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Lutz Lehmann

24.07.2008  |  Text: Travelingmic  |   Bilder: Travelingmic
Lutz Lehmann
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Im Dreiergespräch mit Markus Lenhard (Lux Altera, Rotterdam) und Travelingmic stellt das TM exklusiv den deutschen Spitzentätowierer Lutz Lehmann vor.
Der 28jährige aus dem Umland von Berlin kann schon jetzt auf eine lange Karriere zurück blicken, scheut aber keineswegs neue Herausforderungen

Beeindruckendes Engelsflügel Tattoo

In dieser Größe machen Engelsflügel wirklich Sinn!


Lutz Lehmann ist – trotz seiner jungen Jahre – bereits ein alter Hase der deutschen Tattooszene. Seit seinem 15. Lebensjahr tätowiert er, zuerst in der Schule, dann in der Punkrock Szene Berlins und schließlich von 2001 bis 2007 im Tattooshop Artcore Ink. Er ist den Ochsenweg als Autodidakt gegangen, musste sich den Weg an die Spitze hart erarbeiten, gilt aber heute als einer der innovativsten Spezialisten im Bereich Realistic und Biomechanic in Deutschland. Seit 2007 tätowiert er in einem privaten Studio in der Umgebung von Berlin sowie als Gasttätowierer, unter anderem bei Lux Altera, dem Studio des 29jährigen Markus Lenhard, der sich – aus Frankfurt stammend – mit seiner Familie im niederländischen Rotterdam niedergelassen hat. Trotz seiner kurzen Karriere (er tätowiert erst seit vier Jahren) hat er bereits viel Erfahrung bei Stars wie Guy Aitchison oder Aaron Cain gesammelt und gehört zu den Shooting Stars der europäischen Szene, speziell im Bereich Biomechanic. Das TM hat Markus in der Ausgabe 02/08 bereits ausführlich vorgestellt.

realistisches Frosch Tattoo
Wichtig bei dem realistischen »Tierchen-auf-der-Haut«-Motiv: Die Schatten müssen wirklich stimmen, sonst ist die Illusion hinüber!


Im folgenden intensiven Gespräch mit Travelingmic, dem 38jährigen Reporter des TM, versuchen die drei Experten zu analysieren, inwiefern sich ihre individuellen Lebensentwürfe innerhalb der Tattoo-Szene verwirklichen lassen, welche Grundvoraussetzungen der Tätowierer-Beruf erfordert und wie man Motivation und Kreativität über eine lange Karriere bewahren kann. Nebenbei erfahren wir noch eine Menge über ihre Arbeitsweise, speziell bei Kollaborationen; Tätowierungen, die von zwei Künstlern zusammen gestaltet werden.  

Viel Spaß bei dieser etwas unorthodoxen Präsentation!

Vogelspinne als Tattoo auf dem Fuß
Die Vogelspinne ist schon fast ein Tattoo-Klassiker. Lutz Lehmann hat sie hier gekonnt umgesetzt.


TM: Wie seht ihr denn den Lebensstil eines Tätowierers, im Gegensatz zu einem »normalen« Menschen? Gibt es da einen komplett anderen Lebensentwurf, oder denkt ihr, dass ihr eben einfach euren Job macht, wie jeder Andere auch?
ML: Nein, wir SIND unsere Arbeit; wir hören nie auf Tätowierer zu sein. Es gibt keine Stechuhr.
LL: Die darf es auch nicht geben bei uns. Ich kann mich überhaupt nicht erinnern, jemals etwas anderes gemacht zu haben. Deshalb bin ich da sehr neugierig, wie meine Kunden ihr Leben leben. Ich kenne nüscht anderes, als Tätowierer zu sein …
ML: Bei mir trifft das überhaupt nicht zu. Ich mache das ja erst seit vier Jahren, komme aus einem »normalen« Leben. Und ich habe damit angefangen, weil dieser Lebensrhythmus nicht zu mir gepasst hatte. Ich kam mit der aufgezwungenen Struktur nicht zurecht.

Plastisches Biomechanic
Plastische Strukturen mit Ecken und Kanten sind ein Markenzeichen von Lutz


TM: Das zentrale Problem ist ja, dass oft Andere über unser Leben bestimmen, das fängt in der Schule an. Man wird zu etwas gezwungen, das nicht unseren Interessen und Talenten entspricht. Ich wäre beinahe Lehrer am Gymnasium geworden, wollte mich aber diesem System nicht unterordnen.
LL: Klar, was mich in der Schule interessiert hat, da habe ich mitgemacht, aber beim Rest abgeschaltet.
ML: Schau, wenn mir ein Lehrer die Faszination für ein Thema vermittelt, dann besorge ich mir das Wissen, den Inhalt doch selbst. Es kommt rein auf die Motivation an!

TM: Das ist doch für ein Leben als Tätowierer dasselbe: Wenn du das wirklich sein möchtest, frisst du dir die Kenntnisse schnell an, und das ganze Leben wird von diesem Interesse übernommen. Oder etwa nicht?
LL: Klar, Du stopfst dein Gehirn voll mit allem, was dir nützlich sein könnte. Da musst du aufpassen, dass nicht neue Information ständig altes Wissen überspielt. Deswegen sollte ich eigentlich ein Diktaphon auf’m Klo haben. Jeden Gedanken sofort aufzeichnen, bevor er verloren geht.
ML: Bei mir kommen die besten Ideen früh morgens im Halbschlaf. Dann muss ich sofort an den Mac oder das Sketchbook.

Melancholisches Tattoo
Melancholische Stimmung durch gekonnten Einsatz von Licht und Schatten


TM: Wie motiviert ihr euch ständig neu? Bei Markus kann ich mir vorstellen, dass der Enthusiasmus noch frisch ist, aber wie ist das nach dreizehn Jahren, Lutz?
LL: Du wirst müde und die Umgebung beginnt dich zu langweilen …

TM: Woher kommt diese Müdigkeit? Und was kann man dagegen tun?
LL: Ich komme oft mit der jüngeren Kundschaft nicht klar. Viele lassen sich nur vollmalen, weil sie es irgendwo gesehen haben.
ML: So was hält einen nur auf.
LL: Da kommt leicht wieder die so genannte Stechuhr. Du machst deinen Job nur noch, weil du musst. So weit war ich schon fast, aber jetzt habe ich neuen »Stoff« bekommen. Ich habe Markus getroffen …
ML: … und zwar in Berlin 2006, da hat es sofort Klick gemacht. Du bist ja dann sofort zu mir nach Rotterdam, und wir hatten den Stand zusammen in Amsterdam 2007.


Das vollständige Interview findet ihr in der August 08 Ausgabe …

Lutz Lehmann – Artcore Ink
http://www.artcore-ink.com
http://myspace.com/artcoreinktattoo
Tel.: 49(0)3531-501587

Text & Fotos: Travelingmic

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