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Revival der Haïda-Kultur

11.04.2015  |  Text: Claire Artemyz, Übersetzung: Heide Heim  |   Bilder: Colin Dale, Lars Krutak, Claire Artemyz
Revival der Haïda-Kultur Revival der Haïda-Kultur Revival der Haïda-Kultur Revival der Haïda-Kultur
Revival der Haïda-Kultur
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Für die Wiederbelebung der Tätowierkunst der Haïda, der an der Nordwestküste Kanadas lebenden Indianerstämme, setzt sich der gebürtige Kanadier und jetzt in Dänemark lebende Tätowierer Colin Dale ein.
 
Die Haïda-Häuptling Xa'na (rechts) vorm Bärenhaus, zusammen mit Würdenträgern. Das Foto wurde 1881 von Edward Dossetter im Haïda-Gwaii-Dorf Masset aufgenommen.Die Haïda-Häuptling Xa'na (rechts) vorm Bärenhaus, zusammen mit Würdenträgern. Das Foto wurde 1881 von Edward Dossetter im Haïda-Gwaii-Dorf Masset aufgenommen.
 

Die traditionellen Tätowierungen der Jahrtausende alten Haïda-Kultur inspirieren die Kunst von Colin Dale heute. Im Interview mit dem TM erklärt er die Hintergründe.

In den meisten traditionellen Kulturen verschwand nach der Kolonisation die Praxis des Tätowierens, so auch bei den Haïda, den im Nordwesten Kanadas lebenden Indianerstämmen. Heute versuchen Tätowierer wie du, ein Revival in Gang zu setzen. Was ist deine Intention?
Meine Hoffnung ist es, die Menschen der Nordwestküste Kanadas durch Beispiele dazu zu inspirieren, sich wieder mit den traditionellen Mustern tätowieren zu lassen und natürlich auch, dass ein paar der talentierten Künstler Kanadas die Tätowierinstrumente selbst in die Hand nehmen.

Motivisches Crossover: die Raben Hugin und Munin (rechts) hingegen entstammen der nordischen Mythologie, sind Colin Dale im Haïda-Stil tätowiert.Technisches Crossover: Den in der Haïda-Kultur als mythisch angesehenen Feuervogel »nähte« Colin Dale mit der Tätowiertechnik der in Zentral- und Nordostkanada lebenden Inuit in die Haut.(l) Motivisches Crossover:  die Raben Hugin und Munin (rechts) hingegen entstammen der nordischen Mythologie, sind Colin Dale im Haïda-Stil tätowiert. (r) Technisches Crossover: Den in der Haïda-Kultur als mythisch angesehenen Feuervogel »nähte« Colin Dale mit der Tätowiertechnik der in Zentral- und Nordostkanada lebenden Inuit in die Haut.

Wer sind die Haïda-Indianer?

Haïda sind ein indigenes Volk. Wir nutzen Haïda aber auch als Oberbegriff, mit dem wir verschiedene Stämme im Nordwesten Kanadas und deren Tätowiertradition zusammenfassen. Zu ihnen zählen die Tsimshian, Coast Salish, Tlingit und Kwagiutl.

Deine Tattoomotive sind in der Regel stilisierte Tiere, die von Haïda-Motiven inspiriert sind. Meist tätowierst du sie mit der Hand. Wie weit geht die Verbindung, wo sind die Grenzen?
Meine Motive sind wirklich nur von der Haïda-Kunst inspiriert, sie haben keinen Bezug zu der Motivwelt eines bestimmten Stammes. Als Handwerker hoffe ich, dass ich die Tradition des Tätowierens am Leben halte oder wie bei den Haïda wieder erwecke, als Künstler bevorzuge ich es, etwas Neues zu schaffen und nicht zu kopieren. Der Haïda-Künstler Robert Davidson brachte diesen Ansatz auf den Punkt: »Eine Kultur, die sich nicht weiterentwickelt, wird möglicherweise aussterben«.
 
 
 Colin Dale
  Tätowierer Colin Dale: Kunst, Anthropologie und Archäologie sind seine Leidenschaften.Der in Kanada geborene Tätowierer arbeitet nicht nur in seinem Tattoostudio in Kopenhagen (Skin & Bone), sondern auch auf Wikingermärkten und auf vielen internationalen Tattoo-Conventions. Das Tätowieren kombiniert Colin Dale mit seiner Leidenschaft für Kunst, Anthropologie und Archäologie. Vor allem die Kunst der Steinzeit ist ein zentrales Thema seiner Forschung: Sowohl die Petroglyphen und Piktogramme der Ureinwohner Kanadas als auch Felsenzeichnungen und -bilder der Jungstein- und Bronzezeit in Schweden und Norwegen sowie die Runensteine der Wikinger haben es ihm angetan. Für die Umsetzung dieser Tattoos mit Handinstrumenten experimentiert Colin Dale sowohl mit unterschiedlichen Werkstoffen als auch mit der Gewinnung von Pigmenten.
Dein Freund Dr. Lars Krutak hat die Tattooinstrumente wiederentdeckt, die der Forscher Swan von den Haïda mitgebracht hatte und die über 100 Jahre im Smithsonian Institut in Washington D. C. aufbewahrt wurden. Er hat dir Fotos davon geschickt …
Es hat mich wirklich freudig überrascht, dass die Instrumente in ihrer Funktionsweise mit meinen fast identisch sind. Bis dahin hatte ich bereits einige Haïda-Tätowierungen mit Handinstrumenten gestochen, seitdem ich die Instrumente gesehen habe bin ich so inspiriert, dass ich es nun ablehne, die Motive mit Maschine zu stechen.
 
 Der vollständige Artikel ist im TätowierMagazin 04/2015 nachzulesen
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Stand:24 April 2019 17:55:28/szene/revival+der+haida+kultur_152.html