25% Günstiger im Printabo!
Wir feiern 25 Jahre TätowierMagazin und alle profitieren
Jubiläums
Aktion
€72,-
€53,-

Wiedergeburt in Lila - John Baizley, Mastermind der Progressive-Metal-Band Baroness, und seine Tattoos

19.05.2016  |  Text: Boris Erbrecht  |   Bilder: Andreas Bradt (bradtcore.de)
Wiedergeburt in Lila - John Baizley, Mastermind der Progressive-Metal-Band Baroness, und seine Tattoos Wiedergeburt in Lila - John Baizley, Mastermind der Progressive-Metal-Band Baroness, und seine Tattoos Wiedergeburt in Lila - John Baizley, Mastermind der Progressive-Metal-Band Baroness, und seine Tattoos Wiedergeburt in Lila - John Baizley, Mastermind der Progressive-Metal-Band Baroness, und seine Tattoos Wiedergeburt in Lila - John Baizley, Mastermind der Progressive-Metal-Band Baroness, und seine Tattoos Wiedergeburt in Lila - John Baizley, Mastermind der Progressive-Metal-Band Baroness, und seine Tattoos Wiedergeburt in Lila - John Baizley, Mastermind der Progressive-Metal-Band Baroness, und seine Tattoos Wiedergeburt in Lila - John Baizley, Mastermind der Progressive-Metal-Band Baroness, und seine Tattoos Wiedergeburt in Lila - John Baizley, Mastermind der Progressive-Metal-Band Baroness, und seine Tattoos Wiedergeburt in Lila - John Baizley, Mastermind der Progressive-Metal-Band Baroness, und seine Tattoos Wiedergeburt in Lila - John Baizley, Mastermind der Progressive-Metal-Band Baroness, und seine Tattoos Wiedergeburt in Lila - John Baizley, Mastermind der Progressive-Metal-Band Baroness, und seine Tattoos Wiedergeburt in Lila - John Baizley, Mastermind der Progressive-Metal-Band Baroness, und seine Tattoos
Wiedergeburt in Lila - John Baizley, Mastermind der Progressive-Metal-Band Baroness, und seine Tattoos
Alle Bilder »
Die Progressive-Metal-Band Baroness wurde 2003 in Savannah, Georgia, gegründet. Zurzeit steht sie auf dem absoluten Höhepunkt ihrer Karriere.
Ende 2012 sah es so aus, als ob es mit Baroness vorbei wäre. Während einer Tour durch England stürzte die Band mit dem Nightliner-Bus fast zehn Meter in die Tiefe, die neun Insassen wurden teilweise schwer verletzt. Zwei verließen darauf die Truppe und lange Zeit war unklar, ob Sänger, Gitarrist und Hauptsongwriter John Baizley jemals wieder mit einer Gitarre auf der Bühne stehen könnte. Nun ist es April 2016 und wir treffen den gut gelaunten John Baizley beim letzten Baroness-Konzert der Europa-Tournee in Wiesbaden.

Baroness-Frontmann John Baizley.

Wenn man sich die Diskografie von Baroness anhört, merkt man einen ganz klaren musikalischen Wechsel. Zu Beginn war das Material ziemlich hart und auf der aktuellen Platte Purple doch teilweise sehr ruhig. War das ein bewusster Prozess?
In dreizehn Jahren kann viel passieren und wir hatten Besetzungswechsel, was neue Einflüsse in die Band brachte. Mir ist es wichtig, dass immer der aktuelle Spirit der Band zu spüren ist und dass wir so klingen, wie wir uns gerade fühlen. Das kann mal aggressiv oder auch melancholisch sein. Das Wichtigste ist für uns, dass wir uns nicht wiederholen und quasi zweimal denselben Song auf Platte bringen.

Vor 4 Jahren hattet ihr einen schlimmen Autounfall während eurer Tour in England, was die Band im wahrsten Sinne des Wortes auf den Kopf gestellt hat. Inwiefern hatte das Einfluss auf das neue Album?
Das war schon ein einschneidendes Erlebnis, das lässt sich nicht leugnen. In unseren Liedern geht es aber schon immer um die guten und schlechten Sachen im Leben und natürlich hatte der Unfall seine Spuren hinterlassen. Er war ein Thema auf der Platte, sollte aber nicht zu sehr im Fokus stehen, das hätte sonst auch irgendwie das Gesamtbild auseinandergerissen.

Fans schätzen Baroness vor Allem wegen ihrer hervorragenden Live-Qualitäten.

