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Mehr Schwarz für Tätowiererin Melissa Flattinger

17.04.2019  |  Text: Boris »Bobs« Glatthaar  |   Bilder: Melissa Flattinger (Tattoo-Fotos), LJ Photographie/@photographing_kitten (Porträt-Fotos)
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Mehr Schwarz für Tätowiererin Melissa Flattinger
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Melissa Flattinger startete vor wenigen Jahren als solide Allrounderin, bis sie 2016 mit einem Ornamental den TM-Nachwuchscontest gewann und sich spezialisierte. Heute ist sie als Blackwork-Spezialistin mit Sinn für Körperästhetik gefragt – und in den Fußstapfen Gerhard Wiesbecks unterwegs.
Ein knallbunter Sailor-Moon-Sleeve und ein farbenfrohes Landschaftstattoo mit braunem Reh vor sattgrünem Wald: Dass sich Melissa Flattinger noch vor drei Jahren mit Tätowierungen wie diesen präsentierte, mutet aus heutiger Sicht beinahe merkwürdig an. Immerhin trägt nicht nur sie selbst massives Schwarz, sondern sticht auch ihren Kunden vorrangig Blackwork. 2016 beginnt sie bei Julian Siebert im Münchener Corpsepainter Tattoo das Tätowiererhandwerk und verstand sich schon deshalb als Allrounderin, weil sie den Beruf von Grund auf verstehen wollte. Erst, nachdem sie im TätowierMagazin-Nachwuchscontest 2016 mit einem Fabelwesen-Ornamental auf dem Rücken einer jungen Frau den ersten Platz belegte, konzentrierte sie sich verstärkt auf Mandala und immer mehr Blackwork. »Ich habe angefangen, nur noch gezielt Bilder hochzuladen und nur noch die Stilrichtung zu präsentieren, in die ich gehen wollte«, sagt Melissa. Schließlich verlangten die Kunden in erster Linie das, was ihnen beispielhaft gezeigt werde. Um keine Anfragen zu Stilen zu erhalten, auf die sie keine Lust mehr hatte, löschte Melissa damals sogar alte Postings. »Das hat dazu geführt, dass ich jetzt nur noch das stechen muss, worauf ich auch Lust habe.«

Ihr eigenes Ganzkörpertattoo stach Gerhard Wiesbeck, der für seine konzeptionellen Blackworkarbeiten berühmt ist. Über ihn sagt Melissa: »Ich bewundere Gerhard, weil er perfekt arbeitet, da gibt es auf dem Gebiet für mich keinen Besseren«

Lust hat sie auf Schwarz, auch am eigenen Körper. Noch als Newcomerin im Contest trug Melissa verhältismäßig unauffällige Tätowierungen, heute gehört sie zweifelsohne zu den Personen mit den beeindruckendsten Ganzkörperkonzepten in Deutschland. In den vergangenen rund zwei Jahren hat sie sich von Gerhard Wiesbeck von »Blut und Eisen« in Berlin von Hals bis Fuß tätowieren lassen, entstanden ist ein Blackwork mit wenigen und extrem klaren Mustern von äußerster Symmetrie. »Ich habe Gerhards Arbeiten schon immer geliebt. Die spielen so schön mit dem Körper«, sagt Melissa und begründet ihre Entscheidung für das große Konzept auch mit ihrer Abneigung gegen ein unruhiges äußerliches Erscheinungsbild: Sie habe bei ihren vorhandenen Tattoos nicht einfach weiter ansetzen wollen, weil  die Wirkung  immer unruhiger werde, je mehr Tätowierungen man bekomme. Für Melissa ist das Gesamtbild ihres Körpers nun vor allem harmonisch. »Die Tätowierung ist für mich einfach etwas, was die Haut schön macht. Du suchst dir gewissermaßen ein Kleidungsstück aus, das du ein Leben lang trägst. Eine Bedeutung muss das alles nicht haben.«

Ornamentals, Mandalas und auch Dotwork gehören in Melissas Tattoo-Repertoire, auf das sie sich spezialisiert hat. Immer häufiger sticht sie aber auch große Schwarzflächen

Blackwork entspricht nicht nur Melissas persönlichem Geschmack. Auch ihre Kundschaft verlangt mehr und mehr danach und nicht mehr nur Szene-Insider finden Gefallen daran, sich ganze Körperpartien großflächig und künstlerisch schwärzen zu lassen. »Es gibt viele Kunden, die noch gar kein Tattoo haben und trotzdem bereits so etwas Heftiges wollen«, sagt Melissa.  »Dann bin ich immer sehr überrascht, weil ich es ziemlich krass finde, dass jemand, der nicht wirklich viel mit dem Tätowieren zu tun hat, darin die Schönheit erkennt.«

Ornamentals, Mandalas und auch Dotwork gehören in Melissas Tattoo-Repertoire, auf das sie sich spezialisiert hat. Immer häufiger sticht sie aber auch große Schwarzflächen

Solche Kunden hat Melissa vermehrt, seitdem sie auf der Suche nach neuen Ufern und mehr ländlicher Zurückgezogenheit nach insgesamt acht Jahren bei Corpsepainter in der bayerischen Landeshauptstadt zu Ghostyard Tattoo ins beschaulichere Landshut wechselte. In dem nordöstlich von München gelegenen Ort herrscht eine große Offenheit für Blackwork und die bringt Melissa direkt mit Gerhard Wiesbeck in Verbindung. Die 70 000-Einwohner-Stadt an der Isar ist die ursprüngliche Heimat und frühere Wirkungsstätte des Tätowierers und das habe die Menschen beeinflusst: »Die Leute hier kennen solche Tattoos eben, das ist für sie nichts Seltsames.« Die meisten Kunden kämen aus der Umgebung.

