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Der König der Tätowierer

20.11.2015  |  Interview: Pascal Bagot  |   Bilder: Pascal Bagot, Hamburg Museum, Tattoo Museum Willy Robinson
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Der König der Tätowierer
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Das Hafenmilieu und Tattoos sind seit jeher eng miteinander verbunden – so auch in Hamburg. Wir sprachen mit dem Kunsthistoriker Ole Wittmann über die Besonderheit des Tätowierens in der Hafenstadt.


 
Der Hamburger Tätowierer Christian Warlich zeigt einige Motive, mutmaßlich in seiner Gaststätte.
Der Hamburger Tätowierer Christian Warlich zeigt einige Motive, mutmaßlich in seiner Gaststätte.


Welchen Stellenwert hatte das Tätowieren in Hamburg?
Leider gibt es keine Statistiken dazu, doch kann angenommen werden, dass das Tätowieren in der größten Hafenstadt Deutschlands im Vergleich zu den Binnenstädten eine präsente Sache war. Seeleute landeten hier an und die Studios konnten von dieser Klientel leben. In den 1960er Jahren, als Herbert Hoffmann mit dem Tätowieren begann, wurde wahrscheinlich nicht so viel tätowiert wie heute, aber es existierte bereits eine Tattookultur.

Auffällig an Warlichs Vorlagen ist nicht nur die Motivauswahl, sondern auch die Ausarbeitung der einzelnen Bilder mit  Farbschattierungen.Auffällig an Warlichs Vorlagen ist nicht nur die Motivauswahl, sondern auch die Ausarbeitung der einzelnen Bilder mit  Farbschattierungen.


Wie sah die Tattookultur in Hamburg aus?
Das Besondere an der Situation in Hamburg damals war die neu aufkommende, gewerbliche Professionalität. Verkörpert wird sie durch die beiden Tätowierer Christian Warlich und Herbert Hoffmann. Vor ihnen wurden Tätowierungen oft an öffentlichen Orten wie Straßen und Parks gestochen, die Tätowierer arbeiteten eher auf niedrigem handwerklichem Niveau und tätowierten kleinere Sachen, mit denen sie ein bisschen Geld verdienen konnten. Als Instrumente benutzten sie wahrscheinlich an Holzstäbchen gebundene Nadeln. So war das Bismarck-Denkmal auf St. Pauli angeblich ein Ort, an dem tätowiert wurde. Als Warlich seine Gaststätte 1919 eröffnete, brachte das eine große Veränderung.

 
 Zur Person Ole Wittmann  
 
Der Kunsthistoriker arbeitet ab Dezember 2015 am Forschungs- und Ausstellungsprojekt »Der Nachlass des Hamburger Tätowierers Christian Warlich (1890–1964)«.Der Kunsthistoriker Ole Wittmann arbeitet ab Dezember 2015 am Forschungs- und Ausstellungsprojekt
 
»Der Nachlass des Hamburger Tätowierers Christian Warlich (1890–1964)«, das in Kooperation mit dem Hamburg Museum und Sammlern wie William Robinson entsteht. Im Wesentlichen geht es dabei um eine Bestandsaufnahme des Warlich-Nachlasses, seine wissenschaftliche Aufarbeitung und darum, die Arbeit in Form eines Kataloges und einer Ausstellung einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Es werden weitere Sammler von original Warlich-Objekten aller Art (Flashes, Zeichnungen, Schablonen, Fotografien, Maschinen, Briefe, Visitenkarten o.Ä.) gesucht. Falls ihr etwas in eurer Sammlung habt, gar ein Tattoo von Warlich tragt oder jemanden kennt, der von Warlich tätowiert wurde, wendet euch bitte an: nachlass.warlich@gmail.com.
Außerdem arbeitet Ole zusammen mit Chriss Dettmer an einer Neu-Herausgabe von Warlichs bereits veröffentlichtem Vorlagenbuch. Es wird keine Neuauflage der bekannten Oettermann-Version sein, sondern eine gänzlich neue Ausgabe, eine Art Faksimile des Original-Vorlagenbuches, das sich in der Sammlung des Hamburg Museums befindet. Wesentlich ist, dass es nun so groß ist wie das Original und die Qualität der Abbildungen deutlich besser sein wird.

Bleibt auf dem Laufenden und folgt den Projekten unter:
instagram.com/nachlass.warlich
facebook.com/nachlass.warlich
www.nachlasswarlich.de
 
Inwiefern veränderte Christian Warlich die Tattookultur?
Er startete ein professionelles Tattoogeschäft in einem geeigneten Umfeld und konnte davon leben. In seiner Kneipe richtete er einen abgetrennten Bereich fürs Tätowieren ein. Er hatte Reklame im Fenster, Visitenkarten und Werbezettel, einen Vertrieb für Tätowiermaterial und stand in Kontakt mit Hautkliniken. Warlich führte angeblich auch die elektrische Tätowiermaschinen in Deutschland ein, nachweislich stand er in regem Austausch mit Tätowierern aus anderen Ländern. Er war international bekannt und seine Kunden kamen von überall nach Hamburg, um sich von ihm tätowieren zu lassen. Es gibt zahlreiche Dokumente, Briefe und so weiter, die ich in meinem Forschungsprojekt »Der Nachlass des Hamburger Tätowierers Christian Warlich (1890-1964)« auswerten werde. Es gibt noch viel zur Tattoogeschichte Hamburgs zu entdecken.


Den kompletten Bericht könnt ihr im neuen TätowierMagazin 12/2015 lesen! Die Dezember-Ausgabe bekommt ihr ab dem 20.11.2015 an den bekannten Verkaufsstellen oder könnt ihr versandkostenfrei im SzeneShop.com bestellen.

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Stand:21 May 2019 22:46:12/szene/der+koenig+der+taetowierer_1511.html