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Motivklassiker: British Bulldog

28.10.2016  |  Text: Heide Heim  |   Bilder: Archiv TM
Motivklassiker: British Bulldog Motivklassiker: British Bulldog Motivklassiker: British Bulldog Motivklassiker: British Bulldog Motivklassiker: British Bulldog
Motivklassiker: British Bulldog
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Als Nationalhund der Briten gilt die Britische Bulldogge. Ihre Charaktereigenschaften, nämlich Kraft und Kampfgeist, wurden zum Sinnbild der Briten im Kampf gegen Nazideutschland.
Das Motiv:
Ein grimmig schauender Hund der Rasse Englische Bulldogge, der wahlweise einen Brodie-Helm (Stahlhelm aus dem 1. Weltkrieg) oder einen Bowler trägt. Der Union Jack, also die Nationalflagge des Vereinigten Königreichs Großbritannien, und eine Zigarre sind Accessoires, mit denen das Tier dargestellt wird.



Der Ursprung:
Die Hunderasse Englische Bulldogge wurde im Mittelalter gezüchtet, um zur Volksbelustigung als sogenannter Bullenbeißer gegen angebundene Stiere zu kämpfen. Im Jahr 1835 wurde in England das »Bull Baiting« verboten und die Zucht orientierte sich weg vom muskulös-aggressiven Kampfhund hin zu einer friedlichen, eher phlegmatisch wirkenden Rasse. Ihren Mut und ihre relative Schmerzunempfindlichkeit hat die Rasse aber beibehalten.



Verbreitung:
Das Image von Kraft, Beharrlichkeit und Kampfgeist der Englischen Bulldogge wurde, trotz des Wandels der Zuchtziele, in der Werbung und in Cartoons aufrechterhalten. So wurde beispielsweise zur Personifikation des Königreichs im Jahr 1712 die Figur John Bull kreiert, der typischerweise eine Englische Bulldogge beigestellt war.

Die symbolische Verbindung zwischen Großbritannien und der Englischen Bulldogge hatte ihren Höhepunkt mit der Amtszeit des Premierministers Winston Churchill. Bereits einen Monat nach seiner Wahl zum Premierminister (1940) veröffentlichte die Tageszeitung Daily Express einen Cartoon des Illustrators Sidney Strube. Sie zeigte eine kampflustig auf der Karte der Britischen Inseln stehende Englische Bulldogge, an deren Halsband eine Plakette mit der Nummer »10« hing (ein Verweis auf die 10 Downing Street, die offizielle Residenz des Premierministers). Auf dem Kopf trug der Hund einen Brody-Helm mit der Aufforderung »Go To It« – »Tun sie es«. Der gedrungene, stabile Körper war der einer Englischen Bulldogge, das Gesicht aber das des englischen Premiers und Kriegsministers Winston Churchill. Die Aufforderung des Cartoons war ganz eindeutig: mit seiner unerschütterlichen Entschlossenheit, die dem Charakter der englischen Bulldogge entspricht, sollte Churchill den Kampf gegen Nazi-Deutschland fortführen.

In der Folge haben viele weitere Cartoonisten, Illustratoren und Journalisten den Premier als Englische Bulldogge dargestellt oder bezeichnet.



Rezeption:
Die Englische Bulldogge wird in England als eine Art Nationalhund angesehen, und das schon seitdem er in England gezüchtet wird. Das Tattoomotiv verkörpert den Stolz der Briten auf ihr Königreich und ihre Herkunft. Um den Bezug noch zu verstärken, wird das Motiv zusammen mit der britischen Flagge dargestellt – oder mit der Zigarre, ein Verweis auf den zigarrerauchenden Winston Churchill. Mittlerweile schmaucht die Englische Bulldogge als Tattoo aber auch schon mal eine Pfeife.

Auch das US Marine Corps (USMC) hat sich die Englische Bulldogge als Maskottchen auserkoren. Ausgerechnet die Deutschen haben die Marineinfanterieeinheit dazu inspiriert: sie bezeichneten das USMC während des 1. Weltkriegs als »Teufelshunde«. Die Englische Bulldogge schien den US-Amerikanern die richtige Wahl, um das bildlich auszudrücken.


Am Rande: Winston Churchill selbst besaß nie eine Englische Bulldogge; zwei Pudel soll er gehabt haben.
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Stand:26 April 2019 05:53:14/motive/motivklassiker+british+bulldog_18119.html