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Legendäre Tattoomaschinen und ihre Geschichte

23.10.2015  |  Text: Travelingmic, Heide Heim  |   Bilder: TM-Archiv
Legendäre Tattoomaschinen und ihre Geschichte Legendäre Tattoomaschinen und ihre Geschichte Legendäre Tattoomaschinen und ihre Geschichte Legendäre Tattoomaschinen und ihre Geschichte Legendäre Tattoomaschinen und ihre Geschichte Legendäre Tattoomaschinen und ihre Geschichte
Legendäre Tattoomaschinen und ihre Geschichte
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Gute Tätowiermaschinen waren früher keine Selbstverständlichkeit. Einige legendäre Tätowierer wie George Burchett, William Jones, Micky Sharpz, Sailor Jerry, Ed Hardy, Paul Rogers, Mike »Rollo« Malone verstanden sich darauf, ihr Arbeitsgerät selbst zu bauen oder zu verbessern.
Gute Tätowiermaschinen waren früher keine Selbstverständlichkeit. Einige legendäre Tätowierer wie George Burchett, William Jones, Micky Sharpz, Sailor Jerry, Ed Hardy, Paul Rogers, Mike »Rollo« Malone verstanden sich darauf, ihr Arbeitsgerät selbst zu bauen oder zu verbessern.
 
 
Legendäre Tätowiermaschine: George Burchett und sein Travel-KitGeorge Burchett und sein Travel-Kit
Der britische Tätowierer George Burchett wird oft als »König der Tätowierer und Tätowierer der Könige« betitelt. In der Tat zählte der 1872 geborene Künstler in seiner aktiven Zeit von crica 1890 bis zu seinem Tod 1953 etliche gekrönte Häupter zu seinen Kunden. Bereits im Alter von zwölf Jahren begann Burchett zur See zu fahren und tätowierte später – sogar während beider Weltkriege – in den entferntesten Regionen (so auch in Jerusalem und in Südafrika). Unterwegs hatte er stets dieses Travel-Kit dabei, das Tattoohistoriker Willy Robinson vor einigen Jahren entdeckte. Die bemerkenswerte Lebensgeschichte von George Burchett lässt sich in seiner Autobiografie »Memoirs of a Tattooist« nachlesen. Die Spulen der Maschine wurden damals noch von den Tätowierern selbst gewickelt, und es wurden leicht modifizierte Nähnadeln verwendet.  
 
 
Legendäre Tätowiermaschine: Die »Jonesy«-Tattoomaschine von Les Skuse»Jonesy« Maschine von Les Skuse
Die Jonesy (auch: Jonsey) wurden in den 1940er Jahren von William Jones (1898-1969) entwickelt, der seit 1917 für den legendären Maschinenbauer Charlie Wagner gearbeitet hatte. Wagner hatte sich in den USA bereits 1904 eine Tattoomaschine mit Bronze- oder Stahlrahmen patentieren lassen. Die Jonesy-Maschinen sind eine Weiterentwicklung dieses Patentes und haben einen gegossenen, J-förmigen Rahmen, der ihnen Stabilität und die unübertroffene Ästhetik verleiht. Wer heute an eine Tattoomaschine mit Spulen denkt, stellt sich meistens eine Jonesy vor.  
Die vorliegende Maschine gehörte der englischen Tattoolegende Les Skuse (1912-1973), der 1928 zu tätowieren begann und in den 1950er-Jahren den Bristol Tattoo Club und einige der allerersten Tattooconventions der Welt begründete.
 
 
Legendäre Tätowiermaschine: Die Micky-Sharpz-Tattoomaschine, der Geheimtipp aus Birmingham Micky Sharpz
In den 80er und 90er Jahren war Micky Sharpz’ Adresse und Telefonnummer im englischen Birmingham ein gut gehütetes Geheimnis unter Tätowierern und wurden nur an den Nachwuchs weitergegeben, der es in den Augen der Profis Wert erschien, mit ordentlichem Material zu arbeiten. Leo vom Naked Trust Studio in Salzburg erinnert sich: »In meiner Anfangszeit hatte ich Kontakt zu Bernie Luther, Claus Fuhrman, Siri. Im Jahr 1992 gab mir mein großes Vorbild Bernie die Adresse von Micky Sharpz. Ich rief sofort in England an, berief mich auf Bernie und eine ansonsten verschlossene Tür öffnete sich. Nach einer Führung durch die Werkstatt durch Micky durfte ich meine ersten beiden Maschinen, und was man als Einsteiger sonst noch benötigte, kaufen. Die Maschinen waren nach Vorlage der Paul-Rogers-Maschinen gebaut und solide, zuverlässige Teile und hatten ordentlich ›Bums‹. Die Maschinen der marktbeherrschenden amerikanischen Supplier wie Spaulding & Rogers hatten kleinere Spulen und waren für das amerikanische 110-Volt-System konzipiert. Micky Sharpz war damals das Nonplusultra. Das früheste und bekannteste Model, ist die »Iron Telephone Dial« – der Rahmen mit seinen Löchern sieht aus wie eine altmodische Telefonwählscheibe. Noch heute ist das Rahmendesign im Programm.«
 
