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Inkdependent: stilistische Tattoo-Vielfalt in Edinburgh

19.10.2018  |  Text: Dirk-Boris Rödel  |   Bilder: Inkdependent
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Inkdependent: stilistische Tattoo-Vielfalt in Edinburgh
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Dass die Tattookünstler im Inkdependent in der schottischen Hauptstadt alle ein Faible für Eulen haben, passt, denn Edinburgh wird oft als »Athen des Nordens« bezeichnet. Zudem lässt sich an der unterschiedlichen Umsetzung des Motivs die Stilvielfalt des Shops gut erkennen
Nicht nur für schottische Tattoofans ist das Studio Inkdependent aufgrund seiner Topqualität und der stilistischen Vielfalt ein El Dorado, sondern es kommen inzwischen auch zahlreiche Kunden aus dem Ausland nach Edinburgh. Diesen reisenden Tattoofans kommt entgegen, dass die Station Haymarket, von der aus es nur wenige Schritte bis zum Shop sind, auf der Bus- und Bahnstrecke vom  Flughafen ins Stadtzentrum liegt. »Unsere Familie wächst ständig!«, berichtet Shopmanager Kamil. Neben ihm und den fünf Tätowierern sind noch zwei Lehrlinge in der Ausbildung in dem Tattooshop, der unter den zahlreichen Studios in der schottischen Hauptstadt aufgrund seiner herausragenden Qualität einen Sonderstatus einnimmt. Nächstes Jahr feiert das Inkdependent sein zehnjähriges Jubiläum, und bei dem stetig anwachsenden Team wird sich möglicherweise schon bald die Frage stellen, ob ein größerer Shop notwendig sein wird. Momentan residieren die vorwiegend aus Polen kommenden Künstler in einem sehr schicken Ladenlokal im Osten der Stadt, doch wenn zusätzlich zu den verschiedenen Styles, die die Resident- Artists Marcin, Marek, Daniel, GZY und Wojtek anbieten, auch noch regelmäßig Guest-Artists dazukommen, wird es schon jetzt ein wenig eng.



Daniel

Daniel


Daniel kam vor ungefähr vier Jahren zum Inkdependent Tattoo. Zu der Zeit war er noch Lehrling. Der schwarz-graue, teils leicht morbide Stil, den er sich in dieser kurzen Zeit angeeignet hat, hat realistische Komponenten, erinnert aber auch an mittelalterliche Holzdrucke, Radierungen oder Illustrationen in alten Naturkundebüchern. »Ich hatte davor schon Bilder in dieser Art gezeichnet, aber anfangs dachte ich gar nicht, dass man das tätowieren kann«, sagt er. »Ich war der Meinung, es sei viel zu detailliert für Tattoos. Ich hab mich aber auch gar nicht wirklich dazu gezwungen, diesen Stil als Tattoo umzusetzen, irgendwie kam das ganz von selbst.« Letzten Endes waren es vor allem die Kunden, die Daniel darin bestärkten, den sehr klaren Stil weiter zu pflegen und auszuarbeiten, indem sie von Anfang an immer wieder solche Motive nachfragten und sich dabei von Daniels Zeichnungen und Werken auf Instagram inspirieren ließen.

Farbe? Nein, danke!Daniel setzt in seinen Werken vor allem auf Struktur und Kontrast

Das Geheimnis der deutlichen Lesbarkeit seiner Designs, auch wenn sie sehr komplex, manchmal beinahe schon überladen erscheinen, ist nicht so schwierig zu ergründen: Daniel setzt auf deutliche Kontraste, auch bei Details. Jede Feder, jeder Ast und jeder Zweig ist extrem kontrastreich von hell bis zu den klaren schwarzen Outlines ausgearbeitet. So bleiben die Tätowierungen nicht nur lange Jahre stabil in der Haut, sondern entfalten auch in ihrer Gesamtheit eine ansprechende Struktur, im Gegensatz zum grauen Matsch, den Tätowierer mit weniger Verständnis für die Wichtigkeit von Kontrasten bei großflächigen Black-and-Grey-Tattoos produzieren. 
Auf die Frage, ob Edinburgh mit seiner Geschichte, seiner Kultur, den vielen Museen und Kunstgalerien und natürlich den Festivals im Sommer seiner Inspiration förderlich ist, meint der polnischstämmige Künstler: »Ja, schon, aber auch das Wetter ist inspirierend – der Regen, die Dunkelheit …« 
Farbe sucht man in den Werken von Daniel vergebens. »Ich verbiete mir nicht, Farbe zu benutzen, und manchmal kommt das auch vor. Aber was mich immer schon fasziniert hat, war einfach schwarze Tusche auf weißem Papier, schon lange bevor ich begonnen habe zu tätowieren.« Daniels außergewöhnliche Arbeiten passen hervorragend ins Portfolio von Inkdependent, weil sie das Spektrum und die Palette des Studios im Edinburgher Viertel Haymarket um einen Stil erweitern, den man nicht überall findet. 



