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Tätowierer Valentin Tatau: Eine Subkultur in der Subkultur

06.02.2019  |  Text: Jula Reichard  |   Bilder: Valentin Tatau
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Tätowierer Valentin Tatau: Eine Subkultur in der Subkultur
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Künstler Valentin Tatau stößt alte Hasen vor den Kopf mit seiner nicht sehr traditionellen Ausbildung und seinen gar nicht traditionellen Tattoos. Erfahrt mehr im Kurzporträt anlässlich des TätowierMagazin-Jubiläums.
Ein Kunststudent, der Tätowierer wird, den Ignorant Style als sein Ding erkennt und das auch noch in der Hipsterhauptstadt Berlin vollzieht – eine Kombination, bei der viele Tätowierer der älteren Generation abwinken. Denn es passt so gar nicht in ihr Weltbild vom traditionellen Tätowieren. Valentin Tatau ist vom klassischen Berufseinstieg mit Tattoolehre, also jahrelang erst mal alles machen, tatsächlich weit enfernt.
Eine fundierte kreative Ausbildung genoss er dennoch: Valentin studierte Kunst und lernte ganz klassisch das Zeichnen, was er später gut auf die Tattookunst übertragen konnte. In seiner Studienzeit interessierte er sich noch nicht für Tätowierungen: »Das, was ich da kannte, waren überwiegend Traditionals und langweilte mich eher.« Das änderte sich, als Valentin in Paris auf die Arbeiten von Fuzi aufmerksam wurde und sich von ihm 2011 im Alter von vierundzwanzig Jahren tätowieren ließ.

Seine Wurzeln hat Valentin Tatau im Kunststudium und seine Motive sind oft ironisch und ästehtisch etwas ganz eigenes.
Seine Wurzeln hat Valentin Tatau im Kunststudium und seine Motive sind oft ironisch und ästehtisch etwas ganz eigenes.
In Valentins Freundeskreis gab es einige aus der Graffiti-Szene, die in Tattoostudios arbeiteten, wo auch Valentin abhing. Zu dieser Zeit legte er dann so etwas wie einen Kometenstart hin: »Viele Studios haben gefragt, ob ich dort nicht arbeiten möchte, es mal ausprobieren will.« So begann also auch er mit dem Tätowieren. Valentin kam in dieser Zeit mit den Leuten von Glory Bound in Antwerpen in Kontakt und war auch bei Sang Bleu in Zürich. Die Pariser Tattooszene, in der man den Ignorant Style und Blackwork, das stark von der modernen Kunstszene beeinflusst ist, schon länger praktizierte, waren ihm ebenfalls geläufig. Das war die Tattoonische, in die sich Valentin perfekt fügte. Und er füllte sie als einer der Ersten konsequent in Deutschland. »Es ist wie eine Subkultur in der Subkultur. In meinem Umfeld gibt es viele Künstler und Graffiti-Sprayer, all jene, die mit der klassischen Tattooszene gar nichts zu tun haben.« Tätowieren lassen sie sich trotzdem gerne und viel. Die Tattoos sind oft ironisch und folgen einer ganz eigenen Ästhetik. Doch wie sieht es aus mit der Daseinsberechtigung? Für Valentin spielen da ein paar mehr Faktoren eine Rolle, als lediglich einen neuen Style reinzubringen, den vorher keiner kannte. Es geht auch ums Handwerk, denn letztlich ist das immer noch eine Tätowierung. »Ich finde die vielen neuen Strömungen geil, aber man sollte schon auch wissen, was mit zu vielen feinen Linien passiert oder wie ein Tattoo angelegt sein muss, dass es gut altert.« Er befasst sich außerdem mit deutscher Tattoogeschichte, mit Warlich oder Finke.
Weil also auch Leute wie er sich mit den Tattooursprüngen befassen, lehnt er die Vorverurteilung ab, mit der es Künstler wie er häufig zu tun haben.


Kontakt:
Valentina Tatau
The Chamber Berlin
Instagram: valentin.tatau
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Stand:23 March 2019 17:28:29/t%C3%A4towierer/taetowierer+valentin+tatau+eine+subkultur+in+der+subkultur_19304.html