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Kochbuchautorin Erika Frost

19.04.2018  |  Text: Dirk-Boris Rödel  |   Bilder: Angelica Zander / Herba Press
Kochbuchautorin Erika Frost Kochbuchautorin Erika Frost Kochbuchautorin Erika Frost Kochbuchautorin Erika Frost Kochbuchautorin Erika Frost Kochbuchautorin Erika Frost Kochbuchautorin Erika Frost
Kochbuchautorin Erika Frost
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Wer würde erwarten, dass am Anfang der Geschichte von einer veganen Köchin und ihrer Rezeptsammlung eine lange Seereise steht? Im Fall der Kochbuchautorin Erika Frost war es so, sie reiste übers Meer in ein veganes Leben
Erika Frosts Abenteuer begann mit einem waschechten Kapitän. »Er kam oft in die Bar, in der ich damals arbeitete, und fragte mich immer wieder, ob ich nicht auf seinem Schiff mitfahren wollte. Ein Segelschulschiff mit 44 Jugendlichen und 11 Offizieren an Bord. Ich habe immer und immer wieder abgelehnt.« Doch der Kapitän war beharrlich und als er wieder einmal in der Bar war und nachbohrte, hatte er den richtigen Zeitpunkt erwischt. An diesem Tag, als Erika nach einer Beziehung das Gefühl hatte, es sei Zeit für etwas Neues in ihrem Leben, sagte sie zu. Sie bekam einen Job als zweite Köchin und war zudem für die Krankenversorgung an Bord zuständig. »Ich habe an Bord viel gelernt; über Respekt, darüber, Fehler zu machen und sich zu entschuldigen, durchzuhalten, wenn man einfach nur wegrennen will – oder auch einfach, wie man bei vollem Seegang Essen kocht.«

Zehn Wochen sollte ihre Reise von Santo Domingo in der Dominikanischen Republik nach Ostende in Belgien dauern – aber am Ende wurden aus zehn Wochen sechs Jahre auf See! Erika erlebte, wie sie sich in dieser Zeit veränderte: »Während der ersten Reise auf unserem Schiff, der Gunilla, wurde ich zur Vegetarierin, aber aß noch Ei- und Milchprodukte.« Erst auf einer späteren Reise auf der MS Stockholm tat Erika den nächsten Schritt und verbannte alle tierischen Produkte von ihrem Speiseplan.

Lange war Erika auf See – von wo sie sich einige Tattoos mitbrachte –, jetzt lebt die Schwedin ihre Liebe zu Natur und gutem Essen auf ihrem Hof in Schmaland aus. Ihr Backpiece hatte sie sich bereits mit 22 Jahren stechen lassen

Doch die Erkenntnis, sich tierlos zu ernähren, war neben den vielen Erlebnissen und Eindrücken, die Erika auf See gesammelt hatte, nicht das Einzige, was sie mitbrachte: Sie hatte unterwegs auch ihre Seelenverwandte getroffen, die Köchin Lill-Britt. »Ich muss zugeben, dass ich mir am Anfang eine ›Küchentante‹ mit Haarnetz und weißen Pantoffeln vorgestellt hatte, die fades Essen kocht«, gesteht Erika lachend, doch Lill-Britt war alles andere als ein langweiliges Mütterchen: »Ab dem Moment, in dem wir uns trafen, waren wir unzertrennlich!«, beschreibt Erika die Begegnung. Beiden war klar, dass sie nach der Zeit auf dem Meer ein Haus kaufen und zusammenziehen müssten, und es wird aus Erikas Erzählungen deutlich, dass ihre jeweiligen Partner diese Erkenntnis eher präsentiert bekamen, als tatsächlich ein Mitspracherecht zu haben. Interessanterweise suchten sich die beiden erst ein großes, altes Bauernhaus, bevor sie überhaupt wussten, was sie damit machen wollten. Eine Glasbläserei, eine Bäckerei, ein Einrichtungsladen oder sogar ein Kinderheim – die rika Frosts Abenteuer begann mit einem waschechten Kapitän. »Er kam oft in die Bar, in der ich damals arbeitete, und fragte mich immer wieder, ob ich nicht auf seinem Schiff mitfahren wollte. Ein Segelschulschiff mit 44 Jugendlichen und 11 Offizieren an Bord. Ich habe immer und immer wieder abgelehnt.« Doch der Kapitän war beharrlich und als er wieder einmal in der Bar war und nachbohrte, hatte er den richtigen Zeitpunkt erwischt. An diesem Tag, als Erika nach einer Beziehung das Gefühl hatte, es sei Zeit für etwas Neues in ihrem Leben, sagte sie zu. Sie bekam einen Job als zweite Köchin und war zudem für die Krankenversorgung an Bord zuständig. »Ich habe an Bord viel gelernt; über Respekt, darüber, Fehler zu machen und sich zu entschuldigen, durchzuhalten, wenn man einfach nur wegrennen will – oder auch einfach, wie man bei vollem Seegang Essen kocht.«

