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Selbstliebe geht unter die Haut: Selflove-Tattoos von Ronja Block

22.03.2019  |  Text: Boris »Bobs« Glatthaar Und Judith Rohel  |   Bilder: Bastian Bochinski
Selbstliebe geht unter die Haut: Selflove-Tattoos von Ronja Block Selbstliebe geht unter die Haut: Selflove-Tattoos von Ronja Block Selbstliebe geht unter die Haut: Selflove-Tattoos von Ronja Block Selbstliebe geht unter die Haut: Selflove-Tattoos von Ronja Block
Selbstliebe geht unter die Haut: Selflove-Tattoos von Ronja Block
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Tätowiererin Ronja Block aus Jenny B´s Studio in Kassel/Göttingen sticht »Self Love Club«-Tattoos. Ihre Sitzungen sind Reisen ins eigene Ich
Selbstliebe – damit sollte sich jeder beschäftigen. Das meint Tätowiererin Ronja Block. Während ihrer Schwangerschaft vor einigen Jahren begann sie selbst damit, sich so richtig wahrzunehmen. Sie stellte sich damals die Frage, wer sie denn nun sei und was sie ihrer Tochter einmal vorleben wolle. Sie erkannte, dass ihr Punkleben nicht zu ihrer neuen Verantwortung passte. »Ich habe intuitiv angefangen zu meditieren und die Reise der Selbstliebe ging langsam los«, sagt Ronja. Beim Nachdenken über sich selbst stellte die junge Tätowiererin fest, dass sie sich, wie die meisten Menschen, unbewusst Zwängen, Erwartungen und Vorbildern unterworfen hatte, obwohl sie in einem aufgeschlossenen  Umfeld von Familie, Freunden und Arbeit lebte. Doch auch, wer sich frei entwickeln kann, wird von der Gesellschaft beeinflusst und will gefallen. Besonders ihre Arbeit als Fernsehmoderatorin, die sie neben dem Tätowieren ausübte, setzte sie enormen Erwartungen von außen aus. Sie war im Eigenbetrug gefangen: »Ich hatte mir ein falsches Selbstbild auferlegt, nämlich, dass ich immer gut drauf sein muss, immer top gestylt und wild und auf Knopfdruck positiv.«

Ronja entschied sich, die Masken abzulegen, die sie sich unterbewusst selbst aufgesetzt hatte, um anderen Menschen zu gefallen. Das wollte sie nicht mehr. Stattdessen wollte sie lernen, sich selbst so zu akzeptieren und zu lieben, wie sie ist. Pur und ungeschminkt. In Tattooszene und  Rockermilieu, wo sie groß wurde, gehe es zuweilen sehr um Äußerlichkeiten, so Ronja. »Irgendwann wird es aber wichtig, sich innerlich zu spüren, egal wie man äußerlich erscheint.«

Sie ist immer top gestylt und wird wie auf Knopfdruck positiv.

Ihre mangelnde persönliche Achtsamkeit in diesen Jahren hinterließ auch physisch Spuren: Ronjas Körper machte durch allergische Reaktionen auf sich aufmerksam. Aber auch unsichtbare, heftige Beschwerden führte ihr Arzt und später sie selbst auf zu viel Stress zurück. Um davon loszukommen, übernahm sie nicht nur mehr Verantwortung für sich selbst, ihre Handeln und ihre junge Familie, sondern entschleunigte ihr Leben auch stark. Heute lässt sie sich nicht mehr aus der Ruhe bringen, macht ihr eigenes Ding und legt auch Pausen ein, wenn sie spürt, dass sie welche braucht. Sie weiß mittlerweile, dass sie dann besser funktioniert. Ihre Ernährung hat sie auch umgestellt, erst wurde sie Vegetarierin, jetzt isst sie nur noch vegan. »Mein Körper ist ein Tempel, dem ich kein Leid zufügen will«, sagt Ronja.

Auf ihrer Reise ins bewusstere Leben begann Ronja vor drei Jahren mit intensiver Persönlichkeitsentwicklung, Meditation und Spiritualität. »Ich habe mich dem Wiccatum geöffnet und praktiziere weiße Magie. Das hilft mir ganz viel bei der Selbstliebe«, sagt Ronja. »Außerdem mache ich eine Ausbildung zur Yogalehrerin. Das tut mir gut.« Irgendwie strahle sie mehr Zufriedenheit aus, meint die Tätowiererin, und sei wohl auch deshalb irgendwann von einer Kundin darauf angesprochen worden. Diese wünschte sich von Ronja ein Tattoo von einem Mädchen, das in den Spiegel blickt und erkennt, wie wunderschön es ist. Es wurde ein Bild mit einer Banderole um den Spiegel, auf der »Self Love Club« stand.

Selbstliebe Tattoo von Ronja Block
Ronja arbeitet nahezu immer den Schriftzug »Self Love Club« in ihre Wanna- dos ein.

Schon bald kam die nächste Kundin auf Ronja zu, die ebenfalls ein »Self Love Club«-Tattoo wollte. Weil auch Ronja der Aussage immer mehr Bedeutung schenkte und mehr und mehr Wanna-dos mit »Self Love Club«-Schriftzug zeichnete, mehrte sich auch die Kundschaft, die genau das von ihr haben wollte. Inzwischen hat nahezu jedes ihrer Tattoos mit dem Slogan zu tun und sie beobachtet: »Bei Frauen ist das Thema Selbstliebe bisher präsenter als bei Männern.«

Self Love Club: Tattoo von Ronja Block
In Ronjas Tattoos geht es nahezu immer um Selbstliebe. Hier ist das Thema hintergründig im Motiv verarbeitet.

Während der Sitzungen gehe es nicht nur darum, ein Tattoo zu Selflove zu stechen, sondern auch darum, sich miteinander darüber auszutauschen. »Wir sprechen über das Leben, philosophieren dazu, was man ändern könnte, und inspirieren uns gegenseitig. Das macht richtig Spaß.« Eine Tattoositzung ist ihrer Meinung nach eine Grenzerfahrung:  Der Schmerz komme einer Öffnung gleich und fördere Themen zur Sprache, die sonst verborgen liegen. Gerade deshalb ist der Tätowiererin das Ambiente im Studio wichtig: Die Sitzung gestaltet sie zuweilen mit Kerzen, ruhiger Musik und angenehmen Düften. So soll sich nicht nur der Kunde wohlfühlen, sondern auch Ronja selbst – schließlich geht es auch um sie.

Folgt Ronja auf Instagram:
@ronjablock


www.selfloveclub.de
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Stand:24 April 2019 17:52:55/szene/selbstliebe+im+tattoo-club_19214.html