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SPECIAL: Tattoo-Hauptstadt Berlin

21.07.2016  |  Text: Amadeus Thüner, Travelingmic, Fabienne Anthes  |   Bilder: Tamboly, Mimikry Berlin, Travelingmic, AKA Berlin, Flora Amalie, Borkeberlin
SPECIAL: Tattoo-Hauptstadt Berlin SPECIAL: Tattoo-Hauptstadt Berlin SPECIAL: Tattoo-Hauptstadt Berlin SPECIAL: Tattoo-Hauptstadt Berlin SPECIAL: Tattoo-Hauptstadt Berlin SPECIAL: Tattoo-Hauptstadt Berlin SPECIAL: Tattoo-Hauptstadt Berlin
SPECIAL: Tattoo-Hauptstadt Berlin
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Im extradicken Berlin-Special zeigen wir euch alles, was man über die Tattoo-Hauptstadt wissen muss: Berliner Tattoo-Studios von Weltrang, eine City-Tour der besonderen Art und jede Menge echte Insidertipps von Szenekennern. Hier ein paar Auszüge mit dem Szene-Hotspot »White Trash«, einem Interview mit Rapper Silla und einer Vorstellung des Wahlberliners Rufus, Zeichner der Tankgirl-Comics.
Natürlich ist Berlin nicht die einzige Stadt Deutschlands, in der man diese Situation vorfindet, die man vor Jahrzehnten noch als Utopie angesehen hätte. Doch als Hauptstadt schaut nicht nur das eigene Land auf die mit 3,5 Millionen Einwohnern zu den hundert größten Städten der Welt zählende Metropole. Berlin gilt seit Jahrzehnten als ein attraktives Fleckchen für Künstler aller Couleur. Heute sind es nicht mehr nur die günstigen Mietpreise, die diese Anziehungskraft auf kreative Menschen ausüben. Die Kunstschaffenden sind da und ziehen weitere an. Und wo kreative Köpfe sind, da gibt es auch Menschen mit Interesse an allem, was innovativ und neu ist.

In Berlin kommen Freunde traditioneller Arbeiten genauso auf ihre Kosten wie Fans avantgardistischer Kunstspielereien.
 
Offizielles Aushängeschild der Berliner Tattooszene ist die Convention Berlin, die in diesem Jahr in ihre 26. Austragungsrunde geht und nicht nur bei den deutschen Tätowierern und Tattoofans als eine der wichtigsten Messen des Jahres gilt. Regelmäßig locken die Veranstalter große internationale Namen nach Berlin, die sich immer gern auf den Weg in die Hauptstadt machen.

Neben diesem Termin lockt Berlin mit einer unvergleichlichen Vielfalt an Studios. Freunde traditioneller Arbeiten kommen genauso auf ihre Kosten wie Fans avantgardistischer Kunstspielereien; tätowiert wird in klassischen Streetshops, liebevoll eingerichteten Ateliers und in modernen Galerien – Berlin hat für jeden etwas zu bieten. Das zeigt auch die Hülle und Fülle an Künstlern, deren Reputation über die Grenzen Deutschlands, gar Europas hinaus reicht, und unter denen regelmäßig großartige Talente schlummern, von denen einige in diesem Berlin-Special vorgestellt werden. Bei weitem nicht alle, denn zu viele arbeiten in dieser Tattoometropole, als dass man die Szene komplett präsentieren könnte.  

Berlin ist eine internationale Metropole mit unverwechselbaren Flair - und einer reichen Tattooszene.
 
Konkurrenz belebt das Geschäft, so sagt man. Und wo es in einer Stadt mit unzähligen Tätowierern gute Freundschaften und motivierende wie inspirierende Gespräche und online bekundeten Like- und Follow-Applaus gibt, so bietet diese Vielzahl an Machern und Könnern doch auch Nährboden für unliebsames Gerede. Eine Monopolstellung gibt es ob der Qualität vieler Arbeiten kaum noch, was zum einen am Überangebot an Tattoostudios und zum anderen an der gesunkenen Loyalität seitens der Kunden liegt.

