26. Internationale Tattooconvention Frankfurt

22.06.2018  |  Text: Jula Reichard  |   Bilder: Dirk »The Pixeleye« Behlau
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26. Internationale Tattooconvention Frankfurt
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Der Fokus liegt bei der Frankfurter Convention ganz beim Tätowieren und das Motto heißt »Think big«: Über 600 Tätowierer kamen in die Stadt am Main, um Tattoos zu stechen und Kundenfragen zu beantworten.
Eines der heißesten Aprilwochenenden seit Wetteraufzeichnung und dennoch kommen zahlreiche Besucher zur 26. Tattooconvention nach Frankfurt am Main: Das Thermometer kratzt draußen an der 30-Grad-Marke und drinnen holen sich die Besucher neue Tätowierungen ab – wer hätte das gedacht, wo doch ein Tag im Grünen so verlockend sein kann. Für Tattooträger und solche, die es werden wollen, ist aber so eine Tattooconvention nicht minder reizvoll. Was das Tätowierer-Line-up angeht, herrscht in Frankfurt außerdem mal wieder Overkill. Über sechshundert internationale Künstler sind zur großen und traditionsreichen Messe gekommen. Und international meint in diesem Fall wirklich international: Aus über fünfzig Ländern kommen sie und bringen ihre ganz eigene Tattookultur mit. Klar, dass sich daraus dann auch eine ganz ordentliche Stilvielfalt ergibt. In Frankfurt dürfte nun wirklich jeder Besucher etwas für sich finden. Aus Italien zum Beispiel kommen viele Old Schooler, die eine Fülle von Traditional-Wanna-dos im Gepäck haben. Letterings auf hohem Niveau gibt es unter anderem bei Henris Schumacker und Taioba. In Sachen traditioneller Handpoking-Tattoos nach alter Technik und altem Ritual präsentiert sich ebenfalls gleich eine ganze Künstlerschar in einer Row, unter anderem sind hier Tomasi Suluape aus Freiburg, das Team rund um Brent von Tattoo Tatau aus Villach oder der Tattooartist Durga dabei.



In der großen Messehalle ist es, wie auch schon in den Vorjahren, praktisch unmöglich, auch nur annähernd jeden der anwesenden Künstler richtig zur Kenntnis zu nehmen und zu würdigen – an drei Tagen nicht, und an einem Messetag schon gleich gar nicht. Immerhin lenkt kein übertriebenes Bühnenprogramm vom Messerundgang ab und es gibt auch kein Überangebot an Lifestyle und Trendsport, das um die Aufmerksamkeit der Besucher buhlt. Man kann sich in Frankfurt nach wie vor ganz auf die Tattookünstler konzentrieren. Diese Vielzahl an niveauvollen Tätowierern rechtfertigt sogar die 25 Euro pro Tagesticket. Der unschöne Nebeneffekt – so zumindest reimen es sich viele Tätowierer und Aussteller zusammen, die am Wochenende wenig zu tun haben: Das Publikum hat das Geld für Tattoos dann nicht mehr so locker sitzen und feilscht um jeden Preis. Was auf vielen großen Conventions heute immer häufiger zu beobachten ist, wird in Frankfurt damit offenbar fast auf die Spitze getrieben. »Da fragen dich Leute, ob du ihnen drei Wörter tätowieren kannst, so als Schriftzug, aber sie wollen nicht mehr als dreißig Euro dafür ausgeben. Lehnst du ab, fragen sie den nächsten«, beklagt sich einer der Tätowierer. Ebenso auffällig in Frankfurt: Viele Besucher sind wenig bis gar nicht tätowiert und kommen auf die Convention, um sich vor allem Anregung zu holen, Stile zu vergleichen und mit Künstlern erstmals in Kontakt zu treten. Da gehen im Verhältnis schon mal weniger Tattoos über die Ladentheke, als es auf Insider- und Kenner-Messen womöglich der Fall ist. In Frankfurt wird viel geschnuppert – es heißt ja schließlich auch: »Drum prüfe, wer sich ewig bindet.«

Über 600 Tätowierer arbeiten auf der Frankfurter Tattooconvention. Der Stilvielfalt sind dabei keine Grenzen gesetzt – für das Publikum fast schon eine Reizüberflutung

Dennoch wird tätowiert, was das Zeug hält, und vieles der fertigen Ergebnisse bei den Tattoocontests präsentiert. Tätowierer Dynoz aus Athen gewinnt mit seiner für ihn typischen graphischen Newstyle-Streetstyle-Interpretation einer Bengalkatze den begehrten Preis »Best of Saturday« und wird am Ende noch Zweiter bei der »Best of Show«-Abstimmung.

Unter den Besuchern trifft man nicht nur welche, die Tattooluft schnuppern und sich neue Körperkunst abholen wollen, sondern auch einige bekannte Tätowierer trifft man an ihrem freien Wochenende in Frankfurt. Das liegt am großen Supplier-Aufgebot am Main. Das nutzen die Tattookünstler, um sich mit Farben und Zubehör einzudecken. 



Wer nun Lust bekommen hat und im nächsten Jahr bei der 27. Version der Frankfurter Tattooconvention dabei sein möchte, dem sei gesagt: Spart euch bis zum nächsten Frühjahr noch ein paar Fleckchen untätowierter Haut auf, denn ihr werdet sie brauchen. Seid aber auch so klug und füttert euer Sparschweinchen bis dahin. Nach einem unterarmgroßen Tattoo zu fragen, das nicht mehr als 150 Euro kosten darf, ist pfui.

www.convention-frankfurt.de
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Stand:16 August 2018 14:51:08/veranstaltungen/26+internationale+tattooconvention+frankfurt_18515.html