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Tätowierer David Rinklin: Abstrakte Abgründe

06.02.2019  |  Text: Jula Reichard  |   Bilder: David Rinklin
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Tätowierer David Rinklin: Abstrakte Abgründe
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David Rinklin, auch bekannt als Neon Judas, verwendet Photoshop, wenn er Naivität in seinen Motiven vermeiden will. Mehr über ihn erfahrt ihr in unserem Kurzporträt, anlässlich des TätowierMagazin-Jubiläums.
Eigentlich ist David Rinklin aka Neon Judas gar nicht explizit an Gewaltdarstellung interessiert, sagte er 2015 über sich selbst. Dennoch verstören viele seiner Tätowierungen den Betrachter auf gewisse Weise. Für schöne Sachen, so der Künstler, biete seine Symbolpalette im Gehirn keine Möglichkeiten des Ausdrucks. Davids Arbeiten sind deshalb so düster, weil er in ihnen unter anderem Aggressionen kanalisiert. Harmonische Dinge sind dem Künstler zwar nicht fremd, im Umgang mit düsteren Elementen sei er aber besonders treffsicher. Der Erfolg, den er mit seinen Tattoos hat, gibt ihm Recht. Per se sind seine Motive nicht gruselig: Ein Kind, das die Zähne bleckt, ein Mann mit Clownsschminke, ein schöner Frauenkörper, dem ein Schweinskopf aufgesetzt wird. Weder Mord noch Totschlag spielen eine Rolle und doch wirken die Arbeiten subtil beklemmend und abgründig. Eine Wirkung, die der Tätowierer nicht bewusst forciert – und dennoch begrüßt.

Ansich sind David Rinklins Motive nicht gruselig, doch sie wirken abgründig.
Ansich sind David Rinklins Motive nicht gruselig, doch sie wirken abgründig.
Das Außergewöhnliche an den Tattoos kommt mit der Umsetzung: Auf den ersten Blick eine abstrakte Variante des Black-and-Grey-Realismus, doch irgendwie ist da mehr. Sehr harte Schnitte zum Beispiel. »Ich denke, dass durch meine Arbeitsweise, die zu einem großen Teil aus ›happy accidents‹ oder kontrolliertem Chaos besteht, manchmal ein eigener Look entsteht«, schätzt David seinen Style ein. Außerdem verändere er an der Vorlage per Hand nicht so viel, sondern nutze vor allem Effekte aus Photoshop, um besonders krasse Designs hinzubekommen. Der Grund: »Wenn ich zeichne, und das sehe ich auch bei anderen Tätowierern, bekommen Inhalte schnell einen naiven Look. Ich versuche stattdessen, eine gewisse Härte in der Optik zu erreichen.« Der Tätowierer, der seit sechs Jahren in einem Friedrichhainer Privatstudio in seiner Wahlheimat Berlin arbeitet, verwendet in seinen Motiven auch gerne unterschiedliche Typografien, am liebsten Schreibmaschinenschrift.
Als David vor rund zwölf Jahren in seinem Jugendzimmer in einem nordhessischen Dorf anfing zu tätowieren, sei noch undenkbar gewesen, so zu arbeiten, wie er es heute mache. »Da gab’s Old School, New School, Horror, Oriental und Realismus, da war noch nicht jeder Tätowierer ein Künstler. Als Volker und Simone vom Buena Vista Tattoo Club, Jeff Palumbo damals in der Boucherie Moderne und vielleicht noch zwei, drei andere dann angefangen haben, abstrakter zu arbeiten, war das schon ziemlich bahnbrechend«, erinnert sich der Tätowierer. Manchmal habe er das Gefühl, dass achtzig Prozent dessen, was Tätowierer heute machen, auf dem basiert, was zwei Prozent entwickelt haben. Eine Entwicklung die David nicht schlimm findet, doch er betont, ein Tätowierer sollte sich dessen bewusst sein.


Kontakt: David Rinklin
Privatstudio Berlin-Friedrichshain
Facebook: NeonJudas69
Instagaram: neonjudas

 
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Stand:25 April 2019 04:30:18/t%C3%A4towierer/taetowierer+david+rinklin+abstrakte+abgruende_19304.html