Schütze dich vor Scheiß-Tattoos – 13 Anzeichen für eine schlechte Tätowierung

18.05.2018  |  Text: Boris »Bobs« Glatthaar Und Diana Ringelsiep  |   Bilder: Archiv TM
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Schütze dich vor Scheiß-Tattoos – 13 Anzeichen für eine schlechte Tätowierung
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Worauf muss man bei der Wahl seines Tätowierers eigentlich achten? Wir haben dir eine Auflistung der größten No-Gos bei Tattoos zusammengestellt, die dir hilft, den richtigen Experten für dein Wunschmotiv zu finden
Das ist Kunst. Das ist ein spezieller Stil. Das soll so sein. Solcherlei Ausreden hören Fachkritiker ziemlich häufig, wenn sie missratene Tätowierungen als solche outen. Denn in der Tattoobranche, in der noch jeder mit Gewerbe-schein, aber ohne Ausbildung oder Erfahrung ein Tätowierstudio aufmachen darf, gibt es neben einer Vielzahl hervorragender Artists eine Schar von Stümpern und Aufschneidern. 

Das Wichtigste bei der Auswahl des Tätowierers ist es, sich vorab dessen Arbeiten genau anzusehen. Fotos davon präsentieren viele Künstler nicht nur auf Instagram und ihren Webseiten, sondern auch in Alben auf Tattooconventions. Bei Durchsicht der Fotos lohnt es sich, auf die Details der abgebildeten Tattoos zu achten

Das sind meist nicht jene Tätowierer, die auf den renommierten Conventions arbeiten und sich dort den kritischen Blicken ihrer Kollegen und Mitbewerber stellen. Auch nicht diejenigen, die seit Jahren im Stillen hart daran arbeiten, immer besser zu werden. Und es sind auch nicht jene Tätowierer, die sich lange Zeit für die Kundenberatung nehmen, mit Liebe eine Customvorlage oder ein Wanna-do und schließlich eine Tätowierung erstellen und bei der – für jeden ersichtlich – bis ins Detail alles stimmt. Vielmehr gehören zu den Banausen, die für schnelles Geld ihre Kunden mit lebenslanger Hautverschandelung  strafen, vornehmlich Menschen, die sich und ihre Fähigkeiten schlichtweg überschätzen: Während auf ihren Webseiten und in ihren Fotoalben mit vorausgegangenen Arbeiten keine davon einer fachlichen Bewertung standhalten würde, nähren sie ihre Überzeugung vom eigenen Können aus dem Applaus rein emotional verbundener Freunde und jener Kunden, die es nicht besser wissen und bei jedem Sternchen-Posting Beifall klatschen. Die sind es dann auch häufig, die das Unvermögen des Tätowierers als künstlerische Freiheit und individuellen Style bezeichnen und ihn munter weiterempfehlen. 

Doch ein wahrer Künstler bricht Regeln nur dann, wenn er sie hunderprozentig beherrscht und sich über die Wirkung der Abweichung bewusst ist. Er kann mit Beispielen belegen, dass er beherrscht, was er da tut. Bei den meisten der Tätowierer, deren Inkompetenz hinter der Mär vom eigenen Stil verborgen liegt, wird der kritische Betrachter jedoch nicht ein einziges Tattoofoto finden, das die Fähigkeit beweist, eine solide Tätowierung nach den Regeln der Kunst zu stechen.

Doch welche sind das? Ein Tattoo zu bewerten, ist für den Laien nicht immer einfach. Immerhin gibt es einige Hinweise, die bei der Bewertung helfen.


1. Asymmetrie
Einige Stile zeichnen sich durch ihre Symmetrie aus, daher sollten diese Merkmale akribisch umgesetzt werden. Bei Mandalas kommt es beispielsweise entscheidend darauf an, dass die einzelnen Elemente wie gespiegelt, also möglichst identisch aussehen. Bereits geringe Abweichungen in der einheitlichen Geometrie können das Gesamtbild zerstören. Bei ornamentalen Designs ist häufig zu sehen, dass sich  wiederholende Feinheiten wie Kreise und Halbrundungen nicht gleichmäßig umgesetzt werden. Allerdings: Absolute Symmetrie ist auf lebendiger Haut schwer zu realisieren, eine hundertprozentige Genauigkeit nicht möglich. Aus diesem Grund wird ein geübter Tätowierer es ablehnen, unausführbar kleinteilige Details umzusetzen. 
Nicht nur bei Mandalas und ornamentalen Mustern spielt die Symmetrie eine große Rolle. Auch Letterings, geometrische Figuren und grafische Designs enthalten Elemente, bei denen stimmige Symmetrien stilprägend sind.

