Lettering-Special: Schrift-Spezialisten für Letterings (Teil 3)

19.10.2018  |  Text: Heide Heim  |   Bilder: Tätowierer
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Lettering-Special: Schrift-Spezialisten für Letterings (Teil 3)
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Schriften gehören zu den Brot-und-Butter-Tattoos, eigentlich sollte sie jeder Allrounder stechen können. Und dann gibt es auch noch echte Spezialisten, die sich auf Letterings spezialisiert und ihren ganz besonderen Stil entwickelt haben.
Lettering-Special Teil 1
Lettering-Special Teil 2: Schriftstile

Chicano-Style von Jens Gössling 

Chicano-Style »Mi Vida Loca« von Jens Gössling, Blue Harvest Tattoo, Bielefeld

Der Bielefelder Tätowierer Jens Gössling sticht am liebsten Black-and-Grey, sehr illustrativ mit Outlines und »einer vertretbaren Menge an Details«, häufig auch in Kombination mit motivischen Tätowierungen. Stilistisch varriiert er zwischen Chicano, Maritim, Japanese und anderem, Hauptsache, die Letterings haben Flow. »In welchem Schriftstil umgesetzt wird, hängt vom Kunden ab, und er sollte auch zu den bereits vorhandenen Tattoos passen.« Aufklärungsbedarf sieht Jens bei Kunden, die ihre Schrifttattoos überladen, »mit allen Namen, Orten und Daten, als befürchteten sie, übermorgen an Alzheimer zu erkranken«, sagt er. »Viel Text geht zulasten der Haltbarkeit, aber vor allem leidet das Gesamtbild. Ein schön gestalteter, kurzer Songtitel sieht besser aus als der komplette Liedtext in einer beliebigen Computerschrift. Als Tätowierer sollte man Alternativen anbieten.«

Chicano-Style von Jens Gössling, Blue Harvest Tattoo, Bielefeld

Blue Harvest Tattoo
Jens Gössling
Friedrichstr. 49
33615 Bielefeld
F: blueharvesttattoo
IG: harvest_1973
 

Fineline-Scripts von Seb Fury One

Fine-Line »Harley Davidson« Script von Seb Fury One, Downtown Tattoo, Jena

Neben Realistic liebt der Jenaer Tätowierer Sebastian Heering Letterings. Dazu inspirierte ihn der »King of Script«, der aus Dallas stammende Tätowierer Boog: Schwerpunkt sind daher Schriften im Chicano-Style. 
Seine Fineline-Schreibschriften (Scripts) überzeugen mit Verzierungen, die dekorativ sind und einzelne Buchstaben zu einer Worteinheit verbinden. Sebs Gespür für Ausschmückungen zeigt sich auch bei den als sonst eher brachial empfundenen gebrochenen Schriften, denen er eine ungewöhnliche Leichtigkeit verleiht. »Der Detailreichtum einer Tätowierung muss passend zu der dafür vorgesehenen Stelle sein. Und in meinen Augen sind für kleinere Sachen auch schlichtere Schriften interessant. Insgesamt hat man durch die Single-Needle-Technik mehr Optionen, was Detailreichtum angeht«, erklärt er.

Fine-Line Scripts von Seb Fury One, Downtown Tattoo, Jena

Downtown Tattoo
Sebastian Heering aka Seb Fury One
Markt 12
07743 Jena
www.sebfuryone.com
F: sebfuryone
IG: sebfuryone
 

Graffiti-Kalligrafie-Mix von Dustin Tattooism

Graffiti-Kalligrafie »Heli Yu Long Chang Dai « von Dustin Levi, Atelier Klammheimlich, Hamburg

Von Fat-Cap- bis Marker-Style, von Spitzzug- bis Bandzugfeder: Dustin Tattooism spielt mit den unterschiedlichen Schriftbildern aus Graffiti und Kalligrafie. Typisch ist, dass er sich selbst bei einem mehrteiligen Lettering nicht auf einen Stil festlegt. An erster Stelle stehen für ihn »Dynamik, Design, Aufbau und das Gesamtbild«. Lesbarkeit spielt für ihn eine untergeordnete Rolle, aber prinzipiell empfiehlt er zugunsten einer ansprechenden Gestaltung, die Aussage kurz zu halten. Ein ganzer Songtext eigne sich als Tattoo nicht, besser sei die Reduktion auf wenige Worte mit Kernaussage. Auch die Wirkung von Schrifttypen sollte beachtet werden: Für filigrane, kleine Schriftzüge bevorzugt er schlichte, wie mit einem dünnen Marker gezogene Schreibschriften, »ab einer gewissen Größe kann man mehr Variationen und Details einbauen oder die Buchstaben im Negativ darstellen, indem man drumherum schattiert«.

Graffiti-Kalligrafie von Dustin Levi, Atelier Klammheimlich, Hamburg

Atelier Klammheimlich Privatstudio
Dustin Tattooism
Hamburg
IG: dustin_tattooism
 

Düstere Wortbilder von Felix Seele

Düsteres Wort-Bilder »Fuck You« von Felix Seele, Der Grimm, Berlin

Mehr wie ein Bild als ein Wort wirken die Letterings von Felix Seele, mit denen er ganze Körperpartien gestaltet. Bei seinen auf Symmetrie ausgerichteten Wort-Bildern, die Ähnlichkeiten mit Black-Metal-Schriften haben, verzichtet er auf die Lesbarkeit zugunsten der visuellen Wirkung des Gesamtbildes am Körper. Der Flow ist Felix wichtig, die Tattoos sollen cool aussehen, und der »dirty look« mit ausgefransten Buchstaben, Farbklecksen und roughen Schattierungen ist ausdrücklich gewünscht. »Für Linien, Fillings und Schattierungen nutze ich teilweise drei verschiedene Schwarztöne«, erklärt er. Mainstream-Kunden, die den Namen der Tochter haben wollen, zählen nicht zur Stammkundschaft. Felix’ Letterings sind eher etwas für Menschen, die weniger über die inhaltliche Botschaft als über die Wirkung ihrer Tattoos mit der Umwelt kommunizieren möchten. 

