Kunst kommt von Können: Die Mädels von Tattoo Art Karlsruhe

19.10.2018  |  Text: Dirk-Boris Rödel  |   Bilder: Tattoo Art Karlsruhe / Tobias Kircher
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Kunst kommt von Können: Die Mädels von Tattoo Art Karlsruhe
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So etwas hat es in Deutschland noch nicht gegeben: Eine junge Tätowiererin holt nach gerade mal zehn Monaten Tattoolehre die Trophäe für »Best of Show« auf einer großen Convention. Das, was Tattoo-Azubi Samanta und ihre Mentorin Lena vom Tattoo Art Karlsruhe zeigen, ist großes Können.
Das Wort »Tattoo Art« wird oft überstrapaziert. Wer sich aber einmal durch die Portfolios der beiden Tätowiererinnen Lena und Samanta gearbeitet hat, der weiß spätestens danach, was unter Könnern so geht. Entsprechend ist es auch nur passend, dass diese beiden jungen Tattootalente in jenem Karlsruher Shop arbeiten, der sich zu Deutsch »Tätowierkunst« nennt: Tattoo Art.

Die Arbeiten der beiden jungen Damen sind schon auf den ersten Blick beachtlich. Doch die Leistung von Samanta erscheint spektakulär, wenn man weiß, dass die 21-Jährige ihre Tattoolehre vor gerade einmal einem Jahr begonnen und bei der Tattooconvention Dortmund im Frühjahr vor etlichen etablierten Tätowierern als Tattooazubi bereits die Trophäe »Best of Show abgeräumt hat.

Dass die beiden das können, was sie tun, daran kann auch bei kritischem Blick auf ihre Arbeiten kein Zweifel bestehen

Mit verantwortlich für den Erfolg ist Samantas »Meisterin« Lena. Die 31-Jährige stammt aus dem Iran und kam vor drei Jahren nach Karlsruhe. Bereits in ihrer Heimat hatte sie Kunst studiert. Hier in Deutschland arbeitete sie zunächst als Kunstlehrerin, doch Bekannte brachten sie schließlich auf die Idee, es doch mal mit dem Tätowieren zu versuchen – etwas, was Lena aus dem Iran überhaupt nicht kannte. Als sie sich dann mit ihrer Zeichenmappe bei Tattoo Art vorstellte, war den Betreibern des Studios gleich klar, was für ein Potenzial in der jungen Iranerin schlummerte. Bereits im Portfolio drehte sich alles um Realismus. »Ich probiere auch andere Stile, aber Realistic interessiert mich am meisten. Schon als ich gezeichnet und gemalt habe, war das sehr realistisch, und während meiner Tattoolehre konnte ich es kaum erwarten, endlich mal ein Porträt zu tätowieren.« Eine Bestätigung dafür, dass sie sich mit ihrer Vorliebe auf dem richtigen Weg befand, erhielt Lena gleich auf ihrer ersten Convention, als sie mit einem Porträt einen Preis abräumt: »Das hat mir sehr viel bedeutet und auch Kraft gegeben.«

Der Pokal half Samanta noch mehr Aufträge in ihrer bevorzugten Stilrichtung zu bekommen: niedliche Motive, gern mit viel Farbe

Die Unterschiede zwischen dem Tätowieren und dem Zeichnen und Malen waren für Lena eine Herausforderung: »Ein Bild auf Leinwand kann ich übermalen, und da kann ich auch morgen noch mal etwas korrigieren oder kann es in zehn Jahren noch mal überarbeiten. Beim Tätowieren hingegen muss vom ersten Strich an alles stimmen, was letztlich nur eine Frage der Technik ist. Und ab dem Zeitpunkt, als ich die erlernt hatte, konnte ich beim Tätowieren dann eigentlich auch alles umsetzen, was ich auch auf der Leinwand mache. Wobei ich beim Tätowieren schon darauf achte, ein Bild kontrastreicher anzulegen, um es haltbarer zu gestalten.« Lena legt beim Tätowieren auch Wert darauf, selbst bei von Kunden mitgebrachten Designs und Fotos ihren eigen Stil einzubringen. Durch Effekte von Lichteinfall und Farbwahl holt sie aus jedem Motiv das Maximum heraus.

