Motivklassiker: Sensenmann

26.12.2017  |  Text: Heide Heim  |   Bilder: Archiv TM
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Motivklassiker: Sensenmann
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Eine Kapuzenmantel, eine Sense – mehr braucht es nicht, um den Sensenmann zu erkennen und sich vor ihm zu fürchten. Als Symbol für oder Bringer des Todes wurde er vor allem von Soldaten und ab den 1980er Jahren auch von Bikern getragen.

Das Motiv

In seiner klassischen Darstellung wird der Sensenmann als eine Gestalt gezeigt, die einen langen, schwarzen Kapuzenumhang trägt. Unter der Kopfbedeckung ist entweder ein grinsender Schädel zu sehen oder man schaut in ein schwarzes Loch, was die Figur noch unheimlicher erscheinen lässt. Klassische Attribute sind die Sense und ein Stundenglas als Symbole für die verrinnende Zeit, die der Mensch auf Erden hat. Die adäquate Farbe seiner Darstellung ist natürlich Schwarz. Weitere Namen für ihn sind Schnitter und Gevatter Tod, im Englischen wird er Grim Reaper genannt, der »grimmige Erntemann«, in Anspielung auf die Sense.

Sophie Lee vom AKA Berlin hält ihre Interpretation gekonnt schlicht – die outlinebasierte Figur im Stacheldrahtrahmen wirkt daher gleichzeitig modern und zeitlos.


Der Ursprung

Es gibt anscheinend viele unterschiedliche Einflüsse, die als Ursache für seine heutige Darstellung in Frage kommen. Sicher scheint, dass die Entstehung des Motivs auf das Mittelalter zurückgeht. Die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Tod setzte in Europa vor allem in der Folge der Pestepidemien ab dem 14. Jahrhundert ein. Tanzende, meist nur mit einem Leichentuch bekleideten Skelette finden sich beispielsweise in den Totentanz-Bildern (franz.: Danse macabre), mit denen die Künstler zeigten, dass der Tod in Form der Pest weder vor Stand noch Klasse Halt macht. Die Verbindung vom Schnitter (ein sensentragender Landarbeiter) und dem Tod geht auf die Bibel (bsp. Jeremia 9:21) zurück, wo von Leichnamen die Rede ist, die wie Garben hinter dem Schnitter auf dem Feld liegen. Diese Bilder waren Allegorien für den abstrakten Begriff des Todes, der Sensenmann als der Todesbringer – wie er auch verstanden wird – hat seinen Ursprung womöglich in der griechisch-römischen Mythologie beziehungsweise der Verknüpfung zweier göttlicher Attribute auf eine neue Figur: Die Schicksalsgöttin Morta brachte den Menschen den Tod, indem sie ihnen den Lebensfaden mit einer Schere durchschnitt. Mit einer Sichel wurde ab dem 14. Jh. der griechische Gott Chronos häufig dargestellt, der den Ablauf der Zeit und damit auch der Lebenszeit versinnbildlichte.   
 

Bas von Rintos Tattoo Shop im niederländischen Burgum setzte den Sensenmann als klassisches Traditional um und scheute sich auch nicht, Farben in die Komposition reinzunehmen.

Verbreitung

Wann der Sensenmann erstmals als Tattoomotiv auftauchte, ist nicht mehr zu bestimmen. Eine große Verbreitung hatte er sicherlich unter Gruppen, die mit dem Tod konfrontiert waren wie beispielsweise Soldaten. Sehr populär wurde das Motiv bei Bikern beziehungsweise Rockern der 1980er Jahre. Ähnlich wie auch der Schädel machte der Träger mit einem Sensenmann-Tattoo deutlich, dass er den Tod nicht fürchtet. Er ist sich seiner gewiss, aber Angst hat er nicht vor ihm.

Auch zahlreiche Rockbands der 80er zeigten den Sensenmann auf ihren Albumcovern. Besonders bekannt wurde das vom klassischen Sensenmann inspirierte Bild »Death Dealer« des Fantasy-Illustrators Frank Frazetta, das er für das Cover der LP »Dreams I’ll Never See« (1978) der Südstaatenrockband Molly Hatchet entwarf, und das sowohl Inspiration als auch Vorlage für zahlreiche Tätowierungen wurde.

Das Tätowierer-Duo Violène Pont und Patch Monnier von »Happypets« in Lausanne schufen diesen hämisch lachenden Sensenmann, der seine Opfer zu Pferde verfolgt.
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