Düstere Wort-Bilder von Felix Seele, Der Grimm, Berlin

Der Grimm
Felix Seele
Wichertstraße 51A
10439 Berlin
F: felix.seele
IG: youngheartedtattoo
 

Tags mit kalligrafischen Einflüssen von Julian Hets

Lettering-Tag »Das was du jetzt bist ist nicht das was du für Immer sein wirst« von Julian Hets, Tierstimme Tattrig, Hamburg

Wie viele Lettering-Spezialisten kam Julian Hets vom Graffiti zum Lettering-Tätowieren. Seine Bandbreite der stilistischen Umsetzung von Schrift ist groß, mit dem Etikett »Tags mit kalligrafischen Einflüssen« kann er allerdings unter Vorbehalt leben. »Am liebsten tätowiere ich frei meinen eigenen Stil«, erklärt er. Lesbarkeit ist für seine Arbeit nur dann relevant, wenn der Kunde sie absolut wünscht, ansonsten sind der Flow der Schrift auf der Haut und die Haltbarkeit für ihn die wichtigen Kriterien. »Wenn es etwas Kleineres sein soll, finde ich Scripts schön, Handschriften – alles, was in einem Strich geschrieben werden kann. Wenn ich größer arbeiten kann, mag ich Tags genauso wie aufwendige Styles, bei denen richtig was los ist.« Der Hamburger sieht kein Problem darin, lange Texte auf der Haut stimmig umzusetzen – vorausgesetzt, er hat genug Platz, damit das Tattoo wirkt und hält.

Tags mit kalligrafischen Einflüssen von Julian Hets, Tierstimme Tattrig, Hamburg

Tigerstyle Tattooing
Julian Hets
Detlev-Bremer-Straße 15
20359 Hamburg
IG: julian_hets
www.julian-hets-tattoo.de
 

Ghetto-Style von Matteo Rocco 

Ghetto-Style-Lettering »Stay Humble Huzzle Hard« von Matteo Rocco, Pottboiz Electric Tattoo, Essen

Die Wurzeln der Letterings von Matteo Rocco aka teostray liegen in den Tags der Hispano-Gangs von Los Angeles, mit denen diese ihr Revier abstecken. Gebrochene Schriften bilden neben den als »Scripts« bezeichneten Handschriften die typografische Grundlage. Matteo tätowiert seit 2011, seit fünf Jahren befasst er sich mit Letterings, zudem sticht er Black-and-Grey-Tätowierungen. Ihren eigenen Twist bekommen seine Letterings durch Verzierungen. Seine kreativen Hilfsmittel sind aber auch wie Farbspritzer wirkende Punkte und die »künstliche Alterung« der Buchstaben (abgebrochene Ecken, Risse, Aufbrüche etc.), die den Letterings einen derben bis wilden Charakter verleihen. Auch verzichtet Matteo zugunsten des Aussehens auf die Lesbarkeit. Mit dieser künstlerischen Freiheit vergrößert er auch seinen Spielraum, das Lettering an die Körperstelle anzupassen.

Ghetto-Style-Lettering »Stay Humble Huzzle Hard« von Matteo Rocco, Pottboiz Electric Tattoo, Essen

Pottboiz Electric Tattoo
Matteo Rocco aka Teostray
Altenessener Str. 8
45141 Essen
F: matteo.rocco.50
IG: teostray
 

Textmarker-Feeling von Stefan Güntzel

Textmarker-Tattoo »Cry Later« von Stefan Güntzel, SG-Tattoo Studio, St. Gallen

Wie bei vielen Lettering-Spezialisten liegen auch bei Stefan Güntzel die Wurzeln im Graffiti. Legt er bei den Schreibschrifttattoos Wert auf Lesbarkeit des Letterings, gönnt er sich bei Tags mehr Freiheit, genauso wie bei seinen Tätowierungen mit »Textmarker-Feeling«. Das Ergebnis dieser Technik wirkt, als ob er die Tattoomaschine wie einen Stift ohne abzusetzen über die Haut zieht. Ganz bewusst provoziert er, dass man jede Nadellinie sieht und entsprechend auch die Lücken dazwischen, genauso wie Überschneidungen von Linien. »Diese direkt mit ’ner Magnum-Nadel gestochenen Handstyle-Sachen transportieren den Style eines echten Tags von der Straße am besten auf die Haut. Ein Marker deckt an der Wand auch nicht immer genau gleich«, erklärt Stefan. »Aber ich mag auch saftige, voll schwarze Tags oder Fat-Cap-Sachen, die ganz anders aufgebaut werden.«

Textmarker-Feeling von Stefan Güntzel, SG-Tattoo Studio, St. Gallen

SG-Tattoo Studio
Stefan Güntzel
Lämmlisbrunnenstr. 16
CH-9000 St.Gallen
info@sgtattoo.ch
www.sgtattoo.ch
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Stand:17 January 2019 01:44:33/szene/lettering-special+schrift-spezialisten+fuer+letterings_18918.html