Donnerwetter im Regenwald

13.02.2015  |  Text: Travelingmic  |   Bilder: Travelingmic
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Donnerwetter im Regenwald
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Ein Paradies für Fans von Blackwork ist Sarawak, der malaysische Bundessstaat auf Borneo. Ein Mal im Jahr treffen traditionelle Iban-Tätowierer und Handtätowierer aus aller Welt zur Tattoo-Convention.


Mit einer Eröffnungszeremonie mit Iban-Hohepriestern und Lokalpolitikern wurden die Gäste empfangen.Mit einer Eröffnungszeremonie mit Iban-Hohepriestern und Lokalpolitikern wurden die Gäste empfangen.

Ein gewaltiger Blitz erhellt den bereits dämmrigen Himmel und praktisch im selben Moment erschüttert krachender Donner das Le’Park Centre am Ortsrand von Kuching. Das war richtig nah dran an der Borneoconvention! Die Zelte und Bambusdächer, die die drei Dutzend Tätowierer mehr schlecht als recht von der Urgewalt des tropischen Unwetters schützen sollen, erzittern unter prasselndem Regen. Elektrizität liegt in der Luft; wieder sind Kabel durchgeschmort und der Strom ist weg. Das Reparaturteam setzt sich sofort in Bewegung und hantiert an den Trafos. Irgendwann ist der Saft wieder da und es geht weiter.
 
 
Moderner Iban-Bodysuit von Ejau aus Kuching. Magischer Moment während des Tätowierens: Der Dotworker Te Hå aus Schweden tätowiert den den Schweizer Tätowierer Doc Martin von Tacomachi aus Lugano. (l) Magischer Moment während des Tätowierens: Der Dotworker Te Hå aus Schweden tätowiert den den Schweizer Tätowierer Doc Martin von Tacomachi aus Lugano. (r) Moderner Iban-Bodysuit von Ejau aus Kuching.


Handmade Tattoos
Obwohl: Kaum jemand lässt sich hier von so einer Kleinigkeit wie einem Gewitter abhalten. Etwa die Hälfte der Künstler sind sowieso Handtätowierer aus dem malaysischen und indonesischen Teil Borneos, von den Philippinen, von Tahiti, aus Japan und sogar Schweden. Die Stirnlampe wird einfach eingeschaltet und auf die Haut weiter eingeklöppelt, gepiekst oder gestichelt. Um zahlende Kundschaft handelt es sich meist auch nicht, sondern eher um Freunde. Man kommt sich schnell näher auf der Borneo-Convention, das elementare Erlebnis schweißt zusammen.
Die meist langen Tattoo-Sessions in der Hitze so nahe am Äquator machen hungrig und durstig und jede Nacht wird gemeinsam gegessen – Sarawak ist zu Recht berühmt für ausgezeichnetes Seafood – und vor allem getrunken: Bier natürlich und den traditionellen Reiswein Tuak oder gleich Schnaps, Langkao genannt. Am nächsten Tag haben alle gleichermaßen Kopfschmerzen und jeder versucht sich zu erinnern, wie sehr er sich in der Ruai-Bar beim Ngajat, dem Kriegertanz der einheimischen Iban, blamiert hat. Egal!

 
Ein Ukir Rekong will hart verdient sein!Grafische Interpretation eines Dayak-Schädels von Fabrice Koch vom Studio Fab Inkognito aus Laufen in Deutschland.(l) Ein Ukir Rekong will hart verdient sein! (r) Westlich-grafische Interpretation eines Dayak-Schädels von Fabrice Koch vom Studio Fab Inkognito aus Laufen in Deutschland.


Besuch aus Deutschland
Einige Vertreter aus Europa mischen sich gern unter die asiatischen Handkünstler. Oft sind es reisefreudige Kollegen wie die Jungs und Mädels von Trust aus Mannheim (die man ja quasi in allen Teilen der Welt trifft), die Tempel-Crew aus München, der gemütliche und überaus kreative Fabrice Koch von Fab Inkognito aus dem badischen Laufen. Taku Oshima, die Blackwork-Offenbarung aus Japan, vertritt sein Land.

Der vollständige Artikel über die Convention in Borneo mit einer erklärenden Übersicht über die wichtigsten Borneo-Motive gibt es in der Februar-Ausgabe 2015, 02/2015.
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