Taking Care of Business in Berlin

11.09.2015  |  Text: Dirk-Boris  |   Bilder: Travelingmic
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Taking Care of Business in Berlin
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Deutschlands älteste Tattooconvention feiert ihr 25-jähriges Jubiläum und hat nichts von ihrem Charme verloren.


Bis zur 25. Tattoo Convention Berlin hat es gedauert, dass mir auffällt: Die Abkürzung für Deutschlands erste und älteste Tattoomesse ist dieselbe wie für das englische »Taking Care of Business«. Und im anglophonen Sprachraum – und somit schließt sich der Assoziationskreis wieder – ist »TCB« in diesem Sinne auch ein häufiges Tattoomotiv. »Sich um die Geschäfte kümmern« kann man, wie man sich unschwer denken wird, so oder so auslegen, und meistens ist es schon auch so gemeint, wie man es sich am ehesten denkt. Wie dem auch sei: Taking Care of Business also in Berlin, das passt, denn die Organisatoren der Berlin-Convention sind »Macher«, die sich darum kümmern, dass es läuft.



Tattoo-Starlet 2015 Fräulein von K und ErotiCat Kristin B. plauderten auf der Bühne mit TätowierMagazin-Chefredakteur Dirk-Boris aus dem Nähkästchen.



Frank Weber zum Beispiel, Tätowierer und Erfinder der Berlin-Convention: Läuft über das Gelände und hängt neue Mülltüten in die Abfalleimer. Man könnte meinen, dass jemand, der seit einem Vierteljahrhundert eine der größten und erfolgreichsten Tattooshows in Deutschland managt, irgendwo in seinem Büro thront und ab und an mit entsprechender Entourage über die Veranstaltung schreitet, um sich huldigen zu lassen. Und Frank Weber? Ist sich nicht zu fein, Müllbeutel zu wechseln. Davor ziehe ich dann doch meinen Hut, den ich an diesem knallheißen Wochenende im August wirklich auf habe. Teilweise wirkt Frank ein bisschen gestresst, dabei könnte man doch denken, dass nach 25 Tattoomessen alles Routine ist. Aber gerade nervt ein Querulant von der Feuerwehr rum, wegen irgendeinem Kleinscheiß, der 24 Jahre lang keine Sau gestört hat. Ob es wirklich wichtig ist oder nur Wichtigtuerei – Frank managt das Problem, so wie er alle Probleme und Problemchen in den Griff bekommt, meist ohne dass irgendjemand von den Ausstellern oder Besuchern was mitbekommt.
Großer Publikumsandrang bei den Tattoocontests.



Gut, wenn während der Performance der japanischen Künstlerin SanaXXX, die zu sanfter Musik die elegante Madame Butterfly tanzt, drei Gestalten im Hintergrund die Bühne betreten und anfangen, am Bühnenaufbau rumzufummeln, dann kriegt man das mit. Aber das hat eigentlich schon wieder so was berlinerisch-schnoddrig-sympathisches, auch wenn die Künstlerin sich wahrscheinlich wünscht, wenigstens am zweiten Tag ihre Aufführung ohne Fremdeinwirkung zu Ende führen zu können. Da wurde das Publikum aber jäh aus der träumerisch-exotischen Stimmung ihrer Tanzdarbietung gerissen, als eine mit preußischen Pickelhauben behelmte Blaskapelle mit Pauken, Trompeten und viel Rumtata vor der Bühne vorbeimarschiert. Was soll man dazu sagen, außer: Dit is ehmd Balin, weeste!


Der vollständige Artikel ist in der September-Ausgabe 2015 des TätowierMagazins zu lesen.

 
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Stand:23 July 2018 02:18:59/szene/taking+care+of+business+in+berlin_158.html