In Berlin herrscht ein harter Preiskampf und Selbstmarketingkrieg – heute zählt vor allen Dingen, wer wie viele Follower hat und wie schnell der Konsument an einen Termin kommen kann. Warten wollen die Wenigsten. Und wenn der eine mal keine Zeit hat, dann findet sich sicherlich noch wer anderes. Das erhöht den Druck, Studiogemeinschaften lösen sich auf, Neid und Missgunst werden geschürt, neue Shops aus dem Boden gestampft, man spricht nicht mehr mit den alten Kollegen, nur noch über sie, und zwar schlecht. Vor der negativen Seite der Marktwirtschaft sind auch die Kreativen nicht gefeit.

Berlin gilt seit Jahrzehnten als ein attraktives Fleckchen für Künstler aller Couleur.

Alles hat zwei Seiten doch am Ende ist und bleibt Berlin eine der lebenswertesten und attraktivsten Städte für Tätowierer und Tattoofans. Ein hartes Pflaster ist die Metropole mit den vielen Gesichtern und der bewegten Geschichte dennoch. Tattoofans dürften sich über die vorherrschenden Möglichkeiten im dicken B aber freuen und der Strom an Besuchern und neu zuziehenden Tätowierenthusiasten wird nicht abreißen. Dafür hat sich Berlin zu lange sein weltweit anerkanntes und beispielloses Standing erarbeitet. Und seien wir mal ehrlich: Wer hier auf seiner Suche nach einem guten Hautbild nicht fündig wird, dem ist echt nicht mehr zu helfen.

Tattoos und Burger

Das White Trash ist eine Berliner Legende. Vor zwei Jahren zog es vom Prenzlauer Berg an den Flutgraben in Treptow. Zwischen den Trance-Schuppen am Kanal und der Spree mit Badeschiff und Arena geht hier jeden Abend die Post ab. Ehrlich! 

Schräges Chinadekor, rockige Vintage-Mucke und Asia-Style-Biergarten. Konzerte, Filmpremieren, Promi-Partys. Lemmy war hier Stammgast – das muss als Empfehlung reichen. Das White Trash ist die inoffizielle »Kantine« der Berlin Tattoo-Convention und außerdem die einmalige Location für die Afterparty! Dazu gibt es das hauseigene Tattoostudio No Pain No Brain, das von Custom bis Walk-in alle Tintenbedürfnisse befriedigt. Hier wurde schon um fünf Uhr morgens eine komplette Bachelor Party mit Andenken versorgt, ordentlich Prominenz verschönt und täglich kommt mehr zufriedene Kundschaft hinzu.  

Das No-Pain-No-Brain-Team: (von links) Jared, Fanny, John, Leo, Arthur, Gustavo und Stefanie.
 
Jared Smith, ein amerikanischer Wahlberliner aus Utah, schmeißt seit fast zwei Jahren den Laden; ein echtes Tattoostudio, wie es sie im hippen Berlin nicht mehr viele gibt. »Oft hängen wir mit den Bands bis um sechs Uhr morgens ab und stechen abgefahrene Souvenir-Tattoos«, erzählt Jared von seiner Lieblingskundschaft. Ein Streetshop, mitten in einer Bar, das hat eigentlich Tradition, so war es früher mal auf der Reeperbahn, auf Coney Island oder der Pike in L.A.! Logisch, nicht jeder, der hier abfeiert, ist zu später Stunde noch Herr aller Gedanken. Aber Boss Jared hat das im Griff:  
»Ich schaue den Kunden schon genau in die Augen, ob sie noch fit sind. Wenn sechs Engländer ein paar Bierchen haben und alle ’nen Stempel auf den Arsch wollen, dann mach’ ich das. Logisch! Aber eine Achtzehnjährige, die mich besoffen anschielt und den Namen ihres Boyfriends auf den Unteram will, bitte ich einen Termin in der kommenden Woche zu machen. Dann hat sich das eh erledigt.«

Der Octo-Burger ist DER Selfie-Hit.
 
