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Feel The Breeze - Metal, Tattoos und Bier in Dinkelsbühl

30.09.2016  |  Text: Boris Erbrecht  |   Bilder: Andreas Bradt
Feel The Breeze - Metal, Tattoos und Bier in Dinkelsbühl Feel The Breeze - Metal, Tattoos und Bier in Dinkelsbühl Feel The Breeze - Metal, Tattoos und Bier in Dinkelsbühl Feel The Breeze - Metal, Tattoos und Bier in Dinkelsbühl Feel The Breeze - Metal, Tattoos und Bier in Dinkelsbühl Feel The Breeze - Metal, Tattoos und Bier in Dinkelsbühl Feel The Breeze - Metal, Tattoos und Bier in Dinkelsbühl Feel The Breeze - Metal, Tattoos und Bier in Dinkelsbühl Feel The Breeze - Metal, Tattoos und Bier in Dinkelsbühl Feel The Breeze - Metal, Tattoos und Bier in Dinkelsbühl Feel The Breeze - Metal, Tattoos und Bier in Dinkelsbühl Feel The Breeze - Metal, Tattoos und Bier in Dinkelsbühl Feel The Breeze - Metal, Tattoos und Bier in Dinkelsbühl Feel The Breeze - Metal, Tattoos und Bier in Dinkelsbühl Feel The Breeze - Metal, Tattoos und Bier in Dinkelsbühl Feel The Breeze - Metal, Tattoos und Bier in Dinkelsbühl Feel The Breeze - Metal, Tattoos und Bier in Dinkelsbühl Feel The Breeze - Metal, Tattoos und Bier in Dinkelsbühl Feel The Breeze - Metal, Tattoos und Bier in Dinkelsbühl Feel The Breeze - Metal, Tattoos und Bier in Dinkelsbühl Feel The Breeze - Metal, Tattoos und Bier in Dinkelsbühl Feel The Breeze - Metal, Tattoos und Bier in Dinkelsbühl
Feel The Breeze - Metal, Tattoos und Bier in Dinkelsbühl
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Mitte August gehts für Metal-Fans ab in den Süden, wenn das Summer Breeze Open Air in Dinkelsbühl vier Tage lang die bayerische Erde und die Herzen der Metaller beben lässt.
Seit fast zwei Jahrzehnten kann man sich beim Summer Breeze Open Air auf eines verlassen: Hier tobt der Metal! Die Besucher wissen, was sie erwartet, und die jährlichen Neuerungen sind nicht zu extrem, um für Irritationen zu sorgen. Im Gegenteil. So durften die Besucher in diesem Jahr schon am Dienstag auf die Zeltplätze, ehe dann am Mittwochnachmittag standesgemäß die lokale Illenschwanger Blaskapelle das Festival auf der Camel-Stage eröffnete.

Wohin man schaut: glückliche Menschen.
 
Auch wir nutzten die Gelegenheit und reisten etwas früher an, um uns einen besseren Eindruck vom Festivalgelände zu machen. Auf den Zeltplätzen gab es auch in diesem Jahr jede Menge Kreativität unter den Festivalbesuchern zu bewundern. Angefangen beim Weihnachtsbaum mit Gartenzaun bis hin zur kompletten Wohnzimmereinrichtung inklusive Super Nintendo. 

Frohes Fest !Die Zeltplatzbewohner machen es sich gemütlich.
 
Eine weitere Neuerung war der Campsite Circus, eine vierte Zirkuszeltbühne zwischen Campingplatz und Haupteingang. Hier gab es unter anderem jeden Abend Live-Karaoke mit der New Yorker Glam-Rock-Band Tragedy und auch unseren Most-Metal-Tattoo-Contest, der am Samstagabend stattfand.

