CDU/CSU will strengere Regeln für Tätowierer

19.01.2018  |  Text: Boris Glatthaar  |   Bilder: Gitta Connemann, Urban Slamal
CDU/CSU will strengere Regeln für Tätowierer CDU/CSU will strengere Regeln für Tätowierer CDU/CSU will strengere Regeln für Tätowierer
CDU/CSU will strengere Regeln für Tätowierer
Alle Bilder »
Bereits in den kommenden vier Jahren wird sich der Bundestag vermutlich konkret mit einer stärkeren Regulierung von Tätowierern, Studios und Tattoofarben befassen. Das erfuhr das TätowierMagazin aus parlamentarischen Kreisen in Berlin. Kommen nun einheitliche Arbeits- und Hygienestandards, die Fachkundeprüfung für Tätowierer und ein Genehmigungsverfahren für Tattoofarben?
»Für meine Fraktion steht fest, dass wir dieses wichtige Thema in der Legislaturperiode behandeln wollen und werden«, bestätigte die Vizevorsitzende der Union aus CDU und CSU im Bundestag, Gitta Connemann, auf unsere Nachfrage noch während der Sondierungsgespräche zur Regierungsbildung im Januar. Damit präzisierte sie ihre Äußerungen gegenüber der »BILD«-Zeitung, die zu Jahresbeginn von einer Forderung Connemanns nach einheitlichen Arbeits- und Hygienestandards, einer Fachkundeprüfung für Tätowierer und einem Genehmigungsverfahren für Tattoofarbe berichtet hatte.

»Die generelle Forderung nach einer Art Gewerbezugangsregelung begrüßen wir sehr«, sagt »Tattooanwalt« Urban Slamal. Der Düsseldorfer Jurist vertritt viele Szene-Mandanten und ist Vorstandsmitglied im Bundesverband Tattoo e. V. (BVT). »Sowohl BVT als auch der D.O.T. e. V. (Deutsche Organisierte Tätowierer e. V.; Anm. d. Red.) haben eine solche Regelung über die Jahre mehrfach – zuletzt im Mai 2017 beim Bundesministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz – angemahnt.«

Jurist Urban Slamal aus dem Vorstand des Bundesverbands Tattoo, BVT e. V.

Einheitliche Hygiene- und Arbeitsstandards zählen ebenfalls seit langem zum Forderungskatalog der Verbände. Auf Initiative und unter Mitwirkung des D.O.T. wurde in den vergangenen fünf Jahren die DIN 17169 bzw. CEN/TC 435 entwickelt – ein Normenkanon für Zertifizierungen in Deutschland und der EU, der der Politik auf gesetzgeberischer Ebene des Bundes auch als fachliche Grundlage dienen könnte.

Gitta Connemann ist Vize-vorsitzende der Unions-fraktion im Bundestag.

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Connemann bringt auf bundespolitischer Bühne auch wieder Handlungsbedarf bei Tattoofarben ins Gespräch. Seit 2009 gilt in Deutschland zwar die Tätowiermittelverordnung mit Negativliste, nach der bestimmte Inhaltsstoffe verboten sind. Ein Positivkatalog erlaubter Farbstoffe oder gar einen Genehmigungsprozess gibt es jedoch nicht. Für den Fall, dass eine solche Regelung nun kommt, warnt der BVT vor nationalen Alleingängen der EU-Staaten. Diese nämlich, so befürchtet die Branche, würden Entwicklung, Produktion, Vertrieb und die Verwendung von Farben in der stark grenzüberschreitenden Tattooszene verkomplizieren – gerade bei internationalen Conventions und Guestspots in ausländischen Studios müssten Tätowierer und Kunden die EU-weite Sicherheit haben, welche Farben erlaubt sind. BVT-Jurist Urban Slamal: »Wir hoffen auf praxistaugliche Regelungen und stellen unsere Expertise wie bisher gern zur Verfügung.«
  Teilen
Topseller im Shop
Stand:18 August 2018 14:40:17/blog/cducsu+will+strengere+regeln+fuer+taetowierer_18119.html