So wird das Tattoo-Jahr 2015

17.12.2014  |  Text: Dirk-Boris Rödel, Boris Glatthaar, Heide Heim, Fabienne Anthes  |   Bilder: TM-Archiv
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So wird das Tattoo-Jahr 2015
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Ein Ausblick auf das Tattoo-Jahr 2015: Welche Tattoo-Stile und Motive beherrschen die Szene, welche Entwicklungen kommen und welche Erwartungen Hoffnungen verbinden Tätowierer und Szene-Kenner mit dem Jahr 2015.
Ausblick auf das Tattoo-Jahr 2015.
Wie entwickelt sich die Tattoo-Kultur im neuen Jahr?
Welche Motive und welche Stile werden besonders kommen?
An welchen Körperstellen wird man vermehrt Tätowierungen sehen?
Welche Ausblicke wagen Tätowierer und andere Experten auf das Szenejahr 2015? Welche Events sind angesagt? Antworten auf all diese und weitere spannende Fragen geben wir auf den folgenden Seiten.
 
  • Motivtrend 2015: Mandalas
  • Motivtrend 2015: Bekenntnistattoos
  • Motivtrend 2015: Meeresbewohner
  • Platzierungstrend 2015: Hand, Hals, Gesicht
  • Stiltrends 2015: Blast-over
  • Tätowierer-Ausblicke
  • Experten-Ausblicke
  • Veranstaltungen

Aus dem Inhalt. Der komplette Jahresausblick ist in der Januar-Ausgabe 2015, 01/2015, des TätowierMagazins nachzulesen.

Motivtrends 2015
Motive wie Federn, Füchse und Unendlichkeitsschleifen beherrschen zurzeit den Studioalltag; von Szene-Insidern werden sie oft abschätzig kommentiert, im Studioalltag als Brot-und-Butter-Motiv mit einem Achselzucken akzeptiert. Sich über die Motivwahl anderer zu erheben, ist allerdings weder fair noch angebracht, denn ein Tattoo-Motiv sollte seinen Träger glücklich machen und niemanden sonst.
Wir haben drei Motivgruppen ausgewählt, die durch ihr Potential an Variationsmöglichkeiten eine Alternative zu stereotypen Tattoo-Motiven darstellen und sowohl persönliches Bekenntnis als auch zeitlos-dekoratives Schmuckstück sein können. Man wird sie im Jahr 2015 mit Sicherheit verstärkt sehen, ohne dass sie zur Routine werden müssen.
 

Mandalas
Zeitlose Ästhetik – Filigranes Blackwork mit Flair

Blackwork ist wieder angesagt. Weniger die fetten Designs, die sich an Stammestätowierungen orientieren, sondern leichte, filigrane und geometrisch oder floral aufgebaute Ornamente, die als reines Dotwork tätowiert sind oder auch als Kombination aus Linien und Punkten. 2015 wird das Jahr von Mandalas in allen Variationen!
 
Chaim Machlev von Dots To Lines in Berlin hat dieses geometrische Mandala gestochen.
Dieses Dotwork von Sonja aus dem Punktum in Köln baut sich von innen her nach außen auf.
Chaim Machlev von Dots To Lines in Berlin hat dieses geometrische Mandala gestochen. Kreisförmig angeordnetes Endlosmuster von Sonja aus dem Punktum in Köln. Mandala-Variation mit Farbe: Tattoo von Marco Galdo, Trafficanti d‘Arte, Mailand, IT.

Verspielt-floral ausgeführt, erinnern die Muster zum Teil an Mehndis, den temporären, mit Henna aufgemalten Hochzeitsschmuck der Frauen Nordwestindiens. Unverkennbar ist auch der Einfluss von hinduistischen und buddhistischen Mandalas. Als Tätowierung folgen die Designs eher der reinen Übersetzung des Wortes Mandala, das aus dem Sanskrit kommt und Kreis bedeutet. Nicht-spirituelle Mandala-Tattoos folgen im Aufbau dem Kreisschema; Objekte, Figuren und Schriftzeichen werden nach ästhetischen Gesichtspunkten kreisförmig um ein zentrales Element angeordnet.
Ihre Wirkung entfalten die unter dem  Begriff Mandala-Tätowierungen zusammenge­fassten Motive durch das Zusammenspiel von Schwarz und Haut und der Exaktheit der Ausführung;  Fehler in der Symmetrie und der Tätowiertechnik lassen das Bild sofort unharmonisch wirken. Eine echte Herausforderung für den Tätowierer.
 

Bekenntnistattoos
Zeig, wofür du stehst!

Es wird immer mehr kleine Tattoos als Ausdruck großer Überzeugungen geben. Ein kleines Tierschutzsymbol auf den Fingern, eine schnelle Charity-Tätowierung am Bein oder ein »Vegan«-Schriftzug über dem Handgelenk – 2015 wird ein Jahr der Bekenntnistattoos.
 