Der Donnerstag startete mit grandiosem Festivalwetter und für Deutschrockfans mit einem ordentlichen Toxpack-Frühstück, gefolgt von einem Ohrenfeindt-Dessert. Besonders gespannt war ich auf Emmure, deren Frontmann mit komplett neuer Mannschaft auf der Main-Stage antrat. Leider glänzte Frankie Palmeri eher durch affiges Gehampel und unsympathische Worte, als mit einer guten Gesangsleistung – das war leider nichts. Zum Glück bot das Breeze auch noch über einhundert andere Bands. Eine Neuentdeckung für mich war die deutsche Thrash-Formation Stallion, deren Sänger wie eine Mischung aus Rudi Völler und Bret Michaels daherkam. Zwischenzeitlich spielten auf der Pain-Stage noch Asking Alexandria, die an diesem frühen Abend den besten und fettesten Sound boten, den ich jemals auf einem Festival erlebt habe.

Dennis Stoff von Asking Alexandria weiß, wie man junge Mädels zum Schreien bringt.
 
Am Abend stand dann aber alles im Zeichen der klassischen Rockmusik. Zuerst bei den heißen Newcomern The New Roses, die unter anderem schon einen Song zur US-Biker-Serie Sons of Anarchy beisteuerten, und dann beim ersten Headliner auf der Hauptbühne – Airbourne. Eine Rockshow wie aus dem Bilderbuch mit einem völlig durchgedrehten und irren Joel O’Keeffe am Mikro. Dem reichte es nicht, sich ein paar Bierdosen an den Kopf zu hämmern, nein, er musste gleich die Hauptbühne hochklettern, um das Gitarrensolo in schwindelerregender Höhe abzufeuern. Den meisten Zuschauern stockte der Atem. 

Am Freitag klingelte uns der Mittelalter-wecker aus den Zelten – Versengold und Feuerschwanz baten zum Tanz. Nicht so ganz unsere Welt, aber dem Publikum gefiel’s, und das ist die Hauptsache. Sowieso bietet das Summer Breeze für jeden Metal-Fan etwas, egal ob man lieber Punkrock/Hardcore, Trash/Speed-Metal oder eben Mittelalter mag. Kein Schubladen-Denken, gut so! Am Freitag fuhren dann die großen Metal-Namen auf: Arch Enemy, Mastodon und Queensryche. Die große Überraschung: die fast völlig aus dem Rahmen fallenden Coheed and Cambria, die am frühen Abend die T-Stage im Zelt mit ihrer positiven Ausstrahlung und punktgenauer Musikalität zerlegten. Gegen Ende des Tages spielte niemand Geringeres als eine der größten Metal-Bands aller Zeiten – Slayer.

Slayer konnten zwar nicht völlig überzeugen, zeigten den jüngeren Metalbands aber trotzdem, wie man die Wurst vom Brötchen holt.

Diese kamen als Ersatz für Motörhead, deren Frontman Lemmy ja bekanntlich letzten Dezember das Zeitliche gesegnet hat. Slayer machten allerdings nur Dienst nach Vorschrift und spielten relativ emotionslos, ohne wirkliche Show-Highlights, ihr Programm runter. 

Aber das kümmerte uns nicht weiter, wir hatten noch ein bisschen Restpower und Lust auf punkigen Hardcore von H20. Den Jungs merkte man nicht an, dass sie am selben Tag bereits eine Show auf einem anderen Festival gespielt haben, sie drückten ordentlich aufs Gaspedal – geil! 

Hardcore-Punk im Zelt auf der T-Stage: H20.

Danach gab es noch einen zünftigen Gin-Tonic für uns als Absacker und einen kurzen Plausch mit der Band, ehe wir uns Richtung Zelt aufmachten.

Der Samstag startete mit Goitzsche Front – die waren schon ein bisschen gruselig, aber was solls – der Tag hat schließlich noch ein paar Höhepunkte in der Hinterhand. Die erste Band, die uns interessierte, waren Unearth, bis dahin nahmen wir uns noch ein wenig Zeit und schlenderten die kleinen Stände auf dem Gelände ab. Neben den kulinarischen Leckereien wie Handbrot und Pulled Pork gab es auch jede Menge Merchandise. Besonders beeindruckend war der Stand von Bob Moon, der anscheinend die größte Patch- und Pin-Auswahl jenseits der Hölle vorweisen konnte – hier findet jeder einen Patch, ob er möchte oder nicht. Kurz nach siebzehn Uhr machten wir uns dann auf den Weg zum Zirkuszelt, um unseren Tattoo-Contest vorzubereiten, der  um neunzehn Uhr losgehen sollte.