Auch das Essen im White Trash ist legendär gut. Frische Zutaten, ordentliche Portionen und fette (aber nicht fettige!) Burger, alle auch vegetarisch zu haben.Chef Wally steht oft selbst in der Küche und entwirft seine neuesten kulinarischen Geheimwaffen. Der aktuelle Hit: Ein Smoker für Rippchen, Pulled Beef, Fisch und best Mexican Food. Auch die Guacamole ist hausgemacht.
Die Damen und Herren des No Pain No Brain haben kaum eine Chance, den Hüftumfang im Zaum zu halten, bei so einem Arbeitsplatz.

White Trash Fast Food - No Pain No Brain
Am Flutgraben 2
12435 Berlin

Hulk, GodSilla und der Berliner Bär

Silla ist Ur-Berliner. 1984 kam der markante Rapper in der Hauptstadt zur Welt und veröffentlicht seit 2004 regelmäßig in der Szene gefeierte Alben. Zuletzt konnte der ehemalige Weggefährte von Bushido und Fler mit seinem Album »Vom Alk zum Hulk« auf Platz 5 der deutschen Albumcharts einsteigen. Auf diesem thematisiert der Tempelhofer auch seinen Kampf aus der Alkoholsucht.
Wir trafen uns mit dem Rapper auf ein Gespräch über sein nächstes Album, die anstehende Buchveröffentlichung und sein Vorhaben, sich einen ringenden Berliner Bär auf den Rücken stechen zu lassen.

Rapper Silla ist Ur-Berliner.

Mit der im September erscheinenden Biografie »Vom Alk zum Hulk – Es war einmal in Südberlin« und dem neuen Album »Es war einmal in Südberlin« stehen demnächst gleich zwei neue Veröffentlichungen von dir an?
Ich habe schon länger mit dem Gedanken gespielt, ein Buch zu veröffentlichen. »Vom Alk zum Hulk« greift dabei den Titel meines aktuellen Albums auf und schlägt im Untertitel den Bogen zum kommenden Album. Das Buch ist natürlich eine Autobiografie geworden und beleuchtet mein ganzes Leben. Ähnlich wie in der Musik spreche ich darin auch über die Entwicklung meiner Alkoholkrankheit, den Kampf damit und wie mir der Sport mein Leben gerettet hat. Natürlich geht es aber auch um meine Musikkarriere und die diversen Hochs und Tiefs. Da ist ja auch gerade in den letzten zwei Jahren noch mal einiges passiert.

Muss man Autobiografie und Album dann als eine Einheit sehen?
Man muss sich nicht zwangsläufig beides geben, um die Einzelteile zu verstehen. Aber in gewissem Maße zeichnen beide Veröffentlichungen meinen Lebensweg. Auf der Platte habe ich mich wieder etwas auf meine Anfänge zurückbesonnen und den zuletzt öfter erhobenen Zeigefinger wieder weggepackt. Dass ich zum Beispiel gegen Drogen bin, sollten die Leute mittlerweile verstanden haben. Das neue Album ist auf jeden Fall wieder rougher.

Du reflektierst anscheinend verstärkt dein Leben. Was genau ist dir da am deutlichsten klar geworden?
Dass man sich selbst lieben muss. Liebe muss aus einem selbst heraus entstehen. Und keine Drogen, materiellen Dinge oder Bestätigungen von außen bringen dich langfristig weiter.

Sprechen wir über deine Tattoos: Womit ging es los?
Ich habe relativ spät angefangen. Da war ich 27 Jahre alt. Das war im Rahmen eines Video­drehs zu meinem Album »Silla Instinkt«. Da habe ich mir das »Südberlin Maskulin«-Logo meines damaligen Labels tätowieren lassen. Dabei ging es mir darum, Loyalität zu beweisen und zu zeigen.

Den Schutzengel mit dem Jägermeisterlogo in der Hand trägt Silla als ständige Mahnung.

Eigentlich ja eher ungewöhnlich, dass jemand dann doch bis 27 wartet und sich dann aber direkt das Labellogo auf den Unterarm sticht.
Ich hatte eigentlich auch gedacht, dass ich mich niemals tätowieren lasse, denn auch damals war ja einfach schon jeder zu. Das fand ich irgendwie langweilig. Außerdem wusste ich auch nie, was ich hätte machen wollen. Aber zu der damaligen Zeit war es mir sehr wichtig, ein Zeichen zu setzen und die Crew zu repräsentieren. Und was gibt es Eindrucksvolleres, als sich das Logo unter die Haut zu jagen und ein Leben lang zu tragen? Danach war dann aber relativ schnell klar, dass es nicht bei dem allein bleibt.