Mit diesem Foto wirbt ein Tätowierer für seine Arbeiten. Unter anderem die beiden von uns rot gefärbten, gegenüberliegenden Elemente sollten symmetrisch sein, sind es aber nicht
Mit diesem Foto wirbt ein Tätowierer für seine Arbeiten. Unter anderem die beiden von uns rot gefärbten, gegenüberliegenden Elemente sollten symmetrisch sein, sind es aber nicht

2. Perspektivische Verkürzungen
Egal ob ein Porträt, die Ansicht einer Skyline, eine Landschaft oder eine Figur – ein guter Tätowierer schafft es, dem Motiv allein durch perspektivische Ausrichtung und Anordnung und unterstützt durch Farbgebung und Schattierungen eine Tiefe zu verleihen, die es räumlich realistisch wirken lässt. Positioniert der Tätowierer Motivelemente allerdings so, führt das zu teils grotesken Verschiebungen innerhalb des Motivs. Weil dem Betrachter der Bildaufbau nicht stimmig erscheint, wirkt der auf ihn seltsam, im schlimmsten Fall hat er Mühe, das Motiv überhaupt zu erkennen. Daher achte bei der Wahl deines Tätowierers besonders darauf, dass er durch eine gekonnte Umsetzung der Perspektiven eine visuelle Disharmonie vermeidet. 

Bei dieser Nonne sollte die Sitzposition dreidimensional wirken, doch sie wirkt platt. Der Oberkörper müsste perspektivisch deutlich hinter den Beinen angeordnet sein
Bei dieser Nonne sollte die Sitzposition dreidimensional wirken, doch sie wirkt platt. Der Oberkörper müsste perspektivisch deutlich hinter den Beinen angeordnet sein

3. Detailfehler
Aus der alten Tattootradition kommend, dass Details in Tätowierungen nicht tätowierbar sind oder nicht lange erkennbar bleiben, verzichten Stile aus dem Traditionalsegment auf Motivfeinheiten, die Tätowierungen sind dort stattdessen sehr plakativ. Insbesondere durch moderne Techniken ist es aber inzwischen möglich, auch kleine Details mehr oder weniger haltbar in der Haut umzusetzen. Wer sich als Tätowierer an solch feine Elemente wagt, hat aber auch die Verantwortung dafür, dass sie gelingen. Entweder deutet er sie daher nur an, oder er führt die Feinheit konsequent aus – in jedem Fall ist es wichtig, dass die Umsetzung stimmt. Die charakteristische Stupsnase einer Person im Realistic-Porträt sollte beispielsweise nicht wie eine Knolle aussehen. Bei Details spielen Outlines eine entscheidende Rolle: Sie sorgen dafür, dass Feinheiten langfristig erkennbar bleiben. 

Viel zu viele Details sind in diesem Tattoo auf engstem Raum untergebracht. Sie konnten nicht ordentlich ausgearbeitet werden und werden über die Jahre zu einem Brei verlaufen
Viel zu viele Details sind in diesem Tattoo auf engstem Raum untergebracht. Sie konnten nicht ordentlich ausgearbeitet werden und werden über die Jahre zu einem Brei verlaufen

4. Unsaubere Linienstärke
Outlines und andere Linien bilden in beinahe allen Stilen das Grundgerüst einer Tätowierung. Dabei kommt es unter anderem auf die Regelmäßigkeit in der Linienstärke an. Setzt der Tätowierer die Nadel beispielsweise mittendrin ab, anstatt die Linie in einem Schwung zu beenden, birgt das die Gefahr, dass beim erneuten Ansetzen der Nadel ein Linienbereich dicker wird als geplant. Auch gutgemeinte Korrekturen in einer Linie führen nicht immer zu einer Verbesserung. Vor allem, wenn bloß die betroffenen Stellen ausgebessert werden, anstatt ganze Linien nachzuziehen, führt das zuweilen dazu, dass die Stärke innerhalb der einzelnen Linie variiert. Nimm die saubere Linienstärke in den Arbeiten eines Künstlers daher immer genau unter die Lupe, bevor du dich für ihn entscheidest – die Lines sind ein guter Gradmesser für sein handwerkliches Geschick. Wichtig ist aber: Der Tätowierer arbeitet auf Haut. Ungenauigkeiten sind daher nicht immer vermeidbar, sollten aber – wenn überhaupt – nur sehr vereinzelt auftreten.