Anschließend folgte die sehnlichst erwartete Show von Steel Panther und wir wurden nicht enttäuscht: Jede Menge dummes Gequatsche, ein Lacher folgte dem nächsten und es gab ohne Ende Brüste zu sehen, vor allen Dingen weibliche, und das vor der Bühne, auf der Bühne und auf der Leinwand – man wusste gar nicht mehr, wohin man schauen sollte. Nicht nur für uns, sondern auch für die meisten Besucher waren Steel Panther der Kracher des diesjährigen Summer Breeze Open Airs. 

Ein ausführliches Interview mit Steel Panther könnt ihr auf unserem Blog auf www.taetowiermagazin.de lesen.

Ein ausführliches Interview mit Steel Panther könnt ihr auf unserem Blog auf www.taetowiermagazin.de/blog lesen.

Nach der Show gönnten wir uns erstmal ein Bier zum Runterkommen, um dann den diesjährigen Headliner zu sehen: Parkway Drive aus Australien. Die gaben sich die größte Mühe, das Publikum mit einer geladenen Show bei Laune zu halten, und siehe da, es funktionierte – trotz des starken Regens. Die Stimmung war bombe und mit den letzten Tönen gab es dann sogar noch ein Feuerwerk zum Abschluss. Was für ein Abgang – was für ein Festival – was für ein Wochenende!

Wir zählen schon jetzt die Tage bis zum Summer Breeze Open Air 2017, denn das 20-jährige Jubiläum verspricht eine fette Party zu werden.

Mehr Metal geht nicht.
 

TätowierMagazin Most Metal Tattoo Contest

Dieses Jahr gab es für uns vom TätowierMagazin ein besonderes Highlight auf dem Summer Breeze, denn wir vergaben zusammen mit den Organisatoren des Festivals zum ersten Mal den Titel »Most Metal Tattoo«. Am Samstagabend konnten sich die Besucher ab achtzehn Uhr an der Campsite-Circus-Bühne anmelden und bereits nach wenigen Minuten hatten wir die maximale Teilnehmerzahl von zweiunddreißig erreicht.

Eine Stunde später betrat dann die fachkundige Jury die Bühne und wurde von Moderator Roman vorgestellt: Gabbo Dubko (Frontmann der Death-Metal-Newcomer-Band Implore), Schmier (Frontmann der Metal-Legende Destruction), Line Hammett (Tätowiererin aus Norwegen mit Sitz in Müllheim), Jagger (Summer-Breeze-Team) und Boris Erbrecht (TätowierMagazin). Gut über eine Stunde lang stellten dann die Bewerber ihre Tattoos der Jury und dem gut gelaunten Publikum vor. Die Jury bewertete mit einem Punktesystem von 1 bis 10 und achtete neben der technischen Umsetzung, der Farbwahl, der Haltbarkeit und der Kreativität besonders auf den »Metal-Faktor«. So konnte nicht nur das klassische Maiden-Eddie-Tattoo punkten, sondern eben auch die Death-Metal-Krumpy-Cat.

Die niedliche Death-Metal-Grumpy-Cat.

Am Ende siegte Tim mit seinem Sleeve, den er der Hardcore-Band Converge gewidmet hat, gestochen von Jessi Manchester aus Hamburg, gefolgt von Tatankas Rückentattoo des Summer-Breeze-2013-Logos aus dem Studio Kaya in Nattheim und auf dem dritten Platz landete Stephanies schönes Iron-Maiden-Cover-Bein von Lukasz aus dem Kosta Tattoo Studio in Gießen.

Tim zeigt zu Recht stolz seinen Converge-Sleeve von Jessi Manchester, mit dem er den Sieg holte.