 
Legendäre Tätowiermaschine: Die Sputnik, das Arbeitsgerät im russischen KnastSputnik: Russian Prison Style
Wer sich wirklich tätowieren (lassen) will, nimmt dafür, was er in die Finger bekommen kann. In der Sowjetunion gab es vor allem in den Arbeitslagern und Gefängnissen eine riesige Nachfrage an Tattoos. Das war natürlich streng verboten und richtiges Equipment gab es sowieso nicht. Also wurde improvisiert: Ein von Hand per Federmechanismus aufziehbarer Rasierapparat der Firma Sputnik wurde mit einer außen liegenden Nadel (aus einer angespitzen Gitarrenseite) versehen. Nun noch Tinte aus verbrannten Schuhsohlen, Urin oder Milch gemixt, und auch im Gulag konnte fleißig tätowiert werden. Selbst nach dem Ende der Sowjetunion wurde mit diesen Tools noch vereinzelt gearbeitet, wie der renommierte russische Tätowierer George Bardadim erzählt. Die hier abgebildete Sputnik stammt aus »Willy Robinson’s Tattoo Museum« und wurde 1995 ursprünglich anlässlich der Tattooconvention Moskau vom weißrussischen Tätowierer Edward Yakutsevich (Spirit of Dragon) an das Hamburger Original Tattoo Theo verschenkt.
 
 
 
Legendäre Tätowiermaschine: Mit dieser Tattoo-Maschine arbeitete Sailor Jerry , Paul Rogers und Ed Hardy.Die berühmten »Drei« und die Bulldog
»Die Maschinen wurden gebaut, um schöne Tattoos zu machen, und nicht, um in einer Vitrine zu verstauben!« Legendäre Worte, mit denen Ed Hardy 1999 diese Maschinen an den Tätowierer Alex Wegner übergab. Ab und an benutzt Alex sie heute noch, was so manchem Sammler schwer fallen würde, denn sie gingen durch die Hände von drei Männern, die Tattoogeschichte geschrieben haben: Die Maschinen waren bereits bei Sailor Jerry im Einsatz (die Maschine trägt eine Gravur »1960«), der die Bulldog-Rahmen aus Australien bezog. Von Paul Rogers wurde sie umgebaut und veredelt (eine zweite Gravur weist auf das Jahr 1978 hin), später gingen sie in den Besitz von Ed Hardy über, der damit jahrelang arbeitete.
»Paul Rogers hat eigene Maschinen gebaut, aber auch sehr viele Maschinen anderer Hersteller umgebaut. Sailor Jerry war – wie ich – Tätowierer, aber kein Maschinenbauer, zumindest kein guter. Wegen ihrer Qualität berühmt wurden die Maschinen erst durch Paul Rogers«, stellt Alex fest. »Die Spulenmaschinen im Bulldog-Rahmen stellen eine sehr sanfte, aber gleichmäßige Kraft bereit. Bei anderen Maschinen hat man manchmal den Eindruck, dass sie regelrecht ackern müssen – nicht so bei diesen von Rogers überarbeiteten Maschinen. Es passiert alles scheinbar mühelos, einfach wunderbar«, schwärmt der Ehninger Tätowierer und Sammler.
 
 
Legendäre Tätowiermaschine: Die Rollomatic von Mike »Rollo« Malone, dem kongenialen Weggefährten von Sailor Jerry und Ed Hardy.Die Rollomatic von Mike »Rollo« Malone
Mike »Rollo« Malone (1942-2007), der Erbauer der »Rollomatic«-Tätowiermaschine, prägte einen wesentlichen Teil der US-amerikanischen Tattoogeschichte. Sein Leben ist verbunden mit den ganz großen Namen: Wegbegleiter waren Zeke Owens, Don Ed Hardy (1945-) und Sailor Jerry Collins (1911-1973). Nach Sailor Jerrys Tod kaufte Mike Malone dessen Studio in Honolulu mitsamt seinen Flashes und Maschinen. Mike Malone tätowierte dort bis ins Jahr 2001. Ein weiterer Weggefährte war der Tätowierer und begnadete Maschinenbauer Paul Rogers (1905-1990), der ab 1956 zusammen mit Huck Spaulding den Versandhandel für Tattoo-Equipment »Spaulding & Rogers« aufbaute. Wie auch schon von Sailor Jerry Collins, lernte Rollo von Rogers Tricks und Kniffe des Maschinenbaus.
Eine dieser unter Tätowierern begehrten Maschinen mit dem hufeisenförmigen Rahmen können die Kunden von Werner Businger in seinem Studio in Chur betrachten. »Für mich hat diese Maschine einen hohen ideellen Wert. Ich habe sie in meinem Laden in einen Schaukasten gesetzt, um diesen genialen Tätowierer zu ehren. Die ›Rollomatic‹ zählt für mich auch optisch zu meinen Lieblingsmaschinen.« Das Bild im Hintergrund des Schaukastens zeigt übrigens nicht Mike Malone. »Es soll lediglich die Stimmung von früher zeigen«, betont Werner.


 
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Stand:24 April 2019 18:29:08/szene/die+tattoomaschinen+von+legendaeren+taetowierern_1510.html