»Purple« wurde von der Musikpresse fast durchweg positiv bewertet und gelobt, was in der Vergangenheit bei euren Neuerscheinungen nicht immer der Fall war. Kam das für euch diesmal überraschend?
Die Presse ist immer das erste Glied einer Kette, ob das Album gut läuft oder nicht, insofern ist es natürlich gut, wenn man dabei gut wegkommt. Aber nur weil es die Presse mag, heißt das nicht, dass es die Fans mögen und andersherum genauso. Mich würde es eher überraschen, wenn die Leute, die die neue Scheibe jetzt abfeiern, sie in zehn Jahren auch noch mögen (lacht).

Das Motiv des Dolches, der die Hand durchstößt (links) steht für eine zerbrochene Freundschaft.

Du bist ja nicht nur Musiker, sondern auch Maler. So hast du nicht nur eure CD-Cover gestaltet, sondern auch die von befreundeten Bands wie Kvelertak, Skeletonwitch und Black Tusk. Hast du zurzeit Projekte am Laufen?
Wenn ich auf Tour bin, mache ich nichts in der Art. Für die Kunstsachen brauche ich einen freien Kopf, das geht nicht mit ein paar Stunden Schlaf pro Nacht und im Tourbus, wo alle quatschen (lacht). Wir haben heute den letzten Tag der Tour und fliegen diese Nacht noch zurück in die Heimat. Ich werde mich dann ein paar Tage erholen und habe dann aber Pläne mit der kanadischen Hardcore-Band »Cursed«. Sie wollen bald ein Box-Set herausbringen und haben mich für das Artwork angefragt. Ich weiß aber noch nicht, ob wir uns da einig werden, weil wir über die Details noch nicht gesprochen haben. Wir werden sehen.
 
Entwirfst du denn auch Tattoovorlagen für dich selbst?
Auch wenn es vielleicht nahe liegt: nein. Da ich kein Tätowierer bin, weiß ich nicht, was für ein Tattoo wichtig ist, was die Linien und Farben angeht. Aber es gibt hunderte, wenn nicht sogar tausende von Leuten, die sich Bilder von mir haben stechen lassen. Mal besser, mal schlechter. Ich freue mich natürlich, wenn Leute das machen, aber ich sage auch zu jedem, dass sie Geld dafür in die Hand nehmen sollen und sich nicht mit dem erstbesten Tätowierer zufriedengeben, sondern den richtigen Artist dafür finden müssen.Ansonsten wird am Ende keiner glücklich damit, weder ich, aber noch viel schlimmer, auch nicht der Träger des verschandelten Tattoos. Das gilt übrigens immer: Gute Tattoos gibt es nur für einen angemessenen Preis.

Die massive Narbe am linken Oberarm ist eine Folge des Busunglücks im Jahr 2012. John ließ sie nicht überdecken, sondern von einer Schlange einrahmen.

Bist du eher ein Tattoosammler oder bevorzugst du einen bestimmten Tätowierer?
Eine Mischung aus beidem. Ich habe zwei, drei feste Tätowierer, mit denen ich auch privat gut befreundet bin. Einer davon ist Thomas Hooper in Austin, Texas. Sein Shop heißt »Rock of Ages Tattooing«. Nach dem Unfall hatte ich eine große Narbe auf dem Arm und sechs Monate später dachte ich, dass ich das covern lassen muss. Auch um mit dem Thema abschließen zu können. Thomas meinte, dass es sehr schwierig sei Narben zu überdecken und dass es am Ende nicht supergut aussehen würde. Ich bestand aber darauf, dass er mich tätowiert und bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Der andere Tätowierer heißt Liam Sparks und kommt aus London, sein Laden nennt sich »Old Habits Tattoo«.
 
Gibt es denn bestimmte Geschichten hinter deinen Tattoos?
Jedes Tattoo bei mir hat seine Geschichte, das ist mir tatsächlich auch wichtiger als das Aussehen. Für mich muss es nicht immer perfekt sein, Kunst sollte nie zu perfekt sein. Die Erfahrung und Geschichte dahinter sind einfach das Wichtigste dabei. Aber ich habe auch schon Tattoos gesammelt, wenn ich auf Tour war, das ist dann für mich eine Art Erinnerung an die Zeit, das sind dann aber meist kleinere Sachen.

Baroness Musikliebhaber zur Kunst bringen und umgekehrt.

Hast du denn gerade Pläne für weitere Tattoos?
Ja, habe ich (lacht). Übermorgen habe ich einen Termin. Ich habe bisher aber nur eine ungefähre Vorstellung, wie und was es werden soll. Auf jeden Fall werden es fette, schwarze Linien, so viel ist sicher.

Sänger John bevorzugt schwarze Tinte auf der Haut.

  Teilen
Topseller im Shop
Stand:24 April 2019 18:35:15/szene/wiedergeburt+in+lila_165.html