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Inhalt März 2018



  
Titelbild:

Model und Fotografin: Senta Van Fredericana,
Instagram: vanfredericana

Ausgabe März 2018
24. Jahrgang/Nr. 265


Intro


9    Kurz und gut

14    Ronja Block gefällt …
… das irre Kerzen-Finger-Tattoo von Jak Connolly

16    Uns gefällt …
… die Tennyo von Horimatsu Bunshin

18    Das TM auf Reisen

20    Auszeit

22    Kunst
 »Ich bin ein glücklicher Mann« Psychedelische Murals von Grolou
 

Tätowierer


26    Tradition ohne Grenzen: Philippe Fernandez vom AKA Berlin

34    Unterwegs: Die Kärntner Tätowiererin Daniela Sagel ist »on the road«

42    Traditional: Der Stil der Zukunft? – Wolfgang Thomas, Thomas Runkel und Thorsten Lehmann vom Studio In Memoriam in Koblenz

50    Das Gefühl für Dotwork und Mandala: Steven Mostyn von Memories & Mischief in Tittling

58    Realistic made in Mannheim: Top-Porträts von Mirel aus der kurpfälzischen Metropole

66    Bunte Republik Deutschland
In deiner Nähe: Zehn Tattoostudios im Kurzporträt     
 

Szene

74     Willy Iffland: Der Alles-Blogger

80    Widersprüche: Frank Berzbach – ein Mann mit Formbewusstsein

84    TATTOO EROTICA: Das Pin-up-Model Maud Franklen
 


Service


88    Motivklassiker der Tattoogeschichte: Segelschiffe


90    Geister, Füchse, Löwenhunde: Hintergründe und Bedeutungen japanischer Tattoomotive

 98    Jobbörse

100    Spuren des Lebens: Wie Tattoos auf Narben helfen, Wunden zu schließen

106    Tattoo-Akademie: Die Ermordung J. F. Kennedys und der Hot Dog

 

Veranstaltungen


108    Tattoo Expo Zwickau: Fulminanter Start in die Convention-Saison 2018

112    Tattoo und Lifestyle Dresden 2018: Die Körperkult-Messe in Dresden trifft den Nerv der Zeit

 116    Termine
 

Outro

119     Galerie

124     Studios

128    Gestochen scharf

130    Vorschau/Impressum
 

Standards


3    Editorial

6    Bild des Monats

72    TattooZOOM

 

Editorial März 2018

So bunt wie sein Blog »Dressed Like Machines« ist auch die Tattoosammlung von Willy Iffland. Wie aus dem netten Kerl von nebenan der nette, erfolgreiche  Influencer wurde, und welche Rolle Tattoos bei seinem Image spielen, erfahrt ihr ab Seite 74.


Boris "Bobs" Glatthaar,
Chefredakteur

»Du stehst sicher auf Schmerzen.« Und: »Du verschandelst dich.« Ich weiß noch, wie mir so etwas unterstellt wurde, als ich anfing, meinen Körper tätowieren zu lassen. Und ich weiß noch, wie entlarvend ich diese Aussagen fand: Aus ihnen sprach die Ahnungslosigkeit jener übergriffigen Menschen, die kein echtes Interesse an mir hatten, sondern lediglich ihre Vorurteile zu bestätigen suchten. Aber ich erklärte mich ihnen nicht, denn ich wollte mich nicht einem Rechtfertigungszwang unterwerfen. Im Gegenteil. Mit dem bewussten Schritt, mein Äußeres selbst zu verändern, kehrte ich endlich die defensive Position meiner Kindheit um: Für eine riesige Narbe war ich in der Schule gehänselt worden und hatte meinen Körper seither schamhaft versteckt. Die Tattoos aber heilten meine verletzte Seele, denn sie waren nicht nur ebenso ewig wie mein vermeintlicher Makel, sondern vor allem im Kontrast zu allem Bisherigen der offensive und völlig freiwillige Schritt, die Blicke auf mich zu ziehen. Das machte mich stark und ich lernte, meinen Körper auch selbst anzunehmen. Narben und Tattoos sind ein großes Thema, nicht nur für mich. Mehr ab Seite 100.


Heide Heim,
Redakteurin


Talent ist die Grundlage für erfolgreiches Tun, aber nur Disziplin bringt dich weiter. Das ist auch beim Beruf Tätowierer nicht anders. Eine Erkenntis, die ich in dieser Ausgabe von zwei Seiten erfahren konnte. Zum einen durch das Interview mit Daniela Sagel, die seit eineinhalb Jahren »on the road« tätowiert, und die ich für diese Ausgabe im Lan-dauer Studio von Bernd Broghammer traf. Was sie, neben ihrem Talent als Tätowiererin, ausmache, sei ihre »Professionalität«, so Bernd. Ich interpretiere es so: Sie kennt die Standards, Werte und Spielregeln des Berufs und sie handelt danach. Das kommt nicht von ungefähr, das muss man sich er abeiten. Ein anderer Begriff dafür ist »Formbewusstsein«, den lernte ich durch Dr. Frank Berzbach kennen, mit dem ich ebenfalls für diese Ausgabe sprach. Mit »laissez-faire« kommt man nicht weit, eine der wichtigen Voraussetzung, um erfüllt und erfolgreich zu arbeiten, sei für ihn Disziplin, verriet er. Ich hoffe mal, ich hab keine Berufsträume platzen lassen.


Jula Reichard,
Redakteurin


Im Rahmen dieser Ausgabe ist mir eine Sache gleich mehrere Male begegnet: Gift-und-Galle-Gekotze in den Netz-Kommentaren zu Realistic-Tätowierungen. Kaum waren sie im Netz geteilt, ließ die Hatespeech nicht lange auf sich warten und wurde schnell persönlich. »Wie dumm sind die eigentlich so was zu teilen, das hält doch nicht?«, »Wie blöd ist der Träger denn? Das sieht auf dem Bild doch nur wegen Photo-shop so gut aus!« Ich erspare es mir grundsätzlich, auf derbe und unsachlich geführte Diskussion einzusteigen, doch weil ein Tattoo immer etwas sehr Persönliches ist und nur einem selbst gefallen muss – dem Träger –, hat mich das Thema nicht so richtig los gelassen. Deshalb möchte ich an eure Freundlichkeit appellieren. Seid bitte nicht so überheblich, sprecht Künstlern nicht jegliches Können ab und stellt nicht jeden Kunden als Trottel dar, wenn er sich ein Realistic-Tattoo abholt. Ihr würdet sicher auch nicht gern lesen, wenn jemand eure Traditional-Rosen als »uninspirierte Abklatsch-Tattoos« bezeichnet, oder?
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Stand:21 June 2018 10:12:45/magazin+_und_+extras/heftarchiv/content-26047_40-26048_60.html