Elektrischer Tätowierer

11.09.2015  |  Text: Rik van Boeckel, Heide Heim  |   Bilder: Maik Gnass, Chiel Schouten, Katoo Peters
Elektrischer Tätowierer Elektrischer Tätowierer Elektrischer Tätowierer Elektrischer Tätowierer
Elektrischer Tätowierer
Alle Bilder »
Maik Gnass’ Technik ist sehr traditionell, die Motive sind aber alles andere als altbacken. In seinem Rotterdamer Studio »The Office Electric Tattooing« tätowiert er am liebsten abgefahrene Motive.



Maik Gnass liebt abgefahrene
Bildkompositionen.


Der gebürtige Deutsche Maik Gnass lebt bereits seit 20 Jahren in den Niederlanden. Bevor er Tätowierer wurde, arbeitete er als Musiker und Musiklehrer für Bass und Kontrabass. »Ich hatte gar nicht vor, Tätowierer zu werden, aber habe schon viel gezeichnet, beispielsweise für Schorem Haarsnijder En Barbier. Den beruflichen Wendepunkt brachte eine Karikatur, die ich von Cute Karin gezeichnet hatte. Sie reagierte darauf sehr freundlich und lud mich zu ihrem Geburtstag ein. Zwei Wochen später habe ich als Lehrling bei ihr angefangen. Sie war übrigens eine tolle Lehrerin. Sie hat sich viel Zeit genommen und mir alles beigebracht, was sie wusste.« Das war im Jahr 2011. Im Oktober 2014 hat Maik das Studio übernommen und im Juni dieses Jahres die Neueröffnung mit einer großen Party gefeiert; von nun an heißt das Studio »The Office Electric Tattooing«. Warum »The Office«? »Wenn die Leute bei mir im Studio sitzen, können sie immer sagen, dass sie im Büro – the office – sind.« Maik Gnass tätowiert übrigens vom 12. bis 13. September auf der Ink & Ride auf dem Gelände des Museums der Arbeit in Hamburg.

Was mag er denken,
der Affe auf dem Fahrrad?


Der Studioname »The Office Electric Tattooing« verweist auf das Konzept, das Maik  Gnass mit seinen Tattoos verfolgt: Er sticht »elektrische Tätowierungen« und bezieht sich damit auf die Zeit, als Tätowierer anfingen mit der Maschine zu stechen und einfache, aber ausdrucksstarke Motivklassiker entstanden. Mit dem neuen Arbeitsgerät konnten die Tätowierer zu Anfang des 20. Jahrhunderts der wachsenden Nachfrage nach Tattoos nachkommen. Aber es war nicht die Maschine allein, die den Arbeitsprozess beschleunigte. Vor allem waren es die standardisierten Vorlagen, die sich hundertfach reproduzieren ließen. An diesem Punkt endet die Parallele zwischen den Tätowierern der alten Zeit und Maik Gnass. Technisch arbeitet der zwar sehr oldschoolig, motivisch bricht er aber mit dem Standardrepertoire der Traditionalisten. »Ich mag es, wenn das Design einfach ist und sich aus nur wenigen Linien zusammenfügt. Ich versuche auch, mich bei den Farben stark zu limitieren. Wenn das Motiv mit einer oder zwei Farben funktioniert, das heißt klar erkennbar ist, dann entspricht das meiner Vorstellung von einer guten Tätowierung. Bei vielen meiner aktuellen Tattoos arbeite ich aber auch mit mehr als zwei Farben. Neben meinen eigenen Ideen steht auch immer der Wunsch des Kunden im Vordergrund.«



KONTAKT
MAIK GNASS
The Office Electric Tattooing
Rotterdam, Nld
facebook.com/The Office Electric Tattooing
instagram.com/Maik Gnass

Der vollständige Artikel ist in der September-Ausgabe 2015 des TätowierMagazins zu lesen.

 
  Teilen
Topseller im Shop
Stand:23 June 2018 04:56:53/t%C3%A4towierer/elektrischer+taetowierer_158.html