25% Günstiger im Printabo!
Wir feiern 25 Jahre TätowierMagazin und alle profitieren
Jubiläums
Aktion
€72,-
€53,-

Tätowierer Nick Knatterton hat Raum zum lernen

17.04.2019  |  Text: Jula Reichard  |   Bilder: Nick Knatterton (Tattoo-Fotos), Tobias Kircher (Porträt-Fotos)
Tätowierer Nick Knatterton hat Raum zum lernen Tätowierer Nick Knatterton hat Raum zum lernen Tätowierer Nick Knatterton hat Raum zum lernen Tätowierer Nick Knatterton hat Raum zum lernen Tätowierer Nick Knatterton hat Raum zum lernen Tätowierer Nick Knatterton hat Raum zum lernen Tätowierer Nick Knatterton hat Raum zum lernen Tätowierer Nick Knatterton hat Raum zum lernen Tätowierer Nick Knatterton hat Raum zum lernen Tätowierer Nick Knatterton hat Raum zum lernen Tätowierer Nick Knatterton hat Raum zum lernen Tätowierer Nick Knatterton hat Raum zum lernen Tätowierer Nick Knatterton hat Raum zum lernen Tätowierer Nick Knatterton hat Raum zum lernen Tätowierer Nick Knatterton hat Raum zum lernen Tätowierer Nick Knatterton hat Raum zum lernen Tätowierer Nick Knatterton hat Raum zum lernen Tätowierer Nick Knatterton hat Raum zum lernen Tätowierer Nick Knatterton hat Raum zum lernen Tätowierer Nick Knatterton hat Raum zum lernen Tätowierer Nick Knatterton hat Raum zum lernen Tätowierer Nick Knatterton hat Raum zum lernen
Tätowierer Nick Knatterton hat Raum zum lernen
Alle Bilder »
Der Schwetzinger Künstler Nick Knatterton tätowiert jetzt im zehnten Jahr und nie war er mehr bei sich als jetzt. Wie er lernte, über sich selbst hinauszuwachsen, und warum Achtsamkeit ein Thema ist, erfahrt ihr hier.
Wenn Nick auf seine Anfangszeit zurückblickt, dann denkt er an Schweiß, Tränen und Euphorie. Auch heute, nach zehn Jahren, ist noch immer kein Tag wie der andere. »Wenn ich mal denke, so jetzt läuft’s, jetzt fühle ich mich in diesem Bereich sicher, dann kommt ein neuer Tag und gibt mir eine neue Aufgabe. Aber das macht die Sache mit dem Tätowieren auch so schön.« Bevor Nick Tätowierer wurde, lernte er Werkzeuglackierer bei einem großen deutschen Automobilhersteller. In dieser Zeit kam er auch zu seinem Spitznamen, denn sein Ausbildungsmeister benannte den jungen Nick prompt nach einer Comicfigur, die in den Fünfzigerjahren in einer deutschen Illustrierten abgedruckt wurde: den Meisterdetektiv Nick Knatterton. »Wenn dann durch die ganze Werkstatt ein schallendes ›KNATTERTON!‹ ertönte, dann wusste ich schon, ich hab was ausgefressen.« Für Nick war bald klar, dass er in der Lackiererei nicht alt wird – der Spitzname aber blieb und wurde zum Künstlernamen. »Ich habe dort viele wichtige Erfahrungen im Zwischenmenschlichen gesammelt und ich lernte einiges in Sachen Hierarchie.« Doch der Job wäre auf Dauer nichts für Nick gewesen – schon allein wegen der Gesundheit. »Trotz Schutzkleidung und Atemmaske konnte ich abends nach dem Duschen und beim Naseschnäuzen sagen, welche Autofarben ich am Tag lackiert habe.« Also konzentrierte Nick sich auf das Tätowieren, etwas womit er schon längere Zeit parallel experimentierte.

»Traditionals haben etwas sehr ehrliches, Unverfälschtes«

Angefangen hat alles ganz klischeehaft mit einer Tattoomaschine im Wohnzimmer bei einem Kumpel, mit dem Nick Musik machte. Angefixt verschlang der gebürtige Schwetzinger daraufhin sämtliche Tattoomagazine, übte auf Orangen und Bananen und bald auch auf Freunden. Dass er neben seiner Ausbildung in der Lackiererei abends tätowierte, sprach sich herum und so hatte er schon früh so etwas wie eine Nachfrage samt Kundenstamm. Mit Beendigung  der Lehrzeit und Erreichen des Gesellenbriefs meldete Nick ein Gewerbe als Tätowierer an. Knatterton besprühte also nicht mehr länger Fahrzeuge, sondern macht seither Kunst am lebenden Objekt.

 »Wenn ich eine Zeit lang verstärkt geometrisches Blackwork gemacht habe, dann fehlen mir die bunten Sachen und ich freue mich auf traditionallastigere Phasen.«

Am wohlsten fühlt er sich zwischen Traditionals und Geometric-Blackwork. Das sind die beiden Stile, zwischen denen er immer wieder wandelt. »Wenn ich eine Zeit lang verstärkt geometrisches Blackwork gemacht habe, dann fehlen mir die bunten Sachen und ich freue mich auf traditionallastigere Phasen.« Was der Tätowierer immer wieder feststellt: Wenn er sich eine Weile verstärkt dem einen Stil widmet, spürt er später, wie sich dadurch seine Skills insgesamt schärfen und er auch in anderen Stilen davon profitiert. »Ich schränke mich ohnehin nicht gerne zu sehr ein. Daher habe ich auch einen breitgefächerten Kundenstamm.« Nick Knatterton ist also Allrounder mit Abstrichen, er hat seine Vorlieben, macht darüber hinaus vieles – außer Farb­realismus – und scheut sich auch nicht vor Unendlichkeitsschleifen und Federtattoos. »Das gehört für mich genauso dazu und ich möchte das auch nicht abwerten.«