Lange war Erika auf See – von wo sie sich einige Tattoos mitbrachte –, jetzt lebt die Schwedin ihre Liebe zu Natur und gutem Essen auf ihrem Hof in Schmaland aus. Ihr Backpiece hatte sie sich bereits mit 22 Jahren stechen lassen

Zehn Wochen sollte ihre Reise von Santo Domingo in der Dominikanischen Republik nach Ostende in Belgien dauern – aber am Ende wurden aus zehn Wochen sechs Jahre auf See! Erika erlebte, wie sie sich in dieser Zeit veränderte: »Während der ersten Reise auf unserem Schiff, der Gunilla, wurde ich zur Vegetarierin, aber aß noch Ei- und Milchprodukte.« Erst auf einer späteren Reise auf der MS Stockholm tat Erika den nächsten Schritt und verbannte alle tierischen Produkte von ihrem Speiseplan. Doch die Erkenntnis, sich tierlos zu ernähren, war neben den vielen Erlebnissen und Eindrücken, die Erika auf See gesammelt hatte, nicht das Einzige, was sie mitbrachte: Sie hatte unterwegs auch ihre Seelenverwandte getroffen, die Köchin Lill-Britt. »Ich muss zugeben, dass ich mir am Anfang eine ›Küchentante‹ mit Haarnetz und weißen Pantoffeln vorgestellt hatte, die fades Essen kocht«, gesteht Erika lachend, doch Lill-Britt war alles andere als ein langweiliges Mütterchen: »Ab dem Moment, in dem wir uns trafen, waren wir unzertrennlich!«, beschreibt Erika die Begegnung. Beiden war klar, dass sie nach der Zeit auf dem Meer ein Haus kaufen und zusammenziehen müssten, und es wird aus Erikas Erzählungen deutlich, dass ihre jeweiligen Partner diese Erkenntnis eher präsentiert bekamen, als tatsächlich ein Mitspracherecht zu haben. Interessanterweise suchten sich die beiden erst ein großes, altes Bauernhaus, bevor sie überhaupt wussten, was sie damit machen wollten. Eine Glasbläserei, eine Bäckerei, ein Einrichtungsladen oder sogar ein Kinderheim – die Erika Frosts Abenteuer begann mit einem waschechten Kapitän. »Er kam oft in die Bar, in der ich damals arbeitete, und fragte mich immer wieder, ob ich nicht auf seinem Schiff mitfahren wollte. Ein Segelschulschiff mit 44 Jugendlichen und 11 Offizieren an Bord. Ich habe immer und immer wieder abgelehnt.« Doch der Kapitän war beharrlich und als er wieder einmal in der Bar war und nachbohrte, hatte er den richtigen Zeitpunkt erwischt. An diesem Tag, als Erika nach einer Beziehung das Gefühl hatte, es sei Zeit für etwas Neues in ihrem Leben, sagte sie zu. Sie bekam einen Job als zweite Köchin und war zudem für die Krankenversorgung an Bord zuständig. »Ich habe an Bord viel gelernt; über Respekt, darüber, Fehler zu machen und sich zu entschuldigen, durchzuhalten, wenn man einfach nur wegrennen will – oder auch einfach, wie man bei vollem Seegang Essen kocht.«

Lange war Erika auf See – von wo sie sich einige Tattoos mitbrachte –, jetzt lebt die Schwedin ihre Liebe zu Natur und gutem Essen auf ihrem Hof in Schmaland aus. Ihr Backpiece hatte sie sich bereits mit 22 Jahren stechen lassen

