlicher Kunst konnte er sich nahtlos in die Riege der anderen Nordic-Tattoo-Meister einreihen. Auf den Unterarm von Micha, einem Wikinger-Fan, der extra wegen dieses Themas angereist war, stach Zele den in der Edda beschriebenen Kampf des Gottes Thor mit der Midgardschlange. Auch der »Meatshop« von Peter Madsen in Dänemark ist eine der allerersten Adressen für authentisch-nordische Tätowierkunst. Nach Frankfurt hatte Peter noch seinen Kollegen Sean Parry mitgebracht, einen Waliser, der inzwischen in Barcelona arbeitet. Sean arbeitete die ganze Convention über an einem einfach vollkommen unglaublichen Bodysuit im Wikinger-Stil eines Kunden, für den diese Ganzkörperdekoration das allererste Tattoo ist!
 
Zwei Tage hintereinander stach Jessica an diesem Rückentattoo.

Kein Wikinger, aber genauso tapfer!
Aber es gab noch weitere Tattooneulinge, die gleich bei ihrer ersten Tätowierung Nägel mit Köpfen machten – auch jenseits der Stände der Wikingertätowierer, die natürlich nur einen Bruchteil aller geschätzt 600 Tätowierer in Frankfurt ausmachten. Die gerade mal 18-jährige Kundin unserer Nachwuchs-Contest-Siegerin Jessica Kinzer von Rabauke Tattoo aus Ulm ließ sich als allererstes Tattoo gleich mal den Rücken zuballern! Bäm! Alles richtig gemacht! Dass sie damit am Samstag den zweiten Platz im »Best of Day«-Contest holte, war da nur verdient, schließlich hatte sie zwei Tage hintereinander tapfer ausgehalten.

Overkill! Overkill!
Dass auch die Fans von Realistic und Traditional, Polynesisch und New School, Black-and-Grey und Dotwork in Frankfurt auf ihre Kosten kamen, muss kaum extra erwähnt werden; es gab alles, und von allem beinah zu viel. In der riesigen Messehalle war es wie auch schon in den Vorjahren praktisch nicht möglich, auch nur annähernd jeden der anwesenden Künstler gebührend zur Kenntnis zu nehmen und zu würdigen, an drei Tagen nicht, und an einem Messetag schon gleich gar nicht, selbst wenn das Bühnenprogramm einen nicht vom Messerundgang abhielt und man sich ganz auf die Tattookünstler konzentrierte. Dieses absolute Überangebot an Tätowierern rechtfertigt dann natürlich auch 25,- Euro Eintritt pro Tag – totale Reizüberflutung und Tattookunst-Overkill hat halt ihren Preis.

Für das nächste Jahr darauf zu hoffen, dass das Ganze etwas übersichtlicher und leichter verdaulich wird, ist wohl ziemlich utopisch; nächstes Jahr findet die Frankfurter Messe zum 25. Mal statt und man kann davon ausgehen, dass Tommy und sein Team es da erst richtig krachen lassen werden. Übrigens auch mit tatkräftiger Unterstützung vom TätowierMagazin und unserem Schwestermagazin Tattoo Erotica, so viel sei schon mal verraten. Also: spart euch bis Frühjahr 2017 noch ein paar Flächen untätowierte Haut auf, ihr werdet sie brauchen!
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Stand:20 March 2019 00:32:01/veranstaltungen/die+wikinger+am+main+-++24+internationale+tattoo-convention+frankfurt_165.html