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Dotwork- und Mandala-Tattoos: Das solltest du beachten

21.02.2019  |  Text: Philipp Schaab  |   Bilder: Archiv TätowierMagazin
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Dotwork- und Mandala-Tattoos: Das solltest du beachten
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Ornamentale Tätowierungen im Mandala- und Dotwork-Stil sind beliebt. Dem Tätowierer verlangen sie aber viel Können und Erfahrung ab. Worauf du achten solltest, um kein schlechtes Mandala auf deinem Körper zu tragen, verraten wir dir hier
Man findet sie inzwischen häufig auf Armen, Rücken oder anderen Körperteilen, bei Frauen noch einmal häufiger als bei Männern: Mandala-Tattoos. Sie werden oft in Verbindung mit Dotwork gestochen.

Mit diesen Tätowierungen verbunden ist ein populäres Missverständnis: Mandala- und Dotwork-Tattoos gelten als urtümliche und traditionelle Motive, die schon seit unvordenklichen Zeiten in die Haut gestochen werden. Das aber stimmt nicht. Mandala-Motive sind zwar tatsächlich schon sehr alt und von Nordafrika bis bis nach Südasien verbreitet. Sie wurden aber nicht tätowiert, sondern, etwa als Henna-Tattoos, lediglich auf die Haut aufgezeichnet.

Gelungenes Mandala von Jesse, Scratchline Tattoo, London, UK

Gelungenes Mandala von Jesse, Scratchline Tattoo, London, UK


Punkt-Tattoos: heute »Dotwork«, früher spirituelle Marken

Dotwork-Tattoos, also aus kleinen Pünktchen bestehende Muster, werden zwar tatsächlich schon seit Jahrtausenden gestochen, aber nicht als bewusst strukturierte und geordnete Motive. Tätowierte Punkte hat man beispielsweise bei der Mumie Ötzi gefunden, sie werden aber als Zeichen eines Heilszaubers gewertet.

Auch die aufgemalten Mandalas hatten früher nicht nur eine schmückende, sondern auch eine spirituelle Symbolik. In unserer modernen Welt hingegen zeichnet Mandalas ihre bedeutungslose Verwendung aus: Das tätowierte Ornamental funktioniert losgelöst von seinem ursprünglichen religiösen und kulturellen Kontext und ist nicht mehr mit inhaltlichen Aussagen verbunden. Stattdessen dient es rein dekorativen Zwecken am Körper.

Das ist das Erfolgsgeheimnis von Mandalas: Während selbst einfachste Motive in Stilen wie Traditional, zum Beispiel ein Dolch, immer mit einem in der westlichen Welt erkennbaren Bedeutungshintergrund aufgeladen sind, kann man ein Mandala tragen, ohne damit ein inhaltliches Statement irgendeiner Art zu setzen. Es soll an Arm, Rücken, Bein, Hand oder Gesicht einfach nur schön aussehen.

Handwerklich betrachtet, gehören Mandalas mit zu den besten Tätowierungen, weil sie lange halten! Anders als beispielsweise Watercolour-Tattoos. Während diese häufig mit kontrastarmen Farblächen und ohne Outlines angelegt werden und deshalb über die Jahre in der lebendigen Haut verschwimmen und unter Sonnenlicht verblassen können, bestehen Mandalas fast nur aus schwarzen Linien. Und die sind über viele Jahre und sogar Jahrzehnte stabil. Weil die Haut allerdings immer arbeitet und auch Blacklines zwangsweise etwas verlaufen, sollten die Linien auch im Mandala nicht zu eng aneinandergestezt werden.

Ein besonderes Dotwork-Ornamental von Sonja Punktum aus Hamburg

Ein besonderes Dotwork-Ornamental von Sonja Punktum aus Hamburg


Was ist bei Mandalas zu beachten?


Mandala-Anforderung 1: Symmetrie im Motiv

Dass Mandalas schön aussehen, ist allerdings leichter gesagt, als gemacht. Für Mandala- und Dotwork-Tattoos ist es enorm wichtig, dass sie absolut akkurat gearbeitet sind, denn sie bestehen oft aus Elementen, die sich identisch gespiegelt gegenüberliegen. Kommt es da zu Abweichungen außerhalb der winzigen Toleranz, ist die Symmetrie durchbrochen, ein wesentliches Merkmal des Mandalas nicht erfüllt und das Tattoo mehr oder weniger gescheitert.

Mandala-Anforderung 2: Symmetrie auf dem Körper

Ebenso wichtig wie die Symmetrie innerhalb des Motivs ist beim Mandala die symmetrische Anordnung der gesamten Tätowierung am Tattooträger. Sie soll in der Regel auf den Betrachter gerade und mittig wirken sowie zusätzlich der Physiognomie der jeweiligen Körperstelle folgen – eine besondere Herausforderung für den Tätowierer, weil sein Kunde niemals eine komplett gerade Haltung und gerade Körperflächen haben wird. Der Tätowierer muss ein Mandala also daher häufig asymmetrisch aufbringen, um im verheilten Zustand des Tattoos eine symmetrische Optik zu erreichen. Das erfordert Erfahrung.

Mandala-Anforderung 3: Extrem saubere Linien und Punkte

Darüber hinaus müssen die Linien und Punkte sehr fein gesetzt und extrem präzise gearbeitet werden, damit sie nicht unterschiedlich dick ausfallen oder krumm sind. Schon kleine Abweichungen fallen massiv auf und beschädigen das Motiv.

Gute Platzierung eines symmetrischen Tattoos durch Künstler Mike Wolf aus Geislingen an der Steige

Gute Platzierung eines symmetrischen Tattoos durch Künstler Mike Wolf aus Geislingen an der Steige

Tipp – Das solltest du auf dem Weg zu deinem Mandala oder Dotwork beachten:

Wer sich ein Mandala stechen lassen will, sucht sich seinen Tätowierer dazu besonders gut aus. Hilfreich ist es –  wie eigentlich bei allen Tattoo-Wünschen – nicht zum nächstbesten und billigsten Tätowierer zu gehen, der gerade Zeit hat. Die Bereitschaft, Wartezeit, weitere Anreise und höhere Kosten für einen guten Künstler in Kauf zu nehmen, sollten einem ein ewigwährendes Tattoo Wert sein. Schaut euch die Fotos von Arbeiten der Tätowierer genau an und haltet dabei die Mandala-Anforderungen 1 bis 3 im Auge. Und: Lasst euch nicht von gefilterten Instagram-Fotos blenden, abgeheilte Arbeiten sollten auch ohne Effekte wirken!
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Stand:23 March 2019 17:31:31/blog/mandala-tattoos+das+solltest+du+beachten_19221.html