Lettering-Special: Schriftstile (Teil 2)

19.10.2018  |  Text: Heide Heim  |   Bilder: TM-Archiv
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Lettering-Special: Schriftstile (Teil 2)
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Bei Lettering-Tattoos haben sich unterschiedliche Schriftstile herausgebildet, die besonders häufig für Tattoo verwendet werden. Eine Auswahl der häufigsten Grundschriften wie Chicano, Gebrochene Schriften, Fat Cap Style, Marker Style und »Schreibschriften« und ihre Besonderheiten im Überblick.
Lettering-Special Teil 1
Lettering-Special Teil 3: Lettering-Spezialisten

Chicano 
Ursprünglich abwertende Bezeichnung für in die USA eingewanderte Mexikaner und ihre Nachfahren. Die Chicanos haben die noch heute sehr beliebten Schrifttypen im Tattoobereich geprägt, deren Wurzeln in der amerikanischen Gangsta-Kultur liegen: Chicano-Style, auch als Scripts bezeichnete Schreibschrift mit Verzierungen. Daneben wurden auch die sogenannten Frakturschriften häufig für Tattoos benutzt. Ab Mitte der 1980er Jahre hat der in Los Angeles arbeitende Tätowierer Jack Rudy den Chicano-Style aus dem Knast- und Hinterhofmilieu herausgeholt, in die Tattoostudios gebracht und auf einem technisch und künstlerisch hohen Niveau auf der Haut seiner Kunden umgesetzt. 


Script- oder Chicano-Style. Entwurf von Andreas Coenen, The Sinner and the Saint, Aachen.
Beispiel (1) und (2) zeigen Schreibschriften, die gerne »Script« oder auch »Chicano« genannt werden. Es handelt sich hier bei um »freie« Schriften, die vermeintlich keinen Regeln unterliegen und je nach Interpret sehr unterschiedlich aussehen können. Beispiel (3) und (4) zeigen zwei Schriftschnitte (fett und fein) dieses Stils; die Variationsmöglichkeit ist mit den Verzierungen jedoch unendlich. Schriftbeispiele von Andreas Coenen.

Lettering im Script- oder Chicano-Style von  Marshall Griffin, Zum Frischen Lutz, Berlin.
Lettering im Chicano-Style von Marshall Griffin, Zum Frischen Lutz, Berlin. 

Lettering im Script- oder Chicano-Style von Marshall Griffin, Zum Frischen Lutz, Berlin.
Lettering im Chicano-Style von Marshall Griffin, Zum Frischen Lutz, Berlin. 
 

Fraktur
Schriftart aus der Gruppe der gebrochenen Schriften. Irrtümlicherweise werden in Deutschland oft alle gebrochenen Schriften als Frakturschriften bezeichnet. Wie diese hat die Fraktur zwar den typischen »Knick« in den Bogen, der sich durch den abrupten Richtungswechsel in der Strichführung mit der Bandzugfeder ergibt. Die Besonderheit der Fraktur ist jedoch der sogenannte Elefantenrüssel – mit dem s-förmig gekrümmten Element werden die Großbuchstaben verziert. Frakturen eignen sich für harte, plakative Aussagen.


Fraktur-Schrift, gezeichnet von Andreas Coenen, The Sinner and the Saint, Aachen.
Die »Fraktur« gehört sogenannten »Antique«-Schriften (die richtigerweise »gebrochene Schriften« heißen) und ihre Ableitungen. Schriftbeispiele von Andreas Coenen.
 

Gebrochene Schriften

Zur Schriftgattung der gebrochenen Schriften zählen Textura, Rotunda, Schwabacher und die Fraktur. Die gebrochenen Schriften können sowohl Schreib- als auch Druckschrift sein. Typisch sind im Gegensatz zur Antiqua, dass insbesondere die Bogen der Kleinbuchstaben nicht rund ausgeführt sind, sondern einen oder mehrere »Knicke« haben, also gebrochen (fraktural) wirken.


Gebrochene Schrift von Seb Fury One, Downtown attoo, Jena.
Gebrochene Schrift von Seb Fury One, Downtown Tattoo, Jena.
 
Gebrochene Schrift in einer Freestyle-Version von Matteo Rocco, Pottboiz Electric Tattoo, Essen.
Gebrochene Schrift in einer Freestyle-Version von Matteo Rocco, Pottboiz Electric Tattoo, Essen.
 
Gebrochene Schrift in einer Freestyle-Version von Julian Hets, Tigerstyle Tattoo, Hamburg.
Gebrochene Schrift in einer Freestyle-Version von Julian Hets, Tigerstyle Tattoo, Hamburg.
 

Fat Cap Style

Aus dem Graffiti kommender Stil. Durch den breiten Sprühstrahl mit dem Fat-Cap-Sprühkopf können die Writer entweder Flächen schnell ausfüllen oder breite Striche sprühen. Abhängig von der Entfernung der Can zum Untergrund, dem Winkel und der Sprühgeschwindigkeit »nebelt« der Sprühstrahl stärker oder schwächer. 

