7 000 Bäume für den Regenwald – Raul Conde von CNX Tattoo & Piercing betreibt aktiven Umweltschutz

26.07.2018  |  Text: Clemence Burgun  |   Bilder: Raul Conde
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7 000 Bäume für den Regenwald – Raul Conde von CNX Tattoo & Piercing betreibt aktiven Umweltschutz
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Raul Conde betreibt in Berlin zwei Tattoostudios. Ursprünglich stammt er von indigenen Völkern ab und hat seine Wurzeln in Peru. Die Erlöse seiner Arbeit in den beiden Tattooshops ermöglicht es Raul, der Umwelt zu helfen – etwas das ihm sehr am Herzen liegt. In seinem Heimatland Peru hat er deshalb ein 10-Hektar-großes Grundstück gekauft, um im Regenwald neue Bäume zu pflanzen. Das entspricht einer Fläche von zehn Rugby-Felder. Zu seinem Aufforstungprojekt, das er vor zwei Jahren ins Leben rief, haben wir ihm einige Fragen gestellt.
Raul, was war die Grundidee des Regenwaldprojekts?

Die Grundidee war, der Natur etwas zurück zu geben. Ich bin selbst ein Indianer und ich glaube, es liegt an jedem von uns, etwas Gutes für die Umwelt zu tun.

Warum liegt es dir besonders am Herzen?

Wie gesagt, ich liebe die Natur – und was würden wir ohne sie machen? Leider haben wir von unserer Umwelt schon zu viel zerstört. Irgendwann werden wir Bäume nur noch aus dem Internet kennen.

Wie hast du dein Vorhaben vorbereitet?

Als erstes habe ich in Peru ein Grundstück gesucht, und dann bin ich auf die Suche nach den richtigen Leuten gegangen, die mir vor Ort helfen können. Auf meinen letzten zwei Reisen habe ich Einheimische getroffen, die haben zwar die Universität besucht, ein Studium gemacht – aber sie leben nicht an diesem Ort, an dem ich meine Bäume pflanzen will. Und man muss ihn kennen, also auch wissen, welche Baumarten dort wachsen und so weiter.



Wie oft bist du in Peru für dein Regenwaldprojekt?

Seit zwei Jahren bin ich drei Mal im Jahr für ungefähr drei Wochen dort, aber das ist leider zu kurz. Wenn ich in Peru bin, arbeite ich jeden Tag für dieses Projekt, und wenn ich wieder zurück nach Berlin komme, arbeite ich wieder für die Studios. Also seit zwei Jahren gibt es quasi keinen Urlaub für mich. Deshalb sollte ich jetzt für mindestens anderthalb Monate mal dort bleiben. Aber es ist schwer für mich wegen meiner beiden Shops und meiner Familie in Berlin.

Wie schaffst du es, beides unter einen Hut zu kriegen?

Das weiß ich auch nicht, aber irgendwie schaffe ich es. Ja, es ist verdammt schwer. Also, wie gesagt, seit zwei Jahren fliege ich drei Mal im Jahr nach Peru und wenn ich zurückkomme, erwartet mich so viel Arbeit, so viele Briefe. Das Ganze ausgerechnet in Peru zu organisieren, ist zusätzlich schwer, weil ich mich mit einheimischen Indianern verständigen muss. Also, wie ich das schaffe? Es kostet mich viel Energie, würde ich sagen.

Kommen viele Kunden wegen des Wiederaufforstungsprojekts in deine Tattoostudios? Kennen sie das Projekt?

Nein. Sie kommen nicht wegen des Projekts, aber ein paar Stammkunden haben mir schon dazu gratuliert. Aber neue Kunden deswegen? Nein. Wenn man sich ein Tattoo stechen lassen will, sucht man ein Studio nach dem Tattoostil aus und nicht wegen des Regenwalds. Das mache ich außerdem mehr so aus Leidenschaft.



Von jedem Tattoo, das im Studio gestochen wird, fließt ein Teil des Erlöses in das Wiederaufforstungprojekt. Wie funktioniert das genau?

Einen genauen Betrag gibt es nicht, aber ich versuche, dass im Monat einiges an Geld in die Kasse des Projekts fließt. Ich nehme keinen genauen Prozentsatz von jedem Tattoo, sondern lege jeden Monat zum Beispiel 800 bis 1500 Euro zur Seite dafür.

Auf deiner Webseite schreibts du, dass du durch dieses Wiederaufforstungsprojekt Arbeitsplätze für Einheimische bietest.

Das muss ich ja und will ich auch. Aktuell arbeite ich mit einer Familie in Tara Poto zusammen. Sie passen auf das grüne Stück Land auf, das ich gekauft habe. Und sie helfen mir bei meiner Arbeit, wenn ich vor Ort bin. Mit weiteren Familien möchte ich in Villa Rica zusammenarbeiten. Aber das Projekt dort fange ich noch nicht an – ich habe mich entschieden, erstmal in Tara Poto zu beginnen.

Wie viele Leute seid ihr in Tara Poto ungefähr?

Zurzeit sind es vier, aber es kommen noch mehr dazu, sonst schaffen wir das nicht. Wir brauchen mehr Leute.



Wie wird dein Projekt in Peru von den Einheimischen gesehen?

Also die Familien finden das super und deshalb machen sie mit.

Und in Deutschland?

Auch die Menschen hier finden super, dass ich das mache. Aber wie gesagt, meine Kunden wissen das nicht. Nur vielleicht vier oder fünf Stammkunden.

Die Wiederaufforstung bedeutet sehr viel Arbeit, ist aber auch eine große Investition. Wie viel Geld hast du schon investiert und welche Unterstützung bekommst du?

Leider bekomme ich keine finanzielle Unterstützung. Ich habe gehört, man kann an einige Türen klopfen und nach Hilfe fragen, aber das dauert Zeit, und es ist Arbeit, also habe ich entschieden: »Eh, das kannst du auch alleine machen.«



Hast du schon angefangen, die ersten Bäume zu pflanzen?

Nein, noch nicht. Der erste Schritt bestand darin, die Baumschule und das Grundstück zu finden. Die Leute von der Baumschule müssen dann erstmal das Grundstück inspizieren und schauen, welche Bäume da vorher wuchsen und so weiter. Es ist ein langer Prozess.

Diese Leute werden also die Baumarten wählen, die gepflanzt werden?

Genau. Dann muss ich ungefähr 7 000 Bäume bestellen. Das ist mein Ziel. Ich wollte es noch dieses Jahr machen, aber es ist unmöglich die Bäume alle noch dieses Jahr zu pflanzen. Es ist aber für nächstes Jahr meine Zielvorstellung.

Möchtest danach dein Projekt weiter vorantreiben und ausweiten?

Ich hoffe, dass ich in zwei Jahren in Villa Rica weiter machen kann. Tara Poto ist im Norden von Peru und Villa Rica im Zentrum, beides liegt im Regenwald. Es klingt einfach, wenn man sagt »Ich werde einen Baum pflanzen«, doch es steckt Arbeit dahinter. Dennoch müssen wir etwas für unsere Natur machen. Wir zerstören die Umwelt und jeder beschwert sich, aber nur wenige Leute tun etwas dagegen.



Mehr zu Raul Conde und seinem Regenwaldprojekt erfahrt ihr unter www.cnxtattoo.com/projekt_regenwald


 
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Stand:16 August 2018 14:51:15/blog/7+000+baeume+fuer+den+regenwald+-+raul+conde+von+cnx+tattoo++piercing+betreibt+aktiven+umweltschutz_18725.html