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Günna Rockland über persönliche Tattoos

02.04.2019  |  Text: Jula Reichard  |   Bilder: Günna Rockland
Günna Rockland über persönliche Tattoos Günna Rockland über persönliche Tattoos Günna Rockland über persönliche Tattoos
Günna Rockland über persönliche Tattoos
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Im Rahmen des großen Specials »So wird dein Tattoo einzigartig befragten wir Tätowierer, die jahrelang schon erfolgreich individuelle Tattoos gemeinsam mit dem Kunden entwerfen. Lest hier, weshalb Günna Rockland findet, dass persönliche Tattoos fetzen und wieso jeder Kunde ein solches verdient hat.
»Ich quatsch echt jeden voll, den ich in die Finger kriege. Das tut mir manchmal schon leid für die Kunden, denn ich frag dann oft einfach geraderaus, ob sie noch alle Latten am Zaun haben. Aber, hey, geh einfach mal ins Freibad und zähle die ganzen römischen Zahlen, Palmen und Geburtsdaten.« Günna, Tätowierer und Inhaber von Rockland Tattoos in Witten, wendet viel Energie für seine Beratungsgespräche auf, um seine Kunden vor einer schlechten Tätowierung zu bewahren. »Römische Zeichen und Co. sind ja nicht schlecht, aber ich denke, das geht besser und vor allem individueller.« Günna bringt an der Stelle einen sehr treffenden Vergleich, den er besonders gerade den weiblichen Interessenten vorträgt: »Jetzt stell dir mal vor, du gehst auf ’ne Hochzeit, du hast dir ein super geiles Outfit rausgesucht und fünf andere Gäste tragen dasselbe Kleid wie du. Das willste doch auch nicht, da kriegste eher ’nen Kotzkrampf, oder? Wieso also ist dir das bei einer Tätowierung egal?« Der Tätowierer spinnt den Faden weiter: »Da stehen die später  an der Eisdiele und haben alle römische Zahlen am Handgelenk. Was soll das denn? Da können wir uns doch sofort alle standardisieren.«  Günna redet sich beinahe in Rage. Nicht, weil er hart abgenervt ist, sondern vielmehr, weil er den Menschen eine tolle, abwechslungsreiche Tätowierung von Herzen gönnt. Auch er beobachtet: Oftmals fehlt den Kunden einfach die Vorstellungskraft und sie haben keine Ahnung, wie so ein Tattoomotiv entsteht. Daher hat es sich Günna zum Ziel gesetzt, Kunden in ein gutes Vorgespräch zu verwickeln. So auch das Paar, das ihm bereits seit einiger Zeit in den Ohren liegt und gerne Eheringe tätowiert haben möchte: »Wir kennen uns privat und nach ein paar Bier kam immer wieder das Thema auf. Ich sagte dann: ›Hömma, Otto, das ist keine geile Idee. Das hält da nicht gut und ist auch nicht richtig originell.‹« Weil Günna aber spürte, dass es den beiden mit der Partnertätowierung ernst war, bat er sie zum Gesprächstermin ins Studio.

Lest hier, weshalb Günna Rockland findet, dass persönliche Tattoos fetzen und wieso jeder Kunde ein solches verdient hat.

»Dabei kam dann auf, dass sie ihren Kindern immer erzählt haben, dass sie nicht in den Keller dürfen, weil dort ein Krokodil wohne.« Auch eine zweite Anekdote kam zur Sprache: Das Paar hatte sich beim Bäcker kennengelernt, wo sie jeden Morgen ein Käsebrötchen für ihn schmierte, es in eine Süßigkeitentüte verpackte und mit dem Wort »Bärchen« beschriftete. »Das ist doch ein gefundenes Fressen für mich, besser geht’s gar nicht. Jetzt bekommen beide ein Krokodil mit Herzrahmen, eine Süßigkeitentüte mit Käsebrötchen«, erzählt der Tätowierer begeistert. »Die Leute können sich gar nicht vorstellen, was überhaupt möglich ist. Wenn ich dann aber in ihrem Beisein vor Ort zeichne, hab ich sie auf meiner Seite.«
Leider nehmen sich manche Tätowierer nicht diese Zeit, verarbeiten die uninspirierten Vorschläge der Kundschaft kritiklos zum Tattoo oder lehnen einfach ganz ab, sagt Günna. »Ich bin der Meinung, jeder hat eine gute Tätowierung verdient. Was glaubst du, wie sehr die beiden sich jetzt auf ihr Pärchentattoo freuen?« 


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Günna malt gern und mag Menschen. Er empfindet daher auch Vorgespräche als gewinnbringend, nicht als störend. »Ich bin doch nicht Tätowierer geworden, um zu arbeiten wie bei Opel am Fließband«, erklärt er. Einen achtzehnjährigen Kunden, der einen Spruch plus Initial auf dem Schulterblatt haben wollte – ein Tattoo für den eigenen Vater –, konnte Günna ebenfalls für ein einzigartiges Motiv begeistern. »Ich habe ihn zuerst absolut nicht von der Idee abbringen können. Und am eigentlichen Termin sah ich etwas in seinem Blick und dann versuchte ich es ein letztes Mal. Ich fragte ihn, was sein Vater beruflich machte, was er mit ihm verbinde und so weiter.« Der Junge erzählte Günna, sein Vater sei Maßschneider für Herrenhemden gewesen –
genau die Info, die der Tätowierer für sein kreatives Output brauchte. »Er bekam tatsächlich den gewünschten Spruch mit Initial. Draufgepackt habe ich das aber auf einen Hemdkragen, dazu gab es eine Krawatte, alles eingefasst in ein Herz.« Der Träger ist heute stolz auf sein einzigartiges Design und seinem Tätowierer vor allem dankbar.

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Stand:24 April 2019 18:17:54/motive/guenna+rockland+ueber+persoenliche+tattoos_19320.html