Wer hat es gestochen?
Das habe ich mir in Sidos Studio »Ich & Meine Katze« hier in Berlin von Oliver Lonien stechen lassen. Der hat 2012 auch ein Rapalbum rausgebracht (»Unter die Haut«, Anm. d. Verf.) und wir hatten dann den Deal, dass er mir das Tattoo sticht und dafür ein Feature auf seiner Platte bekommt. Er macht aber halt auch richtig gute Sachen und hat dann auch meine nächsten Bilder gestochen.

Womit ging es denn weiter?
Mit dem Album »Silla Instinkt« bin ich damals zum ersten Mal auch als Solokünstler gechartet und dann habe ich mir von Lonien bei einer Session in seinem Studio in Trier den Schriftzug über die Brust machen lassen. Und dann haben wir den Arm begonnen.

Dort trägst du unter anderem auch einen klassischen Schutzengel, der etwas unklassisch das Jägermeister-Wappen hält.
Jägermeister war immer mein Lieblingsdrink, wenn ich es hab krachen lassen. Der Schutzengel soll mich an diese schlimme Zeit erinnern und auf mich aufpassen, dass ich dieses Gift nie wieder anrühre. Außerdem wollte ich den Arm gerne in Himmel und Hölle, positiv und negativ aufteilen, weil ich selbst eben auch ein sehr extremer Mensch bin. Das habe ich dann von einem befreundeten Künstler zeichnen lassen und das zeigt mich quasi als Baum des Lebens – also im Sinne von Garten Eden und Schöpfung und so weiter – mit der Schlange der Verführung und dem Jägermeister als Sinnbild für den Apfel. Und sollte ich dieser Verführung nachgeben, dann bewege ich mich auf dem schlechten Pfad Richtung Hölle. Das sieht man dann auf meinem Unterarm, wo ich mich in einer Einbahnstraße in den Abgrund bewege. Gestochen bekam ich das nach meiner letzten gescheiterten Beziehung. Der Totenkopf, der in das Bild einer Frau übergeht, unterstreicht das noch mal.

(Mehr zu Silla in der aktuellen Printausgabe und in der TätowierMagazin-App.)
 

Für immer Comics

Das kulturelle Angebot und die einzigartige Atmosphäre der Metropole lockt besonders seit den 70er Jahren viele internationale Top-Künstler nach Berlin, um sich dort komplett niederzulassen oder einen ausgedehnten Aufenthalt zu genießen. Auch Comic-Ikone Rufus dayglo spielte bereits seit Jahren mit dem Gedanken, eine Zeit in Berlin leben zu wollen, und setzte diesen Plan dann zusammen mit seiner Lebensgefährtin Claire Adams Ferguson, einer freien Künstlerin, in die Tat um. Wir sprachen mit ihm über seine Tattoos, seine Comics und das letzte Jahr mit einem Atelier in Lichtenberg und einer Wohnung in Friedrichshain.

Aktuell arbeitet Rufus Dayglo an einer Geschichte für die zweitausendste Ausgabe des englischen Kult-Science-Fiction-Comics 2000 AD.

Rufus Dayglo ist ein englischer Comiczeichner, der ursprünglich aus dem Animationsbereich kommt. Bereits in jungen Jahren konnte er an sehr großen Projekten mitarbeiten konnte – zum Beispiel am Animationsfilm »Space Jam« und den ersten Promomaterialien und Videoclips der virtuellen englischen Band »Gorillaz«. Internationale Aufmerksamkeit erregte er 2005 durch die Wiederbelebung der Comicfigur »Tank Girl« und durch seine Comic-Miniserie »Last Gang in Town«, die bei Vertigo erscheint.

