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Die Razzouks: Tätowierer seit 700 Jahren

30.01.2015  |  Text: Lars Krutak  |   Bilder: Lars Krutak
Die Razzouks: Tätowierer seit 700 Jahren Die Razzouks: Tätowierer seit 700 Jahren Die Razzouks: Tätowierer seit 700 Jahren Die Razzouks: Tätowierer seit 700 Jahren Die Razzouks: Tätowierer seit 700 Jahren Die Razzouks: Tätowierer seit 700 Jahren
Die Razzouks: Tätowierer seit 700 Jahren
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Seit vielen Generationen tätowiert die Familie Razzouk christliche Pilgertattoos in Jerusalem. Wallfahrer lassen sich zur Bestätigung ihres Glaubens auch heute noch tätowieren.


Auf 700 Jahre Tattoo-Tradition kann die aus Ägypten stammende Familie Razzouk zurückblicken. Einer ihrer Vorfahren, der koptische Priester Jersuis, zog mit der Familie im 18. Jahrhundert in die Region Palästina, um gegen 1750 seine neue Heimat in Jerusalem zu finden. Im Gepäck hatten sie das Wissen ums Tätowieren der christlichen Symbole, eine Tradition, die bis heute von einer Generation zur nächsten weitergegeben wird.
 
 
Wassim Razzouk hat einer Kollegin, der Tattookünstlerin  Yasmine Bergner aus Tel Aviv, eine Kirche als Zeichen der Dreifaltigkeit gestochen.
Wassim Razzouk eröffnete das neue Studio im christlichen Viertel der Jerusalemer Altstadt. Dort befinden sich nicht nur zahlreiche, dem Christentum heilige Orte, sondern auch viele Andenkenläden.(l) Wassim Razzouk führt die Familientradition fort. (r) Das neue Studio der Razzouks befindet sich jetzt wieder im christlichen Viertel der Jerusalemer Altstadt. Dort befinden sich nicht nur zahlreiche, dem Christentum heilige Orte, sondern auch viele Andenkenläden.


Wallfahrten nach Jerusalem
Unter anderem aus Armenien, Syrien oder Äthiopien machen sich die Christen auf, um nach Jerusalem, ins Heilige Land zu wallfahren. Mitglieder christlicher Kirchen, die in ihren Heimatländern meist eine Minderheit darstellen, suchen die Grabeskirche in der Altstadt Jerusalems und andere biblische Stätten auf und lassen sich zur Bestätigung ihres Glaubens und als Erinnerung an ihre Reise meist ein kleines Kreuz auf die Innenseite des Handgelenks stechen. Vor Ort funktionierte dieses früher wie eine Eintrittskarte, die den ungehinderten Zugang zu Kirchen oder religiösen Plätzen möglich machte.
 
Motivstempel aus dem 18. Jahrhundert. Die geschnitzten Stempel dienten nicht nur als Vorlage für die Motivwahl, sondern vor allem waren sie das Stencil für die  Tätowierungen.
(l) Jacoub Razzouk tätowiert einen Jacoub Razzouk tätowiert einen Jacoub Razzouk tätowiert einen koptischen Jungen aus dem Libanon, das Foto entstand um 1950.koptischen Jungen aus dem Libanon, das Foto entstand um 1950.koptischen Jungen aus dem Libanon, das Foto entstand um 1950. (r) Motivstempel aus dem 18. Jahrhundert. Die geschnitzten Stempel dienten nicht nur als Vorlage für die Motivwahl, sondern vor allem waren sie das Stencil für die  Tätowierungen. Eines der beliebtesten Motive war das Jerusalemkreuz.
 

Fruchtbarkeitssymbole
Tätowierungen waren früher aber nicht nur Souvenir, sondern oft auch verbunden mit ganz konkreten Wünschen. Junge Mädchen ließen sich beispielsweise Bilder von Mariä Verkündigung tätowieren, um viele Kinder zu bekommen – Tätowieren als Fruchtbarkeitsritus und weniger als Ausdruck der Frömmigkeit.
Von der Bildsprache abgesehen, brachten die in die Haut gestochenen Zeichen die Menschen aber auch innerlich näher zu Gott; das Erleiden der Schmerzen und der Verlust von Blut wurde dem Leid, das Jesus am Kreuz erlitten hat, gleichgesetzt.

 
Das Jerusalemkreuz mit der Jahreszahl der Pilgerreise gehört auch bei Wassim Razzouk zu den beliebtesten Motiven.  Anton Razzouk präsentiert sein Tattoo, das ihm sein Vater gestochen hat.(l) Das Jerusalemkreuz mit der Jahreszahl der Pilgerreise gehört auch bei Wassim Razzouk zu den beliebtesten Motiven.  Wie die Abbildung zeigt, hat sich an der Machart in den letzten 400 Jahren nichts geändert. (r) Anton Razzouk präsentiert sein Tattoo, das ihm sein Vater gestochen hat.

 
Das Familienoberhaupt der Razzouks, Anton Razzouk, blickt auf 50 Jahre als Tätowierer in Jerusalem zurück, und nennt noch einen weiteren Grund für eine entsprechende Tätowierung: »Die Tattoos waren nicht nur ein unvergessliches Andenken, sondern auch ein Bekenntnis zum Glauben.«

Den vollständigen Bericht findet ihr in der Februar-Ausgabe 2015 des TätowierMagazins, 02/2015.
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Stand:24 April 2019 18:42:08/szene/die+razzouks+taetowierer+seit+700+jahren_151.html