Vegane Tattoos: Darauf musst du achten

21.08.2018  |  Text: Marianna John  |   Bilder: Pexels
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Vegane Tattoos: Darauf musst du achten
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Für einen konsequenten veganen Lifestyle genügt es vielen Menschen nicht, nur ihre Ernährung dahingehend umzustellen. Auch in anderen Lebensbereichen achten sie streng darauf. Wie sieht es in dieser Hinsicht also beim Thema Tattoo aus? Ist die Körperkunst überhaupt vegan und worauf müssen wir achten?
Vegan leben bedeutet nicht, wie viele vielleicht glauben, nur auf Fleisch, Milch und Eier zu verzichten und viel Salat und Gemüse zu essen. Auf tierische Produkte zu verzichten ist eine Einstellung, die sich durch alle Lebensbereiche zieht. Auch beim Tätowieren gibt es da einiges zu beachten.

Aktuell leben laut dem Marktforschungsinstitut Skopos circa 1,3 Millionen Veganer in Deutschland, das macht rund 1,6 Prozent der Bevölkerung aus. Immer mehr Menschen folgen dem Trend, komplett auf tierische Produkte zu verzichten und sich ausschließlich pflanzlich zu ernähren. Noch vor zehn Jahren gab es nur ungefähr 80 000 Veganer in Deutschland. Der Anstieg ist deutlich und die Zahl wächst immer weiter.

»V« wie vegan – viele lassen sich das V zum Symbol für ihren veganen Lebensstil tätowieren.
 

Sind Tattoos vegan?

Der vegane Lifestyle beschränkt sich allerdings nicht nur auf die Ernährung. Tierische oder an Tieren getestete Produkte finden sich auch im Tattoostudio. Wer also sicher gehen möchte, keine tierischen Bestandteile unter die Haut gestochen zu bekommen, sollte bestimmte Dinge beachten.

Los geht es bei den Tattoofarben. Diese bestehen aus Lösungsmitteln, Bindemitteln und Pigmenten, die aus tierischen Produkten gewonnen werden können. So könnte zum Beispiel tierisches Glycerin, Schellack und Knochenkohle enthalten sein. Doch das ist heute eher selten. Das Angebot von Farben, die auf tierische Beigaben verzichten und somit als vegan gekennzeichnet sind ist mittlerweile sehr groß und namhafte Hersteller finden sich darunter, wie Eternal Ink, Intenze, Silverback Ink und Waverly Color. Beim Tattooprozess kann es aber noch an anderer Stelle zur Verwendung nicht veganer Materialien kommen. Das Matritzenpapier, das Tätowierer zum Übertragen des Tattoomotivs benutzen, kann beispielsweise tierische Gelatine enthalten. Laut Hersteller sind allerdings alle Papiere von Spirit – egal ob Thermo oder Freehand – auf jeden Fall vegan. Weiter könnten in der Stencilflüssigkeit und der Seife tierische Inhaltsstoffe vorhanden sein und sogar so mancher Einweg-Rasierer ist nicht völlig frei davon. Auf Nummer sicher geht man hier mit den Herstellern Stencil Stuff oder Stencil Forte und Dr. Bronner’s Magic Soap. Bei den Rasierern muss man leider etwas suchen und sich genau erkundigen.


Die Eule im neotraditionellen Stil stammt von Tätowiererin Dea Vectorink, sie ist selbst bekennende Veganerin.

Der Veggie-Saurus greift nur bei Möhren zu, nicht bei anderen Lebewesen – gestochen von Dea Vectorink. Die Tätowiererin ist selbst bekennende Veganerin.
 

Wo ist meine Grenze?


An dieser Stelle muss nun jeder, der sich ein veganes Tattoo stechen lassen möchte, für sich selber entscheiden wo die persönliche Grenze liegt. Beschränkt man sich auf die verwendeten Tattoofarben und stellt sicher, dass sie vegan sind oder zieht man es komplett durch und möchte, dass für sein Tattoo ausschließlich vegane Produkte verwendet werden?
So oder so ist es sinnvoll sich vorab bei seinem ausgewählten Tattooartist über die verwendeten Produkte zu erkundigen und vegane Produktwünsche zu besprechen. Es gibt natürlich auch Tätowierer und Studios, die ausschließlich mit veganen Materialien arbeiten, wie zum Beispiel Herr Fuchs und Frau Bär oder Jakub Settgast. Ihr findet sie jeweils in Berlin.

Abgesehen davon muss man sagen, dass heute kaum noch Tattoofarben im Umlauf sind, die nicht vegan sind. Ein höheres Risiko hinsichtlich tierischer Inhaltsstoffe stellen da schon eher die im Anschluss verwendeten Pflegemittel dar, welche hier zum Einsatz kommen, hat allerdings jeder Tattooträger selbst in der Hand. Es gibt zahlreiche Hersteller, die auf vegane Pflegelinien setzen. So etwa Tattooderm, Believa oder InkTur. Eine komplette Liste aller veganen Artists und Studios weltweit findet man unter www.vegantattoostudios.com. Hier kann man entweder nach Ländern oder Städten gezielt suchen oder sich einfach mal durch die komplette Liste mit Bildergalerien klicken. So findet man ziemlich sicher seinen optimalen Tätowierer und dem veganen Tattoo steht nichts im Wege.
 

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Stand:13 December 2018 18:32:53/blog/vegane+tattoos+darauf+musst+du+achten_18724.html