Marcin

Marcin


Realistic ist das Thema Marcins, der seit 2006 in Schottland als Tätowierer arbeitet. Vor neun Jahren eröffnete er mit Marek das Inkdependent. »Realistic war ziemlich von Anfang an mein Ding. Ich habe mich schon immer von Fotos inspirieren lassen und von der Natur …« Dafür, dass gerade Tattookünstler aus Osteuropa so stark im Realistic-Bereich sind – auch Marcin kommt wie die anderen Teammitglieder aus Polen –, hat er keine Erklärung. »Klar, wir pushen uns auch gegenseitig, aber letzten Endes treibt sich jeder selbst an, voranzukommen.« 

Als Marcin vor ungefähr fünfzehn Jahren mit dem Tätowieren begann, stach er nicht gleich Portäts: »Damals wollten die Kunden kleinere Sachen, Schriftzüge, Tribals und so. Aber als dann langsam Realistic aufkam, dachte ich gleich, das sei was für mich, eine Herausforderung. Wenn ich mir heute Fotos anschaue, ist mein erster Gedanke inzwischen: Wie würde ich das tätowieren?« 

Marcin sieht Realistic-Tattoos als Herausforderung – die er grandios meistert

Aber Porträt ist für Marcin nicht gleich Porträt: »Ich glaube, ich bin entspannter, wenn ich Berühmtheiten wie Schauspielerporträts tätowiere. Wenn ich Menschen das Gesicht eines Familienangehörigen stechen soll, ist der Druck schon deutlich höher. Der Kunde erwartet, dass das Ergebnis dem Aussehen des Menschen entspricht, den sie in verschiedenen Lebenslagen erlebt haben und kennen, aber ich habe nur dieses eine Foto, also nur eine begrenzte Ansicht. Bei Captain America oder Schauspielern hingegen weiß jeder, wie die aussehen, die kennt man aus dem Film.« Problematisch sei es auch, wenn in diesen Fällen Familienangehörige bereits verstorben sind und keine Möglichkeit mehr besteht, tattoogeeignete Fotos anfertigen zu lassen. »Manchmal muss man dann auch Leute wegschicken, wenn die vorhandenen Fotos eben qualitativ nicht als Tattoovorlage ausreichen.«

Bei seinen Aufträgen sieht Marcin jedes einzelne Tattoo als neue Herausforderung: »Jede Tätowierung ist für mich auf gewisse Weise ein Experiment. Bei einem beginne ich mit den helleren Farben, beim nächsten mit den dunklen, es ist nie dasselbe.« Da kommt Marcin sehr entgegen, dass seine Kunden großes Vertrauen in ihn setzen.

»Es ist witzig, wenn ich das Stencil für ein Porträt aufbringe, auf dem der Laie praktisch nichts erkennen kann, weil es aussieht wie ein Schnittmuster, und ich die Leute dann vor den Spiegel schicke und frage, ob es so okay ist. Sie versuchen dann, irgendwie ein Motiv darin zu sehen und meinen dann: ›Ja, gefällt mir.‹ Aber man sieht es ihnen an, dass sie keine Ahnung haben, was das darstellen soll«, lacht Marcin.



GZY

GZY


GZY (sprich: Dschiesi) ist »der Neue« im Inkdependent, obwohl er schon seit zehn Jahren tätowiert: »Ich bin vor einem halben Jahr wegen des Studios nach Edinburgh gezogen.« Nach Großbritannien kam er bereits im Alter von zwölf. »Ich war erst in Sheffield, dann für eine Weile in Manchester, aber dieses Studio ist besser als alles, was ich bisher erlebt habe.« Ihm geht es dabei vor allem um die offene, kreative Atmosphäre, die das Studio für ihn so wertvoll macht. »Man tätowiert hier nicht nur und geht dann nach Hause, man hat das Gefühl, wirklich zusammen etwas zu erschaffen.«

Vom Level des Tätowierens in Großbritannien ist GZY im Grunde nicht sehr beeindruckt: »Das Niveau ist östlicher in Europa besser. Es fängt in Frankreich, Belgien an. Ich selbst hab viele Einflüsse aus Deutschland aufgenommen, von Markus Lenhard oder Mark Halbstark zum Beispiel. Sie haben einen ganz eigenen Stil, hier funktioniert so etwas leider nicht.« Gegen den in GZYs Augen schlechten UK-Trend entwickele sich Manchester, wo es tolle Tätowierer, aber keine Kunden für diese Qualität gebe. Immerhin: »Hier in Edinburgh ist das schon anders, die Kunden sind offener.«

An Edinburgh schätzt GZY, dass die Kunden offener und aufgeschlossener sind als in anderen Städten Großbritanniens

Wie bei seinem Kollegen Marek gab auch für GZY ein deutsches Tattoomagazin die Initial- zündung zum Tätowieren. »Ich hab mich selbst tätowieren lassen, aber es selbst zu machen, habe ich mich lange nicht getraut. Doch dann sah ich Leute, die tätowiert haben, obwohl sie wirklich nicht gut waren. Da fragte ich mich, warum ich mir selbst das Tätowieren untersage, wenn andere da keinerlei Hemmungen haben.« Als GZY seine ersten Schritte machte, bekam er Hilfestellung von niemand Geringerem als Jim, dem Organisator der Edinburgh-Convention. »Auch Mark Halbstark hat mir sehr geholfen, er hat mir viel gezeigt, was ich dann zuhause in Großbritannien versucht habe umzusetzen.« Dass GZY vor dem Tätowieren als Grafikdesigner tätig war, merkt man seinen Arbeiten an. Definitiv ist es aber ein weiterer, sehr individueller Stil, der das Inkdependent-Studio um eine weitere kreative Facette erweitert.