Zehn Wochen sollte ihre Reise von Santo Domingo in der Dominikanischen Republik nach Ostende in Belgien dauern – aber am Ende wurden aus zehn Wochen sechs Jahre auf See! Erika erlebte, wie sie sich in dieser Zeit veränderte: »Während der ersten Reise auf unserem Schiff, der Gunilla, wurde ich zur Vegetarierin, aber aß noch Ei- und Milchprodukte.« Erst auf einer späteren Reise auf der MS Stockholm tat Erika den nächsten Schritt und verbannte alle tierischen Produkte von ihrem Speiseplan. Doch die Erkenntnis, sich tierlos zu ernähren, war neben den vielen Erlebnissen und Eindrücken, die Erika auf See gesammelt hatte, nicht das Einzige, was sie mitbrachte: Sie hatte unterwegs auch ihre Seelenverwandte getroffen, die Köchin Lill-Britt. »Ich muss zugeben, dass ich mir am Anfang eine ›Küchentante‹ mit Haarnetz und weißen Pantoffeln vorgestellt hatte, die fades Essen kocht«, gesteht Erika lachend, doch Lill-Britt war alles andere als ein langweiliges Mütterchen: »Ab dem Moment, in dem wir uns trafen, waren wir unzertrennlich!«, beschreibt Erika die Begegnung. Beiden war klar, dass sie nach der Zeit auf dem Meer ein Haus kaufen und zusammenziehen müssten, und es wird aus Erikas Erzählungen deutlich, dass ihre jeweiligen Partner diese Erkenntnis eher präsentiert bekamen, als tatsächlich ein Mitspracherecht zu haben. Interessanterweise suchten sich die beiden erst ein großes, altes Bauernhaus, bevor sie überhaupt wussten, was sie damit machen wollten. Eine Glasbläserei, eine Bäckerei, ein Einrichtungsladen oder sogar ein Kinderheim – die Ideen hätten kaum vielfältiger sein können. Aber ganz egal, was es werden sollte – beide dachten: Auf alle Fälle müsse man Gästen Kaffee anbieten. Von da war der Schritt zum »Open New Doors«-Hofcafé in Tokebo im schwedischen Småland nicht mehr weit. Inzwischen gibt es von Erika auch ein veganes Restaurant in Göteborg. Außerdem veröffentlichte sie ihre Lieblingsrezepte mittlerweile im Kochbuch »Vegan mit Genuss und Liebe«. Der Titel nimmt Bezug auf Erikas Überzeugung, dass es bei Essen in erster Linie um Genuss geht.

Lange war Erika auf See – von wo sie sich einige Tattoos mitbrachte –, jetzt lebt die Schwedin ihre Liebe zu Natur und gutem Essen auf ihrem Hof in Schmaland aus. Ihr Backpiece hatte sie sich bereits mit 22 Jahren stechen lassen

Der Wandel von der Omnivorin zur Veganerin brachte für Erika von Anfang an positive Ergebnisse: »Ich hab das ja mit einem Übergang von vier, fünf Jahren vollzogen, in denen ich zunächst vegetarisch lebte, bevor ich mich dann vegan ernährte. Die Resultate: Meine Akne verschwand, ich hatte viel mehr Energie, fühlte mich leichter und befreit.« Die Tatsache, dass sie an Bord des Schiffes für die Gesundheit der Crew zuständig war, trug ebenfalls zu ihrer Entscheidung gegen den Konsum tierischer Produkte bei: »Man kann definitiv von falscher Ernährung krank werden, das reicht von Mangelerkrankungen bis zu Fettleibigkeit.«

Das Wort »vegan« dürfe man aber nicht automatisch mit »gesund« gleichsetzen: »Es gibt veganes Junkfood und das Problem ist auch damit, dass man immer mehr davon will, je mehr man davon isst.« Für diesen Sucht-Effekt macht sie raffinierten Zucker, Salz und Fett verantwortlich, was auch in veganen Produkten enthalten sein kann.