»Ich schränke mich ohnehin nicht gerne zu sehr ein. Daher habe ich auch einen breitgefächerten Kundenstamm.«

Mittlerweile tätowiert Nick seit anderthalb Jahren wieder in seiner Heimatstadt bei Noble Tattoo in Schwetzingen. Station machte er zuvor für fünf Jahre im Mannheimer Studio Electric Circus. Manchmal vermisst Nick die wilderen Punkzeiten, denen er in seiner Zeit in Mannheim ausgiebig frönen konnte. »Wenn jetzt ein bestimmter Song läuft, dann habe ich sofort Flashbacks und stelle mir vor, wie wir in Erkans Studio dabei durchdrehen  würden«, erzählt der 28-Jährige und muss dabei grinsen.

Trifft man Nick heute, dann hat man einen ruhigen Typen vor sich, der Gelassenheit und Zufriedenheit ausstrahlt. Er wirkt bescheiden, wenn er über seine Arbeit spricht. »In eine richtig große Metropole zu ziehen, war für mich nie ein Thema, ich glaube nicht, dass ich gut genug wäre, um da mitzuhalten. Ich sehe ja auch, wie viele gute Leute nichts zu tun haben, weil die Konkurrenz so groß ist.« Nick blieb also in seiner Heimat und möchte auch gar nicht weg. »Ich habe tolle Kunden, die regelmäßig zu mir kommen. Ich habe gut zu tun und mehr als das könnte ich gerade gar nicht leisten.« Denn auch Nick hat nur zwei Hände.

Kennt er so gut wie seine Westentasche: Den Schwetzinger Schlosspark. Nick Knatterton ist hier nämlich groß geworden

Obwohl er mit 28 Jahren zu den Jungen gehört, wirkt der Tätowierer nach zehn Jahren Tattoobusiness gereift. Nick hat für sich festgestellt, dass zu viel Selbstdarstellung in Social Media für ihn der falsche Fokus ist. Und er ist froh, dass er ohne intensives Eigenmarketing auskommt. »Ich habe gemerkt, dass ich mich von vielen Dingen frei machen muss. Nur wenn ich mir Raum gebe zum Wachsen, kann ich mich weiterentwickeln.« Für Nick heißt das, er muss auch mal die Perspektive wechseln. Sachen anders betrachten. »Neuen Raum zum Wachsen erschaffe ich mir aktuell nicht nur übers Tätowieren. Ich merke, dass es mich weiterbringt, auch anderweitig künstlerisch tätig zu sein.« Schön zu sehen ist das an einem Gemälde, das Nick vor Kurzen auf seinem Instagramprofil gepostet hat.  Es zeigt eine meditierende Frau, die auf einem Wal durch das Universum schwebt. Es hat etwas Psychedelisches, weicht von Nicks Tattoostil ab und zeigt noch einmal eine ganz andere Facette seines Werkes.

Als Nick zum Interview im malerischen Schwetzinger Schlosspark erscheint, liegt gerade ein mehrtägiger Workshop zum Thema Achtsamkeit hinter ihm. Vielleicht wirkt der noch ordentlich nach, als er durch die französischen Gärten spaziert und über neu gewonnene Erkenntnisse sinniert, doch man kauft es dem jungen Tätowierer ab. »Ich stehe gerade an einem Punkt in meinem Leben, an dem sich vieles noch mal stark verändert. Ich bin gespannt, was da noch so kommt und freue mich darauf.« Nick möchte noch weiter in Sachen Kunst und Malerei experimentieren und sicher wird sich das auch auf seine Tattoos übertragen.

»Traditionals haben etwas sehr ehrliches, Unverfälschtes«
 
Schlosspark Schwetzingen
1731 schuf Kurfürst Carl Philipp die Grundlage für den Schwetzinger Garten. Er ließ das Grundstück zu seinem persönlichen Jagdschloss und zur Sommerresidenz ausbauen. Zu diesem Zeitpunkt war der Garten im Vergleich zu heute wesentlich kleiner. Erst als Carl Philipps Nachfolger 1742 ins Schloss zog, ließ er ein paar Jahre darauf den Garten im französischen Barockstil erweitern. Innerhalb von fünfzig Jahren wurde der Garten immer mehr erweitert und ständig kamen neue Skulpturen und Gartenarchitekturen hinzu, um die sich tolle Geschichten ranken. Diese konnte auch Nick Knatterton während der Fotosession zum Besten geben, denn er ist im Park geradezu aufgewachsen. Sein Großvater war dort Landschaftsgärtner, seine Mutter Landschaftsarchitektin


Kennt er so gut wie seine Westentasche: Den Schwetzinger Schlosspark. Nick Knatterton ist hier nämlich groß geworden
 
Kontakt:
Noble Tattoo
Karlsruher Str. 29, 68723 Schwetzingen
Tel. 06202 5778170
nobletattoogermany
knattertontattoo
knattertontattoo


 
  Teilen
Topseller im Shop
Stand:21 May 2019 22:56:05/t%C3%A4towierer/taetowierer+nick+knatterton+hat+raum+zum+lernen_19409.html