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Barista Nicole Battefeld: Kaffee im Herzen und Tinte unter der Haut

22.03.2019  |  Text: Boris »Bobs« Glatthaar   |   Bilder: Andi Huber Photography
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Barista Nicole Battefeld: Kaffee im Herzen und Tinte unter der Haut
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Nicole Battefeld lebt für Kaffee. An der Zubereitung von Bohnen liebt die Barista aus Berlin vor allem das Handwerkliche. Und das spiegelt sich im Faible der 29-Jährigen für solide Traditional-Tätowierungen wider
Als Nicole Battefeld, damals achtzehn, ihren ersten Kaffee für einen Kunden zubereitet, entfacht sich ihre Leidenschaft. An sich hat sie in dem Café in ihrer Heimatstadt Görlitz nur einen Aushilfsjob angetreten, um den Führerschein zu bezahlen. Doch nun erlebt sie, was Kaffee bedeutet: Sie liebt das Handwerk beim Brühen von Portion zu Portion, das unmittelbare Erlebnis in der Tasse, den Geruch der frisch gerösteten und gemahlenen Bohnen, das Aroma des heißen Getränks. »Kaffee ist vom Geschmack her ein sehr entspannendes Material«, analysiert die heute 29-Jährige ihre Passion in recht technischer Sprache. »Aber vom Handwerk her ist es sehr direkt. Wenn man einen Fehler macht, ist der direkt spürbar.«

Barista Nicole Battefeld: Kaffee im Herzen und Tinte unter der Haut

Fehler macht Nicole inzwischen selten. Seit sechs Jahren beschäftigt sie sich hauptberuflich mit allem rund um die Bohne, seit fünf Jahren arbeitet sie in der »Röststätte« in Berlin – zunächst als wissbegieriger Lehrling, heute als Head Barista. Und auch bei Wettbewerben brüht sie sich regelmäßig an die Spitze: In der German Barista Championship 2019 errang sie Bronze, 2018 holte sie sogar die Goldmedaille, und schon in ihrem ersten Wettbewerbsjahr 2016 war es Silber. Auf ihrem Blog unter nicolebattefeld.com schreibt sie über dieses Ereignis: »Meine erste Runde auf der Bühne war ein Desaster. Ich machte gefühlt eine Million Fehler und nahm an: ›Das war’s jetzt!‹, aber irgendwie schaffte ich es in Runde zwei. Von diesem Moment an dachte ich mir nur: ›Egal, ich will, dass die Jury ihren Spaß mit mir hat!‹ Also ging ich in dem Bewusstsein auf die Bühne, nichts zu verlieren zu haben, und lieferte etwas ab, was sich wie eine großartige Performance anfühlte.« Diese Entspanntheit führte sie nicht nur vor drei Jahren zum Vize-Titel, sondern bringt ihr immer wieder auch Beiträge in Kaffeemagazinen. Im Vergleich zu anderen Baristas sei sie im Umgang schon sehr salopp, sagt Nicole über sich selbst. Womöglich liegt das mediale Interesse an ihr neben ihrer lockeren Art, ihrem Fachwissen und ihrer Wortgewandtheit aber auch daran, dass sie als Barista mit vielen Traditional-Tattoos in den sonst eher bohnenbraunen Branchenmedien ein farbenfroher Hingucker ist.

Barista Nicole Battefeld: Kaffee im Herzen und Tinte unter der Haut

Ihre zweite Leidenschaft begann zwei Jahre vor der ersten. Mit sechzehn ließ sich die Görlitzerin einen Schmetterling auf die Hüfte stechen – bis heute, wie sie sagt, ihr einziges Tattoo, das nicht so gut ist. Mit achtzehn ging sie ins Studio von Olli Lonien nach Trier und ließ sich einen Phönix stechen – der Laden war für Japan-Stil schon damals deutschlandweit legendär. In Berlin kam Nicole dann für eine Zeit mit einem Tätowierer zusammen, der ihr weitere Motive stach, inzwischen hat sie zahlreiche Tattoos zum Thema Kaffee auch von Steffi Boecker aus dem »Rose of no man’s land«, von Swen und Sebastian aus dem »Good Old Times«, Leonardo Branko und Adrian Seven. »Für mich persönlich sind Tätowierungen etwas sehr Ästhetisches«, sagt Nicole. »Ich mag sie, weil ich mich mit ihnen hübscher finde.« Dass sie fast ausschließlich Traditionals trage, liege nicht nur an ihrer Vorliebe für satte, kontrastreiche Farbflächen, sondern auch an der noch immer gültigen Weisheit, dass starke Linien lange schön bleiben. »So kleine Sachen sind überhaupt nicht mein Ding und ›filigran‹ finde ich das schlimmste Wort, um eine Tätowierung zu beschreiben.« Neben ihrem Rücken als großes Projekt stehen für Nicole nur noch Lückenfüller an, die sie ganz in Ruhe angehen möchte.

