Tattoo-Stil: Asia-Style

07.05.2018  |  Text: Heide Heim  |   Bilder: TM-Archiv
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Tattoo-Stil: Asia-Style
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Tätowieren ist eine lebendige Kunstform, in der sich unterschiedliche Stilrichtungen entwickelt haben. Was die jeweilige Besonderheit eines Stils ausmacht, wie er sich von anderen abgrenzt beziehungsweise wo es Überschneidungen gibt, erklären wir in der Online-Serie »Tattoo-Stil«. Verschafft euch hier einen genauen Überblick über die enorme Stilvielfalt und holt euch so Inspiration für euer nächstes Tattoo!
Im japanischen Stil gestochene Tätowierungen beeindrucken vor allem dadurch, dass sie fast den ganzen Körper des Trägers bedecken. Untätowiert bleiben Hände und Hals beziehungsweise das Gesicht.

Klassischerweise ist das zentrale Bild groß angelegt, ihm zur Seite stehen schmückende Elemente wie beispielsweise Blüten, Pflanzen oder Felsen, den Hintergrund bilden zum Thema passende schwarze Wind-, Wasser- und Wolkenmotive. So wird ein Drache, der gleichermaßen als ein Wesen des Wassers und der Luft angesehen wird, eben mit Wasser und Luft kombiniert.

 Asia-Style von Horimatsu Bunshin, La Flor Sagrada Tattoo, Melbourne, CN

Die Zusammenstellung ist eine sehr komplexe Angelegenheit, die große Kenntnis der japanischen Geschichte und Geschichten erfordert, gespeist werden sie aus Mythen, Religion, Helden- und Dämonengeschichten, Volksglaube … Als nicht-Japaner sind diese in all ihrer Komplexität fast nicht zu erfassen. Vor allem die sinnvolle Kombination der Bildelemente erfordert eine tiefere Auseinandersetzung mit dem Thema. Wer sich für eine Tätowierung im japanischen Stil begeistert, sollte jedoch zumindest bei der Hauptfigur wissen, um was es sich dabei handelt, woher sie stammt und welche Geschichte sich dahinter womöglich verbirgt.

Asia-Style von Franco Prutek, Noble Tattoo, Schwetzingen

Wohl wissend, dass diese kulturellen Hintergründe für einen nicht-Japaner schwer zu erfassen sind, hat sich in der westlichen Tätowierkultur ein offener, auf die persönlichen Vorlieben des Trägers zugeschnittene Herangehensweise entwickelt. Die hierzulande gängigen Bezeichnungen wie Asia-Style, Euro-Japanisch oder Neo-Japanisch tragen dem undogmatischen Zugang Rechnung: Motivisch und stilistisch nehmen die westlichen Tätowierer die Motive der japanischen Tätowierkunst als Referenz genommen, bei der Interpretation nehmen sie sich aber die Freiheit, die Motive nach  dem persönlichen Geschmack des Trägers oder des Tätowierers zu variieren.

In Japan selbst stehen die Tätowierer dieser westlichen Variante offen gegenüber, es wird nicht nicht als Übergriff auf ihre Kultur interpretiert.

Asia-Style von Franco Prutek, Noble Tattoo, Schwetzingen

Wie bei westlichen Traditional-Tätowierungen auch, bilden schwarze Linien das Gerüst für das Motiv, danach werden die Flächen farbig gefüllt. Dieser zweite Teil wird von einigen Tätowierern auch heute noch mit Handinstrumenten ausgeführt.

Asia-Style von Jens Schnettler, Checker Demo Tattoo, Stuttgart

Es ist ein Irrtum zu meinen, dass bei der Hintergrundgestaltung immer mit den Wolken-, Wasser oder Windbalken gearbeitet werden muss; vor allem bei den Tätowierungen der Frauen wird darauf verzichtet, damit das Tattoo den filigraneren weiblichen Körper nicht erschlägt. Auch Single-Spot-Tätowierungen, also kleinere Einzeltätowierungen ohne Einbindung in einen Hintergrund, sind heute üblich.
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Stand:23 June 2018 19:58:03/motive/tattoo-stil+asia-style_18413.html