Tinte statt Nerz: Drea von Demon Art in Bitburg hat dieses Tattoo als Tierschutzbekenntnis gestochen.
Die Gedanken sind frei, weil kugelsicher: Tattoo von Danny Garcia von Inkstanbul Artcore.
Ein Tattoo für Tier- oder  Menschenrechte von Felix aus dem Bubblegum Art Tattoo in Hamburg.
Tinte statt Nerz: Drea von Demon Art in Bitburg hat dieses Tattoo als Tierschutzbekenntnis gestochen. Die Gedanken sind frei, weil kugelsicher: Tattoo von Danny Garcia von Inkstanbul Artcore. Ein Tattoo für Tier- oder  Menschenrechte von Felix aus dem Bubblegum Art Tattoo in Hamburg.

Dafür gibt es drei Gründe: Zum einen sind kleine Tätowierungen selbst an sichtbaren Stellen sogar im Mainstream heute kein Drama mehr und manchmal so etwas wie die Hardcore-Version eines Patches an der Jacke oder eines Stickers am Kofferraum. Man will zeigen, wofür man steht. Zweitens stechen immer häufiger Tätowierer bei Aktionen zum guten Zweck ein Bildchen to go und der spontane Walk-in zwischen Shopping und Kaffeetrinken ist dabei auch für viele Tattooneulinge längst keine große Sache mehr. Und drittens sind humanistische Tugenden, die in solchen Tattoos oft Ausdruck finden, seit Ewigkeiten nicht mehr so angesagt gewesen wie heute.
Hinter etlichen kleinen Tattoos steckt die große Botschaft von Toleranz, Nachhaltigkeit und Verantwortungsbewusstsein. Kein Wunder, dass das Frankfurter Zukunftsinstitut die Stichworte Individualisierung, Neo-Ökologie und Gesundheit zu den kollektiven Megatrends zählt, um die sich unser Leben in den kommenden Jahren maßgeblich drehen soll. Trotz des scheinbar irreführenden Begriffes sind Megatrends gerade das Gegenteil flüchtiger Modeerscheinungen – nämlich sich verstärkende Überzeugungen. Und die waren schon immer für Tattoos gut.
 

Meeresbewohner
Bizarre Unterwasserwelt

 
Eine farbenprächtige Unterwasserwelt lässt Leonidas aus dem Athener Studio Lonis Tattoo auf dem Unterschenkel entstehen.
Viel Raum für Spielereien nimmt sich Dan Sinnes von DiaboloTattoo in Luxemburg für den Krebs im Asia-Style.
 
Farbenprächtige Unterwasserwelt von Leonidas aus dem Athener Studio Lonis Tattoo. Viel Raum für Spielereien nimmt sich Dan Sinnes von DiaboloTattoo in Luxemburg für den Krebs im Asia-Style.
 
 
Mit Tiefseefischen als Vorlage braucht der Tätowierer gar nicht mal so viel Fantasie, damit der Kunde ein krasses Tattoomotiv bekommt. Anglerfisch von Filip Henningsson aus dem schwedischen Umeå.
 
Mit Tiefseefischen als Vorlage braucht der Tätowierer gar nicht mal so viel Fantasie, damit der Kunde ein krasses Tattoomotiv bekommt. Anglerfisch von Filip Henningsson aus dem schwedischen Umeå.  
Diese Welt, die sich unter der Meeresoberfläche abspielt, fasziniert und inspiriert Tätowierer und Fans gleichermaßen: Das Meer und seine Bewohner zeigen eine geheimnisvolle und bunte Vielfalt, die durch den oberflächlichen Blick auf das Meer verschlossen bleibt und sich erst offenbart, wenn man darin eintaucht.
  Und bizarr ist das sich fern unserer täglichen Sehgewohnheiten abspielende Leben allemal: Krebse, Hummer und Quallen sind in ihrer Erscheinung schon fast alltäglich, richtig bizarr wird es, wenn man auf unter 500 Meter geht: Tiefseefische wie der mit Leuchtorganen ausgestattete Barten-Drachenfisch, der Fangzahnfisch mit seinen riesigen Reißzähnen oder der fast nur aus Kopf bestehende Pelikanaal.  Schon mal was vom Axolotl gehört, einem Schwanzlurch, der über die Fähigkeit verfügt, Gliedmaßen, Organe und Teile des Gehirns und Herzens wiederherzustellen? Dabei wird er nie erwachsen und verbleibt im kiemenatmenden Larvenstadium. Als Tattoo kommt diese bunte, aufregende und bezaubernde Welt ein ganzes Stück näher – und das sehr dekorativ.
Krebs, Hummer, Hai, als Einzelmotiv oder eingebettet in eine bunte Unterwasserwelt mit Korallenriffen und versunkenen Schätzen, die Variationsmöglichkeiten sind unendlich und lassen viel Raum für kreative Interpretationen in allen Stilrichtungen.

 
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Stand:21 June 2018 10:29:03/szene/so+wird+das+tattoo-jahr+2015_1412.html