Charity-Aktion: Das »dicksleeveproject«

08.09.2018  |  Text: Heide Heim  |   Bilder: Rinto
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Charity-Aktion: Das »dicksleeveproject«
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Die Silhouette eines aufragenden Schwanzes mit Eiern stellt den Rahmen, den Tätowierer mit ihren Tattooideen gestalten. »Wer lässt sich denn so etwas tätowieren?«, wird der Initiator vom #dicksleeveproject, der Tätowierer Rinto immer wieder gefragt. Vielleicht niemand. Fakt ist: Die Vorlage entfesselt die Kreativität der Tätowierer. Das Ziel: Die Erlöse aus Verkauf oder Versteigerung werden gespendet.
Rinto, wie kamst du auf die kurios-kranke Idee mit dem #dicksleeveproject«?
Die Idee entstand, als wir im Studio herumblödelten. Dass ein Witz am Anfang einer Idee steht, ist ja gar nicht so selten. Ich und Bas waren gerade mit unseren Zeichnungen für das Berliner »Dead Fish Project« fertig und sprachen darüber, dass die Vorlage, die Fisch-Silhouette, ganz schön groß gewesen sei und die Zeichnung mehr Zeit in Anspruch genommen habe als erwartet. Wenn wir so etwas machen würden, überlegten wir weiter, dann müsse das kleiner sein, beispielsweise ein Baby-Bodysuit. Dann kam einer auf den Ausdruck »Dicksleeve«, denn im Moment nutzen die Kunden den Ausdruck »Sleeve« für so ziemlich jedes tätowierte Körperteil: Legsleeve, Backsleeve … was wirklich lustig ist. Also haben wir den Dicksleeve erfunden. Das Gute an einem Penis ist, dass seine übliche Größe auf eine Postkarte passt. Wir haben uns vorgestellt, dass es einfach unglaublich aussehen würde, wenn man an eine Wand hunderte von Penis-Bildern hängen würde. Also haben wir den Shop Guy aufgefordert, seine Hosen runterzulassen und haben ihn auf den Scanner gelegt … Scherz.

 
Ein Fels im Meer, der von Perlentaucherinnen genutzt wird, ist die Assoziation, die Jan aus dem Für Immer (Berlin) für das #dicksleeveproject zeichnete

Wer ist alles an der Planung und Durchführung beteiligt?
Das ist Bas, Ben, ich und unser Grafiker Wytse, der die Sticker und das Logo gemacht hat. Die Arbeit, die damit verbunden ist, haben wir anfangs unterschätzt. Aber es macht einen höllischen Spaß, wenn die Zeichnungen eintreffen. Das passiert mittlerweile fast täglich und selbst der Postbote macht schon Scherze über die »Penis-Pakete«. Lustig sind auch die Reaktionen der Kunden, die das Projekt auf unserer Instagram-Seite verfolgen. Manche sind irritiert und fragen uns, ob es wirklich Leute gibt, die sich das tätowieren lassen wollen?
 
Die Art-Deko-Lady entwarf Heidi Jansen aus dem 108 Tattoostudio (Arnhem, NL) für das #dicksleeveproject


Und was habt ihr tatsächlich mit den Bildern vor?
Das ist alles noch nicht zu Einhundertprozent klar, es gibt momentan ein paar Optionen und Ideen. Auf alle Fälle soll der Erlös aus den Bildern einer Forschungseinrichtung für Prostatakrebs zugutekommen. Ob wir die Bilder verkaufen oder versteigern, steht noch nicht fest. Denkbar wäre auch, dass wir ein Buch daraus machen, dessen Erlös dann auch gespendet würde. Dafür brauchen wir aber noch einen Sponsor. Noch sammeln wir weitere Zeichnungen und möchten die Aktion noch bekannter machen. Beispielsweise könnten wir die bisherigen Einsendungen auf Conventions ausstellen, dafür haben wir bereits Einladungen bekommen.

Was ist dein persönlicher Favorit bisher?
Es sind unglaubliche Sachen darunter, ein Bild hat uns aber wirklich am meisten überrascht: der Hitler-Penis von Fide aus Berlin. Ein unglaubliches Kunstwerk, urkomisch. Womöglich begrüßt nicht jeder diese Arbeit, aber darum geht es bei Kunst.

 
»Ready to launch the rocket!« Flash von Miss Marla, Andys Body Electric (Willich-Neersen)
 
Was muss man tun, wenn man mitmachen möchte?
Anfangs haben wir mit der Kontur bedrucktes Aquarellpapier in A5-Format verschickt, aber das ist zu aufwendig. Jetzt verschicken wir die nötigen Infos per E-Mail an all diejenigen, die sich über Instagram, #dicksleeveproject bei uns melden, dazu ist jeder eingeladen, der eine schöne Idee hat.

 
 
Tätowierer Rinto hat das #dicksleeveproject mit seinem Kollegen Bas und Ben initiiertInitiator Tätowierer Rinto
Der Niederländer Rinto tätowiert bereits seit 1983. Anfangs in seinem Schlafzimmer, später ging er zu Tattoo Karel in Groningen. Nachdem er dessen Studio übernommen hatte, arbeitete er dort bis 2004, mittlerweile ist sein Studio in der Kleinstadt Burgum.
Er und die Mitarbeiter tätowieren überwiegend Western Traditionals und Western-Japanese. »Wir machen Tätowierungen, die wie Tätowierungen aussehen: gute Outlines und eine gesunde Portion Schwarz für die Langlebigkeit. Manche Kunden kommen mit Arbeiten ins Studio, die ich vor über dreißig Jahren gestochen habe und die sich ganz schön gehalten haben, was ich bei vielen Sachen bezweifle, die heute gestochen werden.«

 
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Stand:17 October 2018 02:39:14/blog/charity-aktion+das+dicksleeveproject_18731.html