Im Jahr 2015 verlegte Rufus seinen Lebens- und Arbeitsmittelpunkt von London nach Berlin – auf der Suche nach Abwechslung und Abenteuer und um sich seinen aktuellen Projekten »Solid Gold Death Mask« und einer Geschichte für »2000 AD« zu widmen. Wir besuchten den herzensguten Workaholic in seinem Atelier und trafen auf einen leidenschaftlichen Comicsammler, dem man seine Passion auch an der Haut ablesen kann.
 
Deine Comicfiguren dienen oft als Tattoovorlage, wie stehst du dazu ?
Ich kann mich wirklich glücklich schätzen, denn die Leute, die unsere Comics lesen, sind einfach cool und unterstützend. Und hin und wieder klappt einem einfach nur der Kiefer runter, denn man hört von jemandem oder bekommt sogar Bilder geschickt und jemand trägt deine Zeichnung auf der Haut. Diese persönliche Hingabe ist Wahnsinn. Es gibt dabei Tätowierungen, die sind ganz unglaublich toll geworden – ich habe welche davon auf meine Facebook-Seite hochgeladen. Ein Mann trägt mehrere ganz phantastische Tattoos, die wirklich exakt wie meine Artworks aussehen. Ich habe sogar ein bisschen ein schlechtes Gewissen wegen ihm, denn er trägt mehrere Motive aus »Solid Gold Death Mask«, meinem online Comic-Project, und er fragt mich immer wieder, wann es endlich als Buch herauskommt.

Leider habe ich aber auch schon wirklich miserable Tattoos gesehen, teilweise auch sehr großflächige, die mir die Leute zugeschickt haben. Viele Tätowierer können sehr gut tätowieren, aber nicht unbedingt super zeichnen. Also kopieren sie die Vorlage, aber kleine Details stimmen nicht, wie zum Beispiel der Abstand der Augen oder die länge des Gesichts. Das ruiniert die ganze Zeichnung. Ich habe auch schon mal ein komplettes Backpiece gesehen, das eine Art wirre Collage aus verschiedenen Zeichnungen von mir war, völlig unstimmig, leider ganz schrecklich.

Rufus’ Arme zieren Strips des legendären Comickünstlers Jack Kirby: links »Devil Dinosaur«, rechts »Silver Surfer«.

Tank Girl ist sicher aber deutlich häufiger vertreten, oder?
Ja, das ist sogar sehr witzig: es gibt ein Tank-Girl-Cover, das ihre Maske mit dahinter gekreuzten Knochen zeigt. Diese Zeichnung hatte ich ursprünglich als Tattooentwurf für mich selbst gezeichnet, aber wir brauchten auf einmal ganz schnell ein Cover. Also landete die Zeichnung auf dem Cover von »Bad Wind Rising« vor einem Hintergrund herunterlaufenden Blutes. Sehr viele Leute haben sich diese Illustration dann als Tattoo stechen lassen, was natürlich witzig ist, denn es war ja als Tattoo für mich gedacht! Ich hab mir die Zeichnung dann doch nicht tätowieren lassen, denn die hatten ja schon so viele andere.

Ich habe aber noch eine andere witzige Geschichte, allerdings zu einem Tattoo nach einer Tank-Girl-Zeichnung von Jamie (Hewlett, Anm. d. Red.). Ich wurde mal von Adam Ant, dem Sänger der englischen Punkband »Adam and the Ants« auf einen seiner Gigs eingeladen, weil er ein riesiger Tank-Girl-Fan ist. Er stellte mich dann im Backstage seinen Bandmitgliedern vor und plötzlich zog er seine Hose runter und rief: »Schau mal!« und er hatte ein Tattoo von Tank Girl auf der Pobacke, das er sich 1989, als Tank Girl erstmals veröffentlicht wurde, nach einer Partynacht mit Jamie von ihm entwerfen und dann stechen ließ. Für mich sind solche Sachen immer surreal, denn ich stehe dann da und denke: »Früher hab ich dich in ›Top of the Pops‹ gesehen und nun stehe ich hier und du zeigst mir deinen Arsch!«

(Mehr zu Rufus Dayglo in der aktuellen Printausgabe und in der TätowierMagazin-App.)
 

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Stand:25 April 2019 09:52:31/szene/tattoo-hauptstadt+berlin+berlins+bunte+bildchen_167.html