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21. Internationale Tattoo Convention Dortmund

23.06.2016  |  Text: Dirk-Boris  |   Bilder: Annegret Arnold
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21. Internationale Tattoo Convention Dortmund
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Die Tattoo-Convention Dortmund ist ja praktisch ein Selbstläufer. Mit Ausnahme von Berlin dürfte es in Deutschland kaum anderswo eine so hohe Dichte an Tattoostudios geben wie im Pott, da ist ja beinahe schon automatisch Bedarf an einer entsprechenden Fachmesse. Diesem Bedarf wird Veranstalter Wildcat seit nun schon über zwanzig Jahren mit einer der größten deutschen Tätowierer-messen gerecht.
Abgesehen davon, dass die Dortmunder Convention mit zu den ersten in Deutschland gehört, zählt sie auch zu den besucherstärksten Veranstaltungen im Tattoobereich. Der Tatsache, dass Wildcat vor allem in Sachen Piercing erfolgreich ist, wird auf der Messe natürlich durch eine große Piercing­area Rechnung getragen. Durch die Convention hatte der namhafte Piercing-Supplier aber schon früh auch einen Fuß in der Tür zur Tattooszene und konnte die Qualität der Dortmunder Fachmesse Jahr für Jahr steigern.

Auch Mitte Mai konnte man in den Dortmunder Westfalenhallen wieder beobachten, dass die Organisatoren die sich ständig weiter entwickelnde Szene sehr genau im Blick haben und gewährleisten, dass neben vielen traditionsreichen Studios auch stets die New Kids aus dem Tattoobereich auf der Messe vertreten sind.

Die Besucher strömten wie immer in Scharen.
 
Mitmachen statt nur zuschauen
Dass das Publikum auf der Dortmunder Show ein sehr aktives ist und nicht bloß zum Gucken kommt, wurde auch in den Vorjahren besonders bei den Tattoocontests deutlich. Es gibt wohl kaum eine Convention, die einen derart großen Andrang bei den Contestanmeldungen verzeichnen kann. Das ist natürlich zum einen eine tolle Sache und zeigt die Begeisterung der Besucher fürs Thema, zum anderen führte das in den letzten Jahren auch immer wieder zu nahezu endlos langen Tattoocontests, die die Geduld des Publikums vor der Bühne auf eine harte Probe stellten. Ganz egal, wie hochkarätig die Wettbewerbsbeiträge auch sind, wenn die Contests eben gar kein Ende nehmen, wird es für die Zuschauer irgendwann mal anstrengend.

Um den Ablauf etwas geschmeidiger zu gestalten, wurde dieses Jahr das TätowierMagazin darum gebeten, die Anmeldungen zum Contest und den Ablauf zu koordinieren. Da die Kategorien dabei aber bereits vorgegeben und auf der Convention-Homepage angekündigt waren, bestand die einzige Möglichkeit, den Ablauf insgesamt etwas zu straffen, darin, die Anmeldungen jeweils auf dreißig zu beschränken – in den Vorjahren hatte es wohl in manchen Kategorien bis zu einhundert Anmeldungen gegeben, was natürlich schlicht und einfach jeden Rahmen sprengt. Sinnvoller wäre es wahrscheinlich in Zukunft, bereits die Anzahl der Kategorien des Contests einzuschränken oder sich vielleicht auch nur auf den »Best of Day« zu beschränken, da selbst mit Limitierung die Contests am Samstag wie auch am Sonntag immer noch knapp unter zwei Stunden in Anspruch nahmen – und das bei einer nur dreiköpfigen Jury, die relativ zügig bewertete.

Volle Gänge: Nicht nur für Tattoofans aus dem Pott ist die Convention ein Pflichttermin!

Man kann es sich ja einfach ausrechnen; bei vier oder fünf Kategorien pro Contest mit bis zu dreißig Teilnehmern ist man schnell bei über hundert Tattoofans, die sich und ihre tätowierte Haut zum Wettbewerb stellen. Und selbst wenn man pro Teilnehmer beziehungsweise Tattoo nur eine Minute zur Beurteilung kalkuliert – was schon ziemlich knapp ist –, dazu Verzögerungen im Ablauf durch Teilnehmer, die erst noch ausgerufen werden müssen, Beratung der Jury zur Festlegung der jeweiligen Plätze eins bis drei; da sind dann schnell mal zwei Stunden rum.
 
