Origineller Pictogramm-Style von Mambo

21.09.2018  |  Text: Marco Annunziata (Übersetzung: Clémence Burgun und Jula Reichard)  |   Bilder: Marco Annunziata

Origineller Pictogramm-Style von Mambo 
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Origineller Pictogramm-Style von Mambo
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Umriss und Fläche sind voneinander gelöst, es gibt keinerlei Details: Der italienische Tätowierer Mambo hat zu einem außergewöhnlichen Tattoostil gefunden. Er nennt ihn »deconstructed Style«.
Als Mambo noch ein Teenager war, ließ sich einer seiner Freunde ein großes Tattoo stechen. So wie die Tätowierung des Freundes immer größer wurde, so wuchs auch Mambos Begeisterung für die Sache. Er war erstaunt darüber, was man mit einer Tattoomaschine machen konnte. Eines Tages ging er mit seinem Freund zum Tattooshop, um die Arbeit des Künstlers mit eigenen Augen zu sehen.



Ein Paar Jahre später begann Mambo ein Kunststudium an der Universität und suchte einen Nebenjob. Er heuerte als Küchenassistent in einem Restaurant an. Eines Tages aber verspürte er die unaufhörliche Lust, ein Tattoo zu stechen. Also machte er sich auf den Weg zu einem Tattoo-Supply-Shop in Mailand und kaufte alles, was er zum Tätowieren brauchte. Danach tätowierte er sich eine traditionelle Rose auf seinen Oberschenkel, rief im Restaurant an und ließ seinen Chef wissen, dass er an diesem Tag nicht zur Arbeit kommen würde – und es auch in Zukunft nie wieder vorhabe.

Woher stammst du und wo tätowierst du aktuell?
Ich komme aus Meda, einer kleinen Stadt, rund dreißig Kilometer von Mailand entfernt. Dort bin ich auch zur Schule gegangen. Später habe ich Kunst in Mailand studiert. Dieses Studium ermöglichte es mir, der Kleinstadt zu entkommen und in einer Großstadt zu leben. Ich kam mit verschiedensten Menschen in Kontakt, lernte interessante Kunstbewegungen kennen. Das öffnete meinen Horizont und machte mich zu einem aufgeschlosseneren Menschen. Mit der Zeit wurde mir aber klar, dass Meda der Ort ist, an dem ich leben möchte. Deswegen entschied ich, mein Tattoostudio dort zu eröffnen: den Mambo-Tattoo-Shop. Ich habe den Eindruck, dass meine Kunden froh sind, das Chaos der großen Stadt für einige Stunden lang hinter sich zu lassen, wenn sie zu mir zum Tätowieren kommen. Ich selbst wollte mich und mein Studio hier etablieren, weil ich spürte, dass ich von der Großstadt immer gestresster wurde. Ich bin ein ziemlich ängstlicher Mensch. Diese Entscheidung half mir, wieder Luft zu holen.



Wie muss man sich die Arbeit in deinem Tattoostudio vorstellen?
Das Studio hat zwei Tattooräume: Einer ist für mich und der andere steht Gasttätowierern zur Verfügung. Die Tätowierer, die hier Guestspots machen, sind vor allem gute Freunde von mir, die ich in den vergangenen Jahren kennenlernte. Egal welchen Tattoostil sie bevorzugen, mir ist es wichtig, dass sie hierher kommen, um zusammen mit mir Zeit zu verbringen. Mein Traum ist außerdem, einmal meinen Lieblingstätowierer, Peter Aurisch, in meinem Studio als Gast begrüßen zu dürfen.



Erinnerst du dich an deine ersten Versuche an der Tattoomaschine?
Vom Tag, als ich mir die Rose auf meinen Oberschenkel stach, bis zu meinem ersten offiziellen Kunden, den ich tätowierte, durchlief ich zwei Jahre langes Zeichnen, Üben und konzeptloses Tätowieren. Das erste offizielle Tattoo auf einem zahlenden Kunden war das Motiv eines altägyptischen Auges mit gelben Lichtstrahlen. Ich hatte zwei Wochen lang an diesem Design gearbeitet. Am Termintag war ich so aufgeregt und so gestresst, dass mein T-Shirt am Ende der Sitzung komplett nass geschwitzt war. Um ehrlich zu sein, wurde das Tattoo echt gut, wir waren beide super zufrieden. Leider habe ich es nie abgeheilt gesehen. In den ersten Jahren als Tätowierer konzentrierte ich mich darauf, die Basics der Tattoostile zu lernen – wobei ich traditionelles und japanisches Tätowieren als besonders herausfordernd empfand. Es sind die beiden Stile, die mir heute am besten gefallen.



In deinen Tattoos trennst du Farbe und Form, Fläche und Umriss  voneinander. Wie ist dieser Stil entstanden, den du »dekonstruiert« nennst?
Vor etwa zwei Jahren gelang es mir durch Glück und Intuition, ein Konzept für meine Tattoos zu entwickeln, das sich von der Masse abhebt. Es ist eher vom Grafik-  und Logodesign abgeleitet. Ich spiele mit grell-farbigen Flächen und stelle sie dicken schwarzen Linien gegenüber. Ich glaube, wenn ich einem Motiv nur wenige Elemente beimenge, dann entsteht dennoch ein vollständiges und kräftiges Bild. Für diese Art von Tattoo greife ich gern die Ideen meiner Kunden auf. Anders würde ich wohl auch verrückt werden, weil es unzählige Möglichkeiten gibt, solche Tattoos zu arrangieren. Manche Ideen sind ziemlich absurd, sie machen mir am meisten Spaß.



Was inspiriert dich?
Beinahe alles, was mit Grafikdesign zu tun hat. Ich folge dutzenden Instagramseiten mit selbstgemachten Letterings und Illustrationen, beschäftige mich mit Logostudien, der Entwicklung von T-Shirt-Prints und Skateboard-Grafiken. Was Tattookünstler betrifft, versuche ich etwas von all denen mitzubekommen, die meiner Meinung nach etwas zu sagen haben. Zum Beispiel machen El Bueno und Jesus Cuesta sehr saubere Sachen, Stizzo ist der italienischen Tätowierer mit dem besten Linework. Bunshin Horitoshi und Bunshin Horimatsu zaubern Farbkompositionen wie keine anderen. Übrigens, wenn ich nicht zeichne oder tätowiere, trage ich gerne einige Stunden lang die Kochmütze und koche für meine Familie und Freunde.«





KONTAKT
Mambo Tattoo Shop
Via Gagarin 14
20821 Meda
Tel.: +39 0362 173 1511
mambotattooshop@gmail.com
FB: Mambotattooshop
IG: mambotattooshop
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Stand:19 November 2018 10:02:11/t%C3%A4towierer/origineller+pictogramm-style+von+mambo_18815.html