Heimatliebe - Teil 4

20.07.2018  |  Text: Heide Heim  |   Bilder: Tätowierer
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Heimatliebe - Teil 4
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Vertrautheit, Liebe, Sicherheit … Es gibt viele Gefühle, die man mit der Heimat verbindet, dem Ort, wo man aufgewachsen ist, wo die Familie und die alten Freunde leben, wo man die Landschaft und den Menschenschlag mit seinen Eigenheiten kennt und versteht. Es gibt also gute Gründe, sich ein entsprechendes Tattoo stechen zu lassen. Heimatliebe: Tattoos von der Ostsee bis zu den Alpen, von der Pfalz bis Berlin
Cuxhaven
Eine dreißig Meter hohe Holzkon­struktion steht an der Mündung der Elbe in die Nordsee: die Kugelbake von Cuxhaven. Das Wahrzeichen der Stadt hat heute aufgrund moderner Technik seine Funktion als Seezeichen verloren, ist aber mittlerweile als maritimes Denkmal ein Besuchermagnet. Bereits ab dem 15. Jahrhundert wiesen an dieser Stelle Seezeichen den Schiffen den Weg Richtung Hamburg, der mittelalterliche Ausdruck »Bake« als Bezeichnung für alle Seezeichen, also auch Leuchttürme, hat ihren Ursprung in dieser Zeit. 
Die Naturgewalten machen der Konstruktion schon immer zu schaffen, starke Stürme brachten sie 1743 sogar zum Einsturz. Die heutige Kugelbake wurde 1924 errichtet, das Wappenmotiv der Stadt Cuxhaven ist sie bereits seit 1907. Tattoo von Finja Riefenstahl, Herr Fuchs & Frau Bär, Berlin.

Cuxhaven von Finja Riefenstahl, Herr Fuchs & Frau-Bär (Berlin)



Ostsee
Strandkörbe gibt es sowohl an der Ost- als auch an der Nordsee, das hier abgebildete Exemplar weist seine Herkunft nicht nur durch den Schriftzug »Ostsee« aus, sondern auch durch die typisch rundliche Form des Daches und der Seitenteile. Die Fertigung von geflochtenen Weidensesseln als »überbedeckte Stühle« ist bereits seit Ende des 16. Jahrhunderts bekannt, sie dienten jedoch zum Schutz vor Zugluft in großen und kalten Wohnräumen. Die Erfindung des Strandkorbs, der Strandbesucher vor Sonne, Wind und Sand schützt, wird dem Rostocker Hof-Korbmacher Wilhelm Bartelmann (1845-1930) zugesprochen. Was als Einzelanfertigung für eine an Rheuma leidende Dame begann, entwickelte er durch Verbesserungen zügig weiter, der wirtschaftliche Erfolg des Strandmöbels ist aber seiner Frau Elisabeth zuzuschreiben, die erstmals 1883 an der Ostsee Strandkörbe vermietete. Bis heute prägen sie das Bild von Strandurlaub an der Küste der Ost- und Nordsee. Tattoo von Fide, Für Immer Tattoo, Berlin.

Ostsee: Brennender Strandkorb von Fide, Für Immer (Berlin)



Pfalz
Die drei großen Ws des Pfälzer Fingerfoods: Weck, Worscht und Woi (Brötchen, Wurst und Wein).  Die beliebte Zwischenmahlzeit wird vor allem bei der Weinlese, beim Frühschoppen und abends in den Weinstuben in den Weinanbaugebieten der Pfalz, Rheinhessens, der Hessischen Bergstraße und des Rheingaus gegessen, »WWW« ist das kulinarische Symbol der vom Wein geprägten Lebensart dieser Regionen. In der klassischen Zusammenstellung verbirgt sich dahinter ein Roggenbrötchen, Fleischwurst und ein regionaler Wein beziehungsweise eine Weinschorle. 
Tattoo von Sabine Hannak, Just B Tattoos and Body Art, Heidelberg.

Pfalz: Sabine Hannak, just B Tattoos and Body Art (Heidelberg)



Berlin
Das Ost-Ampelmännchen, also die zur Zeit der DDR verwendeten Piktogramme auf Fußgängerampeln, erreichten nach der Wiedervereinigung Deutschlands Kultstatus und wurden zum Sinnbild der Ostalgie.
Eigentlich sollten die Ost-Männchen aus dem Stadtbild verschwinden, sukzessive sollten sie durch die im Westen der Stadt verwendeten Piktogramme ersetzt werden. Proteste der Bevölkerung führten dazu, dass ab 2005 auch in den Westbezirken die sympathischen Ost-Männchen den Fußgängerverkehr regeln. Vor allem Touristen lassen sich die sympathischen Motive als Souvenir tätowieren, im strengen Sinne sind sie deshalb kein Heimattattoo, ein Symbol für Berlin aber allemal! Tattoo von Fide, Für Immer, Berlin.

Berlin: Ampelmännchen von Fide, Für Immer (Berlin)



Schwarzwald
Wer die Schwarzwälder Kirschtorte erfunden hat, ist nicht eindeutig zu klären. Unter anderem wird die Kreation aus mit Kirschwasser getränkten Schokoladenbiskuitböden, eingekochten Kirschen, Sahne und einer Dekoration aus dunklen Schokoraspeln mit zwei Namen in Verbindung gebracht. Der eine ist der Schwabe Josef Keller, der die Torte im Rheinland angeboten hat, der andere ist der Tübinger Konditormeister Erwin Hildebrand, der zumindest ab den 1920er Jahren im Schwarzwald gearbeitet hat. Als Inspiration diente eventuell ein typisches Schwarzwälder Dessert, das aus Kirschen, Sahne und Kirschwasser zubereitet wurde. Ab den 1960er Jahren war die Torte von keiner gediegenen Kaffeetafel mehr wegzudenken. Tattoo von Jonas Bieg, Hayd Tattoo, Schramberg.

Schwarzwälder Kirsch von Jonas Bieg, Hayd Tattoo (Schramberg)



Alpen
Wie keine andere Blume steht das Alpen-Edelweiß für diese Region. Geschichten von mutigen Burschen, die hoch in die Berge stiegen, um für die Angebete ein Sträußchen der alpinen Pflanze zu pflücken, haben an ihrer Symbolkraft mitgewirkt: Schönheit, Wagemut, Sehnsucht, Ehrlichkeit und Reinheit sind die Attribute, die dieser unter strengem Naturschutz stehenden Pflanze zugeschrieben werden. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich und der Schweiz haben die Pflanzen mit den silbrig-glänzenden Blättern eine lange Tradition als Symbolblume für die alpine Kultur. So ist das Edelweiß auch das Logo des Deutschen Alpenvereins und der Bergwacht. Tattoo von Klaus Habicht, Fox.ink, Fuchstal.

Alpen: Edelweiss von Klaus Habicht, Fox.ink (Fuchstal)
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