»Es gibt viele Kunden, die Kein Tattoo haben und Direkt so etwas Heftiges wollen«

Gerhard Wiesbeck hat aus Melissas Sicht aber nicht nur die Tattoonachfrage in der Region und ihre eigene stilistische Entwicklung geprägt, sondern auch ihre Arbeitsweise nachhaltig verändert. Schließlich habe sie als Tätowiererin sehr viel gelernt, als sie über Monate mit teilweise einem Tattootermin pro Woche unter Gerhards Nadeln schmerzhafte Erfahrungen sammelte. Dabei habe sie sich ganz praktische Tricks beim Entwurf, Techniken für das sauber-flächige Einarbeiten der Farbe und Skills für das perfekte Linienziehen abgeschaut. »Viele Leute denken, dass das alles eine sehr einfache Arbeit sei, sie lassen sich eher von Realismus-Tattoos beeindrucken«, sagt Melissa. Der krasse Blackwork-Stil werde von solchen Leuten aber vollkommen unterschätzt, verzeihe er doch nicht den kleinsten Fehler und erfordere deshalb absolute Akkuratesse. »Ich liebe diese Arbeit, weil man sich darin so vertiefen kann, beinahe meditativ und jede Linie eine Prüfung ist. Es muss einfach sitzen, es muss perfekt sein, du hast nur eine Chance.«
Aber Melissa hat nicht nur auf ­Perfektion setzende Arbeitstechnik, am eigenen Leib erfahren, sondern auch die gesamte Entstehungsweise eines Körperkonzeptes. Davon sollen ihre Kunden nun ebenfalls profitieren.  »Wenn man weiß, wie sich das alles anfühlt, kann man andere besser durch so einen Prozess führen«, sagt sie. An dessen Anfang steht bei Melissa nun immer der Kunde, der bestenfalls beispielhafte skizzierte Ideen, Fotos oder Zeichnungen mitbringt, damit sie einen groben Eindruck davon bekommt, wie das Tattoo am Ende wirken soll und welche Formen dem Kunden gefallen. Anschließend zeichnet die Tätowiererin auf den Körper des Kunden abgestimmt ihren eigenen ersten Entwurf, berspricht alles mit dem Kunden und passt ihn an die Anatomie der zu tätowierenden Stelle an. »Diese Art der Tätowierung fließt so schön mit dem Körper und betont die Muskelpartien«, sagt Melissa, bei der es vom ersten Kontakt bis zum fertigen Tattoo gegenwärtig ungefähr ein dreiviertel Jahr dauert. Kleine Projekte schiebt sie manchmal zwischendurch rein.

Ornamentals, Mandalas und auch Dotwork gehören in Melissas Tattoo-Repertoire, auf das sie sich spezialisiert hat. Immer häufiger sticht sie aber auch große Schwarzflächen

Weil sich flächiges Schwarz nicht nur zur Erstgestaltung der Haut, sondern auch hervorragend zum Abdecken missratener Tätowierungen eignet, finden viele Cover-up-Kunden ihren Weg zu Melissa. Sie schätzt, dass inzwischen jede dritte Anfrage darauf zurückgeht. Für die Tätowiererin ist das eine spannende Herausforderung: »Ich muss das alte Tattoo dabei teilweise mit einbeziehen. Und das kann Formen ergeben, die man vorher gar nicht gesehen hat.«

Ihr eigenes Ganzkörpertattoo stach Gerhard Wiesbeck, der für seine konzeptionellen Blackworkarbeiten berühmt ist. Über ihn sagt Melissa: »Ich bewundere Gerhard, weil er perfekt arbeitet, da gibt es auf dem Gebiet für mich keinen Besseren«

Ihr eigenes Ganzkörpertattoo stach Gerhard Wiesbeck, der für seine konzeptionellen Blackworkarbeiten berühmt ist. Über ihn sagt Melissa: »Ich bewundere Gerhard, weil er perfekt arbeitet, da gibt es auf dem Gebiet für mich keinen Besseren«
 
Kontakt:
ghostyard tattoo
Zweibrückenstr. 681-682, 84028 Landshut
ghostyardtattoo
melissa.flattinger
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Stand:21 May 2019 23:24:45/t%C3%A4towierer/mehr+schwarz+fuer+taetowiererin+melissa+flattinger_19409.html