Marek
 

Marek


Marek ist einer der beiden Gründer von Inkdependent. Zusammen mit Marcin hat er das Studio vor neun Jahren unweit der Bahnstation Haymarket im Westen der schottischen Hauptstadt Edinburgh eröffnet. Die beiden kannten sich schon aus Polen, wo sie in derselben Stadt tätig waren. »Wir haben erst in einem anderen Shop gearbeitet, manchmal zehn Stunden am Stück, ein Dutzend Tattoos am Tag, kleine Sachen, eine nach der anderen, Fließbandarbeit. Aber wir wollten trotzdem Spaß haben an dem, was wir taten. Und als wir hier ankamen, hat das Tätowieren gerade richtig geboomt.« 

Wie bei seinem Kollegen Marcin war auch Marek von Anfang an klar, dass er Realistic tätowieren wollte. »Die Eltern eines Freundes arbeiteten in Deutschland und der Vater meines Kumpels hat irgendwann mal eine Tattoozeitschrift nach Hause geschickt. Da hat es mich als Fünfzehnjährigen sofort gepackt.«

Marek pausiert derzeit mit dem Tätowieren und widmet sich verstärkt der Malerei

Aufgrund von zwei Rücken-OPs ist es Marek zurzeit kaum möglich, zu tätowieren. »Zwei Stunden klappt das ab und zu schon mal, aber am nächsten Tag spüre ich das dann deutlich«, sagt Marek. Mehr als ein, zwei Tattoos pro Monat sind deshalb nicht drin. Dafür tobt sich Marek an der Leinwand aus. »Ich komme trotzdem ins Studio und genieße die Gesellschaft der Jungs oder schaue, ob ich den Lehrlingen etwas beibringen kann.« Und natürlich gibt ihm die Tattooauszeit auch die Gelegenheit, das kulturelle Angebot Edinburghs zu würdigen: »In der Nationalgalerie läuft derzeit eine Rembrandt-Ausstellung, die werde ich mir nächste Woche anschauen«, sagt der Kunstinteressierte.




Wojtek
 

Wojtek

Wojtek ist, versichern seine Kollegen, ein absoluter Pedant, wenn es um die Arbeit geht: Alles muss zu einhundertfünfzig Prozent exakt sein. Klar, sein Stil, nämlich Mandala, Dotwork und Geometric, verträgt keine Schluderei. »Wenn er ein Blatt Papier faltet, dann müssen die Kanten absolut präzise aufeinanderliegen«, sagt Shopmanager Kamil über seinen Kollegen, der zur Zeit des Interviews leider nicht selbst im Shop sein kann, »und genauso arbeitet er auch.« 

Aber da viele seiner Arbeiten, gerade im Dotwork- und Mandala-Bereich, meditative Qualität haben, passt das auch gut zusammen. »Wojtek hat vor ungefähr sechs Jahren als Rezeptionist, Manager und Piercer bei uns angefangen«, erzählt Kamil, »und er pierct auch noch weiterhin. Also, das Tätowieren ist bei ihm eigentlich nur noch zusätzlich dazugekommen. Er hat so viele Leidenschaften, er ist ein Multitalent, er macht auch Suspensions und Shows zusammen mit Torture Garden in London. Er ist auch öfter in Deutschland, beim BMX-Treffen zum Beispiel.«

Das pedantisch-exakte Arbeiten an Mandalas und Dotwork liegt Wojtek besonders

Wenn man sich Wojteks Arbeiten anschaut, fällt es einem schwer zu glauben, dass er nach wie vor das Piercen als seine Hauptbeschäftigung ansieht. Aber nicht nur durch seinen originellen Ansatz bei gedotteten Tierporträts und seine erfrischende Art, das Mandala-Thema immer wieder neu zu interpretieren, bereichert Wojtek das Inkdependent Tattoo; ihn zeichnet auch die Freude aus, mit den Kunden zu interagieren und zusammen mit ihnen Neues zu schaffen. 



Where to find:

Inkdependent Tattoo
56 Dalry Road
EH11 2BA Edinburgh
UK / Schottland
Tel.: +44 131 623 6565
www.inkdependent.eu

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Topseller im Shop
Stand:27 May 2019 01:52:47/t%C3%A4towierer/inkdependent+stilistische+tattoo-vielfalt+in+edinburgh_18914.html