In ihren Rezepten hingegen vermeidet die Schwedin diese Zutaten so weit wie möglich. Auch Gluten findet der Leser in Erikas Rezepten nicht. »Für den Durchschnittsmenschen ist die Vermeidung von Gluten nicht so wichtig, es schadet den meisten nicht, aber die Getreidearten, die wir heute konsumieren, sind im Vergleich zu älteren Getreiden sehr nährstoffarm und haben viele ihrer positiven Eigenschaften verloren. Ich selbst esse auch Nahrungsmittel mit Gluten, aber weiche eher auf alte Getreidearten, Vollkorn und Sauerteig aus.«

Die Gewöhnung des Menschen an industriell gefertigte Speisen lasse natürliches Essen zwar zunächst fad erscheinen und tatsächlich dauere es eine Weile, bis sich der Geschmack umstelle. »Aber es lohnt sich!«

Lange war Erika auf See – von wo sie sich einige Tattoos mitbrachte –, jetzt lebt die Schwedin ihre Liebe zu Natur und gutem Essen auf ihrem Hof in Schmaland aus. Ihr Backpiece hatte sie sich bereits mit 22 Jahren stechen lassen

Doch die innige Freundschaft mit ihrer Partnerin Lill-Britt, der vegane Lebensstil und die Idee zu einem veganen Café und Restaurant sind noch nicht alle Veränderungen, die die lange Reise bei Erika hinterlassen hat: Einige Veränderungen kann man ihr direkt von der Haut ablesen. Der Anker am Unterarm ist tatsächlich während ihrer Zeit auf dem Schiff entstanden. »Anfangs wollte ich mir wirklich in jedem Hafen, wo wir vor Anker lagen, ein Tattoo stechen lassen – aber das wurden innerhalb kürzester Zeit einfach so viele Häfen, dass ich meinen Plan änderte und mich mit einem Tattoo pro Seereise begnügen musste.« Wie es sich für einen Seebären – pardon, eine Seebärin – gehört, sind die meisten Tattoos im traditionellen westlichen und japanischen Stil gehalten.

Da Erika eine – wie sie selbst sagt – sehr spirituelle Person ist, Yoga ausübt und sich natürlich ernährt, gerät man schnell in die Klischeefalle, ihren Tattoos einen esoterischen Background zu unterstellen. Aber: »Keines meiner Tattoos ist auch nur im Geringsten spirituell.« Nicht einmal der Drache auf ihrem Rücken hat eine tiefe Bedeutung: »Den hab ich mir mit 22 Jahren von Kalle Södergren vom All Gold Tattoo in Gothenburg stechen lassen, einfach weil ich immer schon ein großes Backpiece haben wollte.« Ihr erstes Tattoo hatte sich Erika übrigens schon mit 14 stechen lassen – einen Wassertropfen unter ihrem Bauchnabel. Und der war bei ihrer Entwicklung auf See ja dann doch schon beinahe prophetisch.

Bananenbrot à la Texas-Pekan
Zutaten für ein Brot:
4–5 kleine überreife Bananen
2 EL Kokosöl und extra Öl zum Einpinseln
200 g Buchweizenmehl
50–100 ml Ahornsirup (je nachdem, wie süß das Brot sein soll)
70 g grob gehackte Pekannüsse und einige ganze Nüsse zum Darüberstreuen
2 TL Backpulver
1 TL gemahlene Vanille

Und so geht’s:
Den Ofen auf 200 °C aufheizen. Das Öl im Wasserbad schmelzen. Eine längliche Brotform mit dem Öl einpinseln. Die Bananen pürieren und den Brei in eine Schüssel geben. Die übrigen Zutaten unterrühren und die Form auffüllen. Einige ganze Nüsse darübergeben und 45 bis 55 Minuten backen. Abkühlen lassen, bevor Sie das Brot anschneiden.

Bananenbrot à la Texas-Pekan, entnommen aus Erika Frosts Kochbuch

Das Rezept ist entnommen aus Erika Frosts Kochbuch
»Vegan mit Genuss und Liebe«
192 Seiten, gebunden
Herba Verlag
ISBN: 978-3-946245-04-9
29,90 €

Erika Frosts Kochbuch »Vegan mit Genuss und Liebe«
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Stand:24 April 2019 18:33:22/szene/kochbuchautorin+erika+frost+_18319.html