»Alle wollen Streichhölzer«

06.02.2015  |  Text: Dirk-Boris Rödel  |   Bilder: Laura Yahna
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Laura Yahna kam als Punk mit Tattoos in Berührung und begann, Freundinnen und Freunde zu stechen – bis Ela vom Hauptstadtstudio Pech & Schwefel die Berlinerin entdeckte, sie in ihren Laden holte und ihr die Feinheiten des Handwerks beibrachte.


Lass uns mal mit den Basics anfangen; hast du ein eigenes Studio in Berlin?
Nein, ich arbeite bei Ela in ihrem Laden Pech & Schwefel, die hat mich vor dreieinhalb, vier Jahren zu sich geholt und mir auch das Tätowieren beigebracht, da war ich 26. Und seitdem machen wir das zusammen, aber der Laden gehört ihr.
 
 
Morbides mit einem Touch Traditional liegt der Ur-Berlinerin Laura Yahna ganz besonders.Devilskull von Laura Yahna.Morbides mit einem Touch Traditional liegt der Ur-Berlinerin Laura Yahna aus dem Berliner Studio Pech und Schwefel ganz besonders. Für alle Tattoos gilt: Hauptsache Schwarz.


Hast du vorher schon tätowiert?
Ich hab zuhause angefangen – aber das weiß man ja, dass das nicht funktioniert. Ich war früher Punk und hab da meine Punkerfreunde zugehackt, aber das war gar nix. Ich hatte da immer Bock drauf, aber ich hatte viel zu viel Respekt, um deswegen in einem Tattoostudio anzufragen. Aber Ela hat mal durch Zufall etwas von mir gesehen, was ich einem Freund gestochen hatte, und fand das für eine Anfänger-Tätowierung wohl so gut, dass sie mich kennenlernen wollte. Also hat sie mich angerufen und gefragt, ob ich das richtig lernen wolle.

Was hast du davor gemacht?
Ich hab drei Jahre lang Grafikdesign gelernt.

 
Das abgebrannte Streichholz, das auch im Studio-Logo auftaucht, hat sich zu einem Lieblingsmotiv von Lauras Kunden entwickelt. Die Raute aus dem Logo des Studios hat sich als formgebendes Element in Lauras Tattoos eingeschlichen und bildet wie bei diesem Hasen-Tattoo den Hintergrund. (l) Das abgebrannte Streichholz, das auch im Studio-Logo auftaucht, hat sich zu einem Lieblingsmotiv von Lauras Kunden entwickelt. (r) Ebenfalls aus dem Logo des Studios stammt die Raute, als formgebendes Element hat es sich in Lauras Tattoos eingeschlichen und bildet beispielsweise wie bei diesem Hasen-Tattoo den Hintergrund.

 
Inzwischen findet man unter den jüngeren Tätowierern kaum noch jemanden, der vorher nicht irgendwas in Richtung Grafik gemacht hat …
Ich glaube, das hilft einem auch sehr – ich kenne auch Tätowierer, die vorher nichts in der Richtung gemacht haben, aber ich finde, man sieht schon den Unterschied, ob sich jemand mal damit auseinandergesetzt hat.

Früher war es nicht selten, dass manche einfach Tätowierer wurden, weil ihnen irgendwann der Führerschein abgenommen worden war …  
Ich glaub, da ging es auch noch um etwas anderes. Ich finde es auch manchmal schade, dass dieses Harte, dieses Besondere von früher weg ist und jetzt jeder damit zu tun haben kann. Es hat beides seine guten und schlechten Seiten. Ich kann mich ja auch nicht beschweren, ich mache das ja auch noch nicht lange und bin wohl die Letzte, die sich da beklagen darf. Aber früher fand man es eben aus anderen Gründen gut.

Du hast eine Punk-Vergangenheit – und ursprünglich sollten Punk-Tattoos ja nicht schön sein …
Dass die nicht schön sein sollten, kam mir am Anfang natürlich sehr entgegen. Ich konnte ja nichts und hab meiner besten Freundin komplett den Arm zugemacht. Die findet das aber total toll, die wird immer mal wieder drauf angesprochen, dass diesen schlechten Stil ja kaum noch jemand so drauf hat …


KONTAKT
 
Seit knapp vier Jahren arbeitet Laura im Berliner Studio Pech & Schwefel.Laura Yahna
Pech & Schwefel Tätowierungen
Mehringdamm 81
10965 Berlin
Tel.: 030 – 22 50 92 64
www.pechschwefel.com
facebook.com/laurayahna
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Stand:26 September 2018 03:48:40/t%C3%A4towierer/alle+wollen+streichhoelzer_151.html