Lettering im Fat Cap Style von Dustin Levi, Atelier Klammheimlich, Hamburg.
Lettering im Fat Cap Style von Dustin Levi, Atelier Klammheimlich, Hamburg.
 
Lettering im Fat Cap Style von Dustin Levi, Atelier Klammheimlich, Hamburg.
Lettering im Fat Cap Style von Dustin Levi, Atelier Klammheimlich, Hamburg.
 

Marker-Style

Aus dem Graffiti entwickelter Stil. Graffiti-Marker werden vor allem für »Tags« verwendet. Gewünscht ist, dass mit dem Marker das Tag schnell und die Farbe deckend auf den Untergrund gebracht wird. Abhängig von der Breite des Filzes variiert die Strichstärke. Sehr individueller Style, da es sich bei einem Tag quasi um die Unterschrift des Writers handelt. Eignet sich besonders gut für einzelne Wörter.

Lettering im Marker Style von Dustin Levi, Atelier Klammheimlich, Hamburg.
Lettering im Marker Style von Dustin Levi, Atelier Klammheimlich, Hamburg.

Lettering im Marker Style von Dustin Levi, Atelier Klammheimlich, Hamburg.
Lettering im Marker Style von Dustin Levi, Atelier Klammheimlich, Hamburg.
 

Kalligrafie

Die Kunst des Schönschreibens von Hand mit Federkiel, Pinsel, Stahlfeder, Bleistift, Füllfederhalter etc., die sich durch ihre ästhetische und handwerkliche Qualität von der Alltagsschrift unterscheidet. Der Begriff wird auch zur Abgrenzung zur Typografie verwendet.
 

Schreibschriften

Schriften mit persönlichem Charakter, also kalligrafische Schriften und Handschriften. Typisch ist die fortlaufende oder nur wenig unterbrochene Linienführung. Passende Schreibwerkzeuge, die einen durchgängigen Linienfluss haben und damit die Buchstaben eines Wortes ohne Unterbrechung verbunden werden können, sind unter anderem Bleistift, Kugelschreiber, Fineliner oder Pinsel. Deren Schriftbild wird bei Tätowierungen imitiert. Schreibschriften wirken sehr dynamisch und fein und geben dem Tätowierer die individuelle Freiheit für Verzierungen, besonders der als Großbuchstabe ausgeführte erste Buchstabe eines Wortes wird meist ausgeschmückt.


Lettering in Schreibschrift von Julian Hets, Tigerstyle Tattoo, Hamburg.

Lettering in Schreibschrift im Kombination mit einem Bild von Freulein Fux, Wald und Wiese 2theroots, Thüringen.
Lettering in Schreibschrift im Kombination mit einem Bild von Freulein Fux, Wald und Wiese 2theroots, Thüringen.

Lettern in Schreibschrift von Julian Hets, Tigerstyle Tattoo, Hamburg.
Lettering in Schreibschrift von Julian Hets, Tigerstyle Tattoo, Hamburg.
 

Erlaubt ist, was gefällt! Das gilt auch für Letterings. Variationen des Lettering-Themas:
 
Schreibmaschinen-Style von Edward Chung, Kaz Tattoo, Hong-Kong
Schreibmaschinen-Style von Edward Chung, Kaz Tattoo, Hong-Kong
 
Serifenlose Grotesk-Schrift, die sich dem Motiv visuell unterordnet. Tattoo von Moira Ramone, 25 to Life Tattoo, Rotterdam
Serifenlose Grotesk-Schrift, die sich dem Motiv visuell unterordnet. Tattoo von Moira Ramone, 25 to Life Tattoo, Rotterdam
 
Cholo-Graffiti-Schrifttyp, inspiriert von Graffiti dee Chicanos. Tattoo von Julian Hets, Tigerstyle Tattooing, Hamburg.
Cholo-Style, inspiriert von Graffiti der Chicanos. Tattoo von Julian Hets, Tigerstyle Tattooing, Hamburg.
 
Westliche »Oldschool«-Tätowierungen bringt man vor allem mit diesem Schrifttyp und seinen Variationen in Verbindung. Tattoo von Julian Hets, Tigerstyle Tattooing, Hamburg.
Westliche »Oldschool«-Tätowierungen bringt man vor allem mit diesem Schrifttyp und seinen Variationen in Verbindung. Tattoo von Julian Hets, Tigerstyle Tattooing, Hamburg.

 
Graffiti-Style von Stefan Güntzel, SG-Tattoo, St. Gallen.
Graffiti-Style von Stefan Güntzel, SG-Tattoo, St. Gallen.

 
Ausgefallener Mix aus Chicano-Schriften von Marshall Griffin, Zum Frischen Lutz, Berlin.
Ausgefallener Mix aus Chicano-Schriften von Marshall Griffin, Zum Frischen Lutz, Berlin.

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Stand:16 December 2018 18:32:55/szene/lettering-special+schriftstile_18918.html