An diesem Tattoo stimmt vieles nicht – unter anderem die variierende Stärke der schwarzen Linien
An diesem Tattoo stimmt vieles nicht – unter anderem die variierende Stärke der schwarzen Linien

5. Ungerade Linienführung
Geometrische Motive mit akkurater Linienführung erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Doch auch wenn die geradlinigen Figuren, Formen und Origami auf den ersten Blick recht simpel wirken, kann gerade ein solches Tattoo schnell danebengehen, schließlich geht es bei ihm um extrem saubere Linien. Aber auch bei allen anderen Stilen, die mit Lines arbeiten, sollten gerade Linien auch gerade sein und runde Formen wirklich rund und nicht krakelig. Also schaue dir die Arbeiten deines Wunschtätowierers vorher genau an und begutachte insbesondere seine Linienführung.

Dieses Kreuz ist nicht nur absolut asymmetrisch, sondern in der Linienführung auch noch vollkommen krumm – hier rot gekennzeichnet
Dieses Kreuz ist nicht nur absolut asymmetrisch, sondern in der Linienführung auch noch vollkommen krumm – hier rot gekennzeichnet

6. Blowouts
Um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen und lange etwas von einem Tattoo zu haben, muss die Farbe in einer bestimmten Tiefe unter die Haut gebracht werden. Damit das gelingt, braucht der Tätowierer vor allem eins: Erfahrung. Denn die richtige Hautschicht zu treffen, ist keine Selbstverständlichkeit. Gelangt die Farbe bloß in die obere Hautschicht, wird sie schnell verblassen, da sich die Haut dort regelmäßig erneuert. Wird die Farbe jedoch zu tief unter die Haut gestochen, kommt es ggf. zum Blowout: Die Farbe verläuft unkontrolliert um die Tätowierung herum und es entstehen Schatten, die sich nicht mehr beseitigen lassen. Wer die Gefahr eines Blowouts minimieren möchte, sollte sich die Referenzen eines Tätowierers daher idealerweise an dessen jungen Tattoos anschauen. Denn wichtig zu wissen ist: Dass Tätowierungen mit den Jahren etwas verlaufen und unscharf werden, ist völlig normal. Blowouts hingegen sind viel früher zu sehen.

Wenn Linien ungewollte Schatten werfen, weil die Farbe zu tief in die Haut gestochen wurde, nennt man sie Blowouts. Sie sind durch Können des Tätowierers häufig vermeidbar
Wenn Linien ungewollte Schatten werfen, weil die Farbe zu tief in die Haut gestochen wurde, nennt man sie Blowouts. Sie sind durch Können des Tätowierers häufig vermeidbar

7. Farbflächen und Verläufe
Wie es aussieht, wenn Farbe kratzig und unregelmäßig eingebracht worden ist, erkennst du in den roten Flächen unter Punkt 4 auf Seite 92. Von Tätowierern, die auf so etwas stolz sind, solltest du Abstand nehmen. Flächen müssen sauber sein. Aber auch die Übergänge zwischen Farben sollten harmonisch angelegt werden. Darauf kommt es nicht nur bei Aquarell-/Watercolor-Tattoos an (die wegen kritischer Haltbarkeit mangels Outlines umstritten sind). Auch in anderen Stilen kommt passender Farbgebung und sanften Übergängen große Bedeutung zu. Es ist einfach ärgerlich, wenn die Farben am Ende nicht dort zu finden sind, wo sie hingehören. Das gilt auch dafür, dass sich Farbflächen überlappen, wo sie nicht überlappen sollen. Achte besonders darauf, ob in den Arbeiten deines favorisierten Künstlers die Begrenzungen durch die Outlines eingehalten werden, wenn der Stil Outlines vorsieht.