Barista Nicole Battefeld: Kaffee im Herzen und Tinte unter der Haut

Nach Berlin kam Nicole über einen Umweg in Baden-Württemberg. Dort studierte sie im Anschluss an den Caféjob kurzzeitig an einer Beamten-Uni, merkte jedoch bald, dass ihr das zu langweilig war und sie lieber alles über Kaffee lernen wollte. Weil aber die Lernmöglichkeiten nicht in einen anerkannten Beruf als Barista führten und sie eine solide Ausbildung in der kaffee­nahen Gastronomie machen wollte, absolvierte sie zunächst eine handfeste Kochlehre in einem Berliner Sternerestaurant. »Der Umgang mit Lebensmitteln war eine sehr, sehr gute Schule«, sagt Nicole, die mit ihrem Gesellenbrief in der Tasche bei der »Röststätte« anklopfte. Dort erkannte man ihre Leidenschaft und ihr Potenzial – und bildete sie nach und nach zur Barista und Rösterin aus. Dass Nicole sich bereits zu diesem Zeitpunkt sehr viel Wissen selbst angeeignet hatte und die Willenskraft besaß, sich täglich weiterhin zwölf, dreizehn Stunden mit Kaffee zu befassen, kam ihrer Karriere zugute.

Barista Nicole Battefeld: Kaffee im Herzen und Tinte unter der Haut

Inzwischen macht die junge Frau auch anderen weiblichen Kaffeeinteressierten Mut, ihre Freude an all den spannenden Schritten zwischen Bohnenanbau und Espressogenuss  auszuleben und sich mehr in die Baristaszene einzubringen. Dafür berichtet sie auf ihrem Blog unter dem Titel »Female Barista Society« von ihrem Weg. »Das ist, um den Mädels ein bisschen in den Arsch zu treten, damit sie sich mehr zutrauen«, sagt Nicole. »Mir fällt immer wieder auf, dass sie teilweise sogar zu unsicher sind, um einfach etwas nachzufragen. Sie sind dann wie so kleine Mäuschen, aber so funktioniert das Business nicht.« Die Szene sei für Frauen tatsächlich sehr offen, man habe gleich welchen Geschlechts viel Spaß miteinander. »Wenn ich auf Messen komme oder mit Kollegen spreche, dann freut man sich einfach, sich miteinander über verrückte Kaffeethemen austauschen zu können. Dann ist auf einmal jeder einfach der Nerd.«

Barista Nicole Battefeld: Kaffee im Herzen und Tinte unter der Haut

Ihre Leidenschaft für Kaffee will die Vollblutbarista nicht nur an andere szeneaffine Frauen weitergeben, sondern im Alltag auch ihren Gästen und Kunden vermitteln. »Die meisten Leute sagen doch: ›Kaffee ist Kaffee‹. Wenn ich es aber schaffe, dass jemand sagt, ›Ey, ich war in Berlin in einem Café und da war eine, die war so unglaublich begeistert von dem, was sie machte!‹, dann finde ich das total schön. Und wenn ich es sogar schaffe, dass diese Person sich danach für Kaffee interessiert, habe ich alles erreicht, was ich erreichen will.« 

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Kontakt:
Facebook: nbattefeld
Instagram: nbattefeld
 
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Stand:21 May 2019 23:31:52/szene/barista+nicole+battefeld+kaffee+im+herzen+und+tinte+unter+der+haut_19320.html