Lena und Samanta Tattoo Art

Problematisch für jeden Realistic-Tätowierer ist es immer, wenn Kunden Fotos von Verwandten mitbringen, die aufgrund fehlender Kontraste oder unscharfer Details eigentlich als Vorlage ungeeignet sind. Handelt es sich um mittlerweile Verstorbene, dann gibt es keine Möglichkeit mehr, geeignetere Fotos anfertigen zu lassen. Aber Lena kann selbst in vermeintlich hoffnungslosen Fällen noch helfen. »Ich hatte einen Kunden, der ein Porträt seiner Mutter tätowiert haben wollte, doch das Foto war sehr klein, ein Passfoto in schlechter Auflösung. Aber ich habe gemerkt, wie wichtig ihm das war, und da geht es bei mir auch nicht mehr nur ums Tätowieren. Ich mag es einfach, wenn ich Leute mit einem Tattoo glücklich machen kann, und dann muss ich mich eben noch mehr anstrengen, ganz genau hinschauen, Kontraste herausarbeiten oder das Foto mit Photoshop optimieren.«

Dass die beiden das können, was sie tun, daran kann auch bei kritischem Blick auf ihre Arbeiten kein Zweifel bestehen

Auch Lenas Kollegin Samanta aus Lettland war Kunstschülerin. »Ich bin schon mit dem Ziel zur Kunstschule gegangen, später Tätowiererin zu werden«, sagt sie. »In Lettland ist das wohl noch nicht so verbreitet wie hier, aber man sieht es schon kommen. Freunde meiner Eltern haben Tattoos, das habe ich gesehen und wusste, dass ich so was auch machen möchte.« Wie schon bei Lena, war es auch bei Samanta ihr Portfolio, das das Team bei Tattoo Art davon überzeugt hat, dass hier ein echtes Talent anklopfte – was sich spätestens mit dem »Best of Show«-Pokal in Dortmund bestätigte. »Ich habe das überhaupt nicht erwartet«, sagt Samanta bescheiden und wirkt immer noch so überrascht, als könnte sie selbst noch nicht so recht glauben, dass sie nach nur zehn Monaten Tattooausbildung den begehrten Preis geholt hat.
 
Dass die beiden das können, was sie tun, daran kann auch bei kritischem Blick auf ihre Arbeiten kein Zweifel bestehen

Natürlich half der ihr auch dabei, noch mehr Aufträge in ihrer bevorzugten Stilrichtung zu bekommen. Niedliche Motive, gern mit viel Farbe, aber Samanta beherrscht auch andere Stile: »An der Kunstschule habe ich natürlich auch Schwarz-Grau-Techniken erlernt, auch Ölmalerei und so. Und am Anfang habe ich Black-and-Grey-Tattoos gestochen. Aber wenn ich es mir aussuchen kann, dann sind mir so niedliche Motive schon am liebsten.« Darauf, dass Lena und Samanta sowie die anderen Tätowierer im Tattoo-Art-Team stets jene Aufträge bekommen, die am besten ihren Neigungen und Vorlieben entsprechen, legt man bei den Beratungsgesprächen großen Wert. Denn nicht nur der Kunde profitiert davon, den jeweils bestgeeigneten Spezialisten vermittelt zu bekommen. Auch für die Tätowierer sind das optimale Bedingungen, um sich stetig in ihrem Spezialbereich weiter entwickeln zu können. Sobald sich gerade bei jungen Tätowierern in der Ausbildung abzeichnet, dass sie in einem Stil besonders »zuhause« sind, werden ihre Wanna-dos entsprechend beworben. »Ich muss noch viel lernen«, erklärt Samanta, der ihr bisheriger Erfolg keineswegs zu Kopf gestiegen ist. Sie möchte zum Beispiel in Black-and-Grey noch besser werden. »Dafür ist es gut, dass oft Gasttätowierer zu uns kommen. Jeder hat ja seine eigene Art, die Dinge anzugehen. Da kann ich mir auch andere Stile anschauen.«

Tattoo Art Karlsruhe
Marstallstraße 10
76227 Karlsruhe
Tel. 0721 94269569
www.tattoo-art-karlsruhe.de

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Stand:19 November 2018 10:03:12/t%C3%A4towierer/kunst+kommt+von+koennen+die+maedels+von+tattoo+art+karlsruhe_181011.html