Bei diesem Breaking-Bad-Tattoo sind die Farbflächen so unklar voneinander abgegrenzt, dass kaum erkennbar ist, was dargestellt werden soll
Bei diesem Breaking-Bad-Tattoo sind die Farbflächen so unklar voneinander abgegrenzt, dass kaum erkennbar ist, was dargestellt werden soll

8. Vernarbungen
Für ein vernarbtes Tattoo kann es viele Gründe geben – und die Schuld ist nicht immer beim Tätowierer zu suchen. Zwar kann eine zu hohe Stichtiefe eine Vernarbung begünstigen, doch auch Fehler bei der anschließenden Pflege können fatale Auswirkungen haben. Daher lasse dir von deinem Tätowierer unbedingt erklären, wie du die Heilung unterstützen kannst. Denn eine Infektion der »Schürfwunde« muss unbedingt vermieden werden. Wenn das Tattoo beim Abheilen zu jucken beginnt, lautet das oberste Gebot, nicht zu kratzen und den Wundschorf nicht abzuknibbeln, denn auch das kann zur Vernarbung führen. Das alles bedeutet hinsichtlich der Tätowiererwahl: Siehst du ein vernarbtes Tattoo in der Präsentationsmappe, heißt das nicht automatisch, dass der Tätowierer es nicht draufhat. Auch, dass Tattoos direkt nach dem Stechen wulstig erscheinen können, ist normal und nicht auf Unfähigkeit des Tätowierers zurückzuführen. Lass dich davon also nicht in die Irre leiten.

Wenn ein Tattoo vernarbt ist, sagt das in der Regel zunächst nichts über die Qualität der Tätowierung aus. Vielmehr können die Gründe für die Narbenbildung auch beim Kunden und dessen Nachsorge liegen
Wenn ein Tattoo vernarbt ist, sagt das in der Regel zunächst nichts über die Qualität der Tätowierung aus. Vielmehr können die Gründe für die Narbenbildung auch beim Kunden und dessen Nachsorge liegen

9. Schlechte Schattierungen
Richtig gesetzte Schattierungen verleihen einer Tätowierung effektvolle Tiefe, Profil und Lebendigkeit. Wie bei allen anderen Punkten ist es auch hier wichtig, das richtige Maß zu finden. Geht ein Tätowierer zu sparsam mit Schattierungen um, wirken insbesondere Black-and-Grey-Arbeiten schnell ohne Struktur, verwaschen und ausgeblichen. Übertreibt er es hingegen mit den dunklen Verläufen, fehlt es schnell an Dimension und Leben. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass das Zusammenspiel von »Licht und Schatten« stimmt. Bei der Bewertung von Tattoos kommt es darauf an zu wissen, dass es für die Ausführung der Schattierungen je nach Stil verschiedene Techniken gibt. So sind grobkörnige Schatten nicht unbedingt ein Fehler, sondern können sogar gekonntes Whip- bzw. Peppershading sein.

Die Schattierung am Blattstiel ist erkennbar unsauber umgesetzt. Sie ist fleckig und erscheint nach außen hin eher scharfkantig als auslaufend
Die Schattierung am Blattstiel ist erkennbar unsauber umgesetzt. Sie ist fleckig und erscheint nach außen hin eher scharfkantig als auslaufend

10. Schlechte Farbwahl
Generell sollte bei Tätowierungen mit starken Kontrasten gearbeitet werden, Komplementärfarben haben den stärksten Effekt. Bei Black-and-Grey werden Schwarzabstufungen oder Grautöne angewandt, um optische Effekte zu erzielen. Weiß taugt als »Sperrpigment« und für den kurzfristigen Brillanzeffekt nach dem Tätowieren, sollte aber in der Regel mangels Haltbarkeit keine tragende Farbe sein. Bei der Tätowiererwahl solltest du also checken, ob die Farben nach deinem visuellen Empfinden passend und den Standards des jeweiligen Stils entsprechend eingesetzt werden – und ob sie ausreichend kräftig sind, um über die Jahre hinweg ohne Motivverlust verblassen zu können, denn das werden sie.

Bei diesem Porträt mangelt es an Kontrast, um es über die Jahre zuverlässig erkennbar zu halten: Die Stirn wirkt jetzt schon flach, bei der Färbung des Gesichtes besteht die Gefahr, dass sie zu einem »Farbbrei« verläuft
Bei diesem Porträt mangelt es an Kontrast, um es über die Jahre zuverlässig erkennbar zu halten: Die Stirn wirkt jetzt schon flach, bei der Färbung des Gesichtes besteht die Gefahr, dass sie zu einem »Farbbrei« verläuft

