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Convention London 2007

Convention London 2007
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Noch größer, noch besser! Kaum zu glauben, aber auch im dritten Jahr konnten die Organisatoren, Künstler und Besucher auf der weltweit wohl wichtigsten Tattoo Convention noch zulegen! Wer nicht dabei war, hat definitiv was verpasst: Viel Spaß, Unterhaltung und eine bisher nie da gewesene Dichte höchstklassiger Tattoo-Kunst.


Das hat sich ja mal gelohnt: »Best of Show«
für dieses Tattoo von Tim Kern.


Wenn es in Europa
eine Convention gibt, auf der man gewesen sein MUSS, dann kann es sich nur um London handeln. Obwohl erst im dritten Jahr abgehalten, ist die Riesenveranstaltung in der herrlichen Truman Brewery im Szeneviertel Brick Lane schlicht weltweit der wichtigste Treffpunkt der Tattoowelt. Hier kommen nicht nur ein Großteil der besten Künstler des Globus’ zusammen, sondern die Meinungsführer und Macher der Szene stehen hier oft beim Bier an der Bar oder sitzen beim Inder zum späten Abendessen zusammen, um Klartext zu reden. Da werden kräftig Pläne geschmiedet, Projekte in Gang gesetzt und Entscheidungen getroffen, welche die Entwicklung der Tätowierung als solche auf Jahre hinaus beeinflussen werden.

Aber London
ist natürlich nicht »nur« eine Ideenschmiede; denn hier wird tätowiert, und zwar so richtig viel und so richtig gut. In nicht weniger als fünf Hallen in zwei Gebäuden über drei Stockwerke verteilt arbeiten hier über 200 Künstler aus aller Herren Länder. Doch anders als bei reinen Massenveranstaltungen kommt hier die Elite zusammen, die Besten der Besten. Eine Einladung der Veranstalter Miki Vialetto, Marcus und Woody kommt einem Ritterschlag gleich, der quasi die Aufnahme in die »In-Szene« bedeutet. Das soll natürlich nicht heißen, dass es außerhalb dieses exklusiven Zirkels keine ausgezeichneten Künstler gäbe, doch kaum ein Tätowierer wird einen Stand in London ausschlagen …


Darf in London nicht fehlen: Die Leu-Family (Lausanne, CH) und die genaile und ein wenig »fou« geltende Laura Satana (F)

Wer nicht arbeitet kommt trotzdem;
zum Schauen, Mitreden, Einkaufen und natürlich zum Feiern! Immer wieder kommt bei einem Besuch der Gedanke auf, dass diese Veranstaltung länger als drei Tage dauern sollte. Es ist schlicht unmöglich alle entstehenden Meisterwerke zu betrachten, Mappen durch zu blättern, die Arbeitsweisen sämtlicher Künstler zu studieren und dann noch im Gedränge den Überblick zu behalten, wenn es schon Stunden dauert, bis man alle Ecken des Stände-Labyrinths überhaupt entdeckt hat! Glücklicherweise war der Andrang am Freitag noch (relativ) überschaubar, man konnte sich durchaus frei bewegen, während der Samstag und Sonntag wieder einmal knackig voll waren. Angesichts der schieren Größe der Location (und der in England typischen Menschenkonzentration um die separat gehaltenen Bierschänken) kam es trotzdem nie zu solchen Engpässen, dass man sich wirklich je bedrängt gefühlt hätte.


»Best Black &Grey« von Victor Portugal, Dark Times Tattoo (Teneriffa, E) und ein farbiges, aber nicht weniger abgedrehtes Tattoo von Sabado, Eccentric Tattoo (Nagoya, J).


Das größte Getümmel
herrschte selbstverständlich bei der vollständig angetretenen Leu Family (mit Verstärkung durch Sabine Gaffron), die sich mit dem nach fast zwei Jahren Europa-Abstinenz zurückgekehrten Paul Booth einen eigenen Raum teilte. Filip tätowierte wie ein Besessener und Paul stellte in London seine neue Truppe vor, die neben dem Franzosen Toxyc vor allem den polnischen Shooting Star Kamil Mocet umfasst. Kamil wird in Zukunft zwischen dem New Yorker Gruselemporium und seinem Stammstudio Evil from the Needle pendeln, während in der Zwischenzeit der Londoner Traditionsshop von Jeff Ortega durch den ebenfalls ausgezeichneten Kolumbianer Ed weiter verstärkt wird. Die holländische Szene ist gleichfalls vom Wechselfieber befallen: Traditional-Experte Jeroen Franken ist zusammen mit dem Japan-Spezialisten Darko in ein halbprivates Atelier in Tilburg umgezogen, während am Rande von Amsterdam ein neues Studio mit dem Namen »Veldhoen & Schiffmacher« eröffnet hat; eine Nachricht, die Kenner der Szene vermutlich hoch erfreuen wird.


Detailliert und klar zugleich: Unverkennbare Handschrift von Jo Harrison.

Doch zurück zur Convention:
Es war faszinierend in London zu beobachten, welchen positiven Einfluss eine internationale Spitzenveranstaltung auf die Szene eines ganzen Landes haben kann. Noch vor wenigen Jahren befand sich die englische Tätowierung in einem Zustand von Halbschlaf gegen den ein Häufchen Kreativer mühsam ankämpfte. Diese Unentwegten – Leute vom Schlage eines Woody, Jason Saga, Xed LeHead, Matt Diffa, Steve Byrne oder einer Jo Harrison – müssen nun nicht mehr ins Ausland reisen, um Inspiration zu erhalten, da die Welt mindestens einmal im Jahr nach London kommt. Gleichzeitig rückte in diesem Jahr der Fokus der Convention deutlich in Richtung der englischen Altmeister, die all die Jahre unentwegt den Union Jack hochgehalten haben und immer noch Arbeiten von höchster Qualität abliefern. Pioniere wie Alex Binnie, Louis »Mr. Beckham« Molloy, Fiona Long, Lal Hardy oder George Bone wurden mit Hochachtung bedacht und erhielten den Respekt, den sie verdienen.

Weitere Internas über die Szene im Königreich
wie auch der gesamten Tattoowelt im TätowierMagazin 12_2008.

Text und Fotos: Travelingmic
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Stand:25 April 2019 03:54:33/veranstaltungen/convention+london+2007_081.html