DoCon gegen BvB
Aber auch wenn der Tattoowettbewerb sich ein wenig in die Länge zog, so bekamen Jury und Publikum doch überwiegend gute bis sehr gute Arbeiten zu sehen, so dass das Ausharren vor der Bühne sich auch lohnte; ein weiterer Beleg für die hohe Qualität der Convention insgesamt. Selbst das DFB-Pokal-Endspiel am Samstagabend – das für Dortmund ja eher enttäuschend endete und das im nebenan gelegenen Westfalenstadion live übertragen wurde, hatte kaum Einfluss auf die Besucherzahlen. Dortmund ist zu Recht eine der großen deutschen Conventions und allein deswegen schon einen Besuch wert, weil die Veranstalter jedes Jahr an ihrem Event feilen und arbeiten.

Die Preisträger, die Jury und die Moderatoren on stage.
 
Tattoo-Contests – wie wird bewertet?
Die Standardbewertungmethode für die Tattoo-Contests ist die eins bis zehn Punktebewertung: Ein Punkt gibt’s für absoluten Vollschrott, zehn Punkte für das genialste Tattoo, das man je gesehen hat. Ein simples System, das aber seine Tücken haben kann.

Das größte und häufigste Problem ergibt sich daraus, dass das Punktespektrum von eins bis zehn kaum genutzt wird und Jurymitglieder oft bereits zu Beginn einer Kategorie für ein ordentliches Tattoo schon sieben oder acht Punkte geben; wenn anschließend fünf oder sechs Spitzentätowierungen zu begutachten sind, gibt es dann aber kaum noch eine Möglichkeit, Qualitätsunterschiede durch unterschiedlich hohe Punktzahlen angemessen auszudrücken.

Ein weiterer Fehler passiert in diesem System dann, wenn ein Teilnehmer nicht erscheint und die entsprechende Zeile im Bewertungsbogen frei bleiben muss. Bekommt das eines der Jurymitglieder aber nicht mit und schreibt einfach eine Zeile nach der anderen seine Bewertungspunkte auf, dann bedeutet das, dass seine Punkte ab diesem Zeitpunkt immer dem falschen Teilnehmer zugeordnet werden. Insbesondere wenn mehrere Teilnehmer in einer Kategorie ausbleiben oder zu spät kommende Teilnehmer von den Moderatoren außer der Reihe in den schon laufenden Contest geschickt werden, sind Fehlzuordnungen der Punkte beinahe vorprogrammiert.

In Dortmund wurde nicht nach dem fehleranfälligen 10-Punkte-System bewertet, sondern durch transparente und eindeutige Jury-Beratung.

Eine falsche Addition der Punkte ist die nächste Fehlerquelle dieses Systems; zwar ist die Addition von drei bis fünf Zahlen (ja nach Anzahl der Jury-Mitglieder) kein Hexenwerk, doch irren ist menschlich, insbesondere wenn Zeitdruck herrscht.

Ein weiterer Nachteil dieses Systems ist der oft auftretende Punktegleichstand, der unnötige Verzögerungen nach sich zieht und eine endgültige Entscheidung vor allem dann erschwert, wenn die Auszählung der Punkte erst nach dem Contest erfolgt, wenn Jury und Teilnehmer schon lange an der Bar oder sonstwo sind.

Eine transparentere und fairere Methode der Bewertung, die praktisch alle oben genannten Fehlerquellen ausschließt, wurde vor einige Jahren vom D.O.T. (Deutsche organisierte Tätowierer e.V.) bei vielen Conventions etabliert; dabei schreiben sich die Jurymitglieder neben Name und Startnummer der Teilnehmer auch das Motiv auf und machen sich kurze Notizen zu Plus- und Minuspunkten des jeweiligen Tattoos. Am Ende jedes Durchganges markiert sich jedes Jury-Mitglied die Tätowierungen, die für ihn als Siegertattoos in Frage kommen. Bei einer fachkompetenten Jury werden den Mitgliedern in den meisten Fällen die gleichen Tattoos aufgefallen sein; in einer kurzen Beratung wird dann entschieden, welches Tattoo welche Platzierung erhält.

Somit ist ausgeschlossen, dass durch verrutschte Punkte oder Rechenfehler ein falsches Tattoo prämiert wird. Auch »Gefälligkeitsbewertungen« – die es ja auch schon gegeben haben soll – sind durch dieses System praktisch ausgeschlossen, da ein Jurymitglied seine Entscheidung vor den anderen begründen muss und nicht einfach nur kommentarlos zehn Punkte abgeben kann.  

Tattoo-Model Victoria van Violence präsentierte in Dortmund ihre Klamotten-Kollektion.
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Stand:24 April 2019 18:51:50/veranstaltungen/21+internationale+tattoo+convention+dortmund+die+tattoo-show+fuer+den+pott+_166.html