11. Schwacher Halt
Die Kunst beim Tätowieren besteht in der Regel darin, das Motiv mit dem Hintergrund, der Haut, eins werden zu lassen und es dennoch visuell im Vordergrund zu verankern. Dabei soll es langfristig erkennbar bleiben, auch wenn die Farbe über die Jahre ganz natürlich verblasst und auch verwischt. Diesen Alterungseffekt muss der Tätowierer einkalkulieren. Heben sich einzelne Motivelemente nicht durch Färbung und Schattierung deutlich genug voneinander ab oder fehlen – wie bei Watercolor-Tattoos üblich – die ebenso form- wie haltgebenden Outlines, kann das Tattoo über kurz oder lang bis zur völligen Unkenntlichkeit verlaufen und verblassen. Anknüpfend an Punkt 10 solltest du bei der Auswahl von Stil und Tätowierer deshalb darauf achten, dass die Farbwahl und die Liniensetzung eine lange Haltbarkeit unterstützen.

Die einzelnen Blattelemente dieser Aquarellblume sind so kontrastarm voneinander abgesetzt, dass sie über die Jahre zu einem roten Fleck verlaufen werden
Die einzelnen Blattelemente dieser Aquarellblume sind so kontrastarm voneinander abgesetzt, dass sie über die Jahre zu einem roten Fleck verlaufen werden

12. Platzierungsfehler
Wer kennt das nicht: Die Idee zum neuen Tattoo steht, doch man hat keine Ahnung, wohin damit. Dabei ist die richtige Platzierung das A und O. Ein guter Tätowierer wird dich auch mit dieser Entscheidung nicht im Regen stehen lassen und dir die Vor- und Nachteile der infrage kommenden Stellen nennen. Einerseits sollten dabei die körpereigenen Rundungen eine Rolle spielen, andererseits muss auch die Größe des Motivs berücksichtigt werden. Denn so niedlich ein Marienkäfer hinterm Ohr auch wirken mag, auf dem Oberarm wird er ziemlich verloren aussehen. Dasselbe gilt auch andersherum: Auf dem Oberschenkel kann das Porträt eines Löwen sehr majestätisch herüberkommen, auf dem Unterarm wirkt ein solches Motiv hingegen schnell unpassend, wenn man auf der Suche nach dem zweiten Auge den Arm erst drehen muss. Und auf dem Finger mag der Löwenkopf zwar sehr beliebt sein, aber mit Detailgenauigkeit in Verbindung mit Haltbarkeit ist es da in der Regel nicht weit her. Schaue dich also bei der Auswahl des Tätowierers danach um, ob er Platzierungen sinnvoll wählt. 


Tätowierer achten heute darauf, dass Tattoos zum Körper passen, und so würden viele Künstler heute solch kleine Flügelchen nicht auf dem Rücken stechen, um sie nicht verloren wirken zu lassen und den Platz nicht zu verschwenden

13. Proportion
Nicht jeder Tätowierer um die Ecke ist ein Ass in Sachen Proportion, die eng auch mit der Perspektive zusammenhängt: Immer wieder geraten feingliedrige Finger wurstig kurz, werden schlanke Porträts zu riesigen Mondgesichtern und hohe Türme zu gestauchten Quadern. Wer erkennbar in diesen Grundlagen der grafischen Darstellung versagt, sollte als Tätowierer für qualitätsliebende Kunden von vornherein ausfallen. Schaue dir bei der Wahl deines Künstlers also an, ob seine Werke tatsächlich handwerklich gekonnt umgesetzt sind oder eher den zeichnerischen Fähigkeiten eines Dreijährigen entsprechen. Denn dass ein Motiv überhaupt als das erkennbar ist, was es sein soll, ist die Grundlage jeder Tattooentscheidung. 

Ob das so gewollt ist, ist unklar: Wenn nicht, wäre dieses Kreuz ein leuchtendes Beispiel dafür, dass der Tätowierer die Sache mit den Proportionen nicht so gut raus hat
Ob das so gewollt ist, ist unklar: Wenn nicht, wäre dieses Kreuz ein leuchtendes Beispiel dafür, dass der Tätowierer die Sache mit den Proportionen nicht so gut raus hat

Wenn ihr künftig also auf diese 13 Anzeichen achtet, wenn ihr euch das Portfolios des Künstlers anschaut, sollte euch ein Horrortattoo nicht so schnell passieren.
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Stand:26 September 2018 02:57:58/szene/schuetze+dich+vor+scheiss-tattoos+-+13+anzeichen+fuer+eine+schlechte+taetowierung_18515.html