Für den Sieger Tim gab es ein VIP-Summer-Breeze-Ticket für 2017, einen fetten Pokal, ein TM-Abo und eine TM-Tasche, der zweite Platz erhielt ebenfalls einen Pokal und neben der Tasche und dem Abo ein reguläres Wochenendticket für das Breeze im nächsten Jahr. Der dritte Sieger bekam einen Pokal sowie die Tasche und unser Abo.

Tatanka trägt das Summer-Breeze-Logo 2013 als Backpiece, was ihm den zweiten Platz im Contest sicherte.

Sowohl die Contest-Teilnehmer als auch die Jury hatten sichtlich ihren Spaß und erfreuten sich an dem einzigen Nicht-Musik-Programmpunkt – wir denken, einer Neuauflage zum 20-jährigen Breeze-Jubiläum 2017 dürfte nichts im Wege stehen.

Mastodon – Brann

Brann ist ein angenehmer Gesprächspartner, der uns bereitwillig seine Tattoos zeigte.

Brann Dailor ist Mitbegründer und Schlagzeuger der amerikanischen Progressiv-Metal-Formation Mastodon. Seit dem die Band existiert, tritt Brann zudem mehr und mehr als Sänger in Erscheinung, was für einen Schlagzeuger noch immer recht selten ist, und bringt sich auch in die Songtexte ein.

Mastodon sind neben ihren komplexen, epischen Songs auch für ihre aufwendig gestalteten Album-Artworks sowie ihr qualitativ hochwertiges Merchandise bekannt. Dass alle visuellen Erscheingsformen der Band vom Backdrop bis zum Videoclip von namhaften Künstlern wie Paul Romano, AJ Fosik, Skinner und Chet Zar durchgestaltet werden, ist ebenfalls Brann zu verdanken, der selbst leidenschaftlicher Kunstsammler ist. Auch auf seiner Haut sammelt Brann seit vielen Jahren Kunst, dabei gerne auch Humoristisches und Kurioses wie einen Zombie-Elvis oder CHA-CHA-CHA in großen Lettern über seinem Bauch.

Neue Tattoopläne hat der bekennende Bierfan zurzeit nicht, denn er leidet sehr darunter, den Tattooprozess als immer schmerzhafter zu empfinden. Zudem befinden sich Mastodon nun erstmal im Studio, um den Nachfolger zu dem 2014 erschienenen »Once More ’round the Sun« aufzunehmen – zur großen Freude ihrer Fangemeinde.

Branns neuestes Tattoo, das er neulich unter großen Schmerzen von seinem Freund Pat gestochen bekam.
 

The New Roses – Hardy

Hardy stieg im August 2014 bei The New Roses als Bassist ein und kann sich zumindest über einen Mangel an Autritten nicht beschweren: die Rosen sind fast pausenlos auf Tour.

Hardy live auf der Camel-Stage.

Im Februar dieses Jahres erschien ihre neue CD Dead Man’s Voice, und erntete weltweit großes Lob für den unverfälschten und authentischen Rock, den die Truppe abliefert. Im Herbst sind sie in Deutschland zusammen mit Serum 114 auf ausgedehnter Tour und für Frankreich, Spanien, Schweiz und Großbritannien gibt es auch schon Pläne für Anfang 2017.

1997 ließ sich Hardy von Jochen vom South- West-Tattoo in Mainz sein erstes Tattoo (Sonne auf der Brust) stechen und fand dann relativ schnell Gefallen daran, sich weiter tätowieren zu lassen. Tatsächlich sind alle seine Tattoos von Jochen, bisher durfte noch kein anderer Tätowierer an seine Haut. Aktuell gibt es aber keine Ideen und Pläne weiterzumachen, auch wenn noch ein bisschen Platz auf den Beinen übrig wäre. Sein Lieblingstattoo ist die Kneipenszene auf seinem Rücken, sie steht einfach für den Rock ’n’ Roll, den Hardy mit ganzer Seele lebt.

Sex, Drugs and Rock ’n’ Roll.


 

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Stand:23 April 2019 06:01:33/szene/feel+the+breeze_169.html