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26.08.2016  |  Text: Jan Burger  |   Bilder: Andreas Bradt, Clemens Hahn  

Der Hahn im Quadrat

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Clemens Hahn immatrikuliert nach seinem Abi an der Uni, um dort aber nie zu erscheinen. Stattdessen wird er auf direktem Wege Tätowierer mit Wunsch nach Perfektion.


Aufgewachsen in Karlsruhe, immatrikuliert Clemens Hahn nach seinem Abi an der Uni, um dort aber nie zu erscheinen. Stattdessen wird er auf direktem Wege Tätowierer, arbeitet ein Jahr ohne eigenen Wohnsitz und lebt währenddessen auf den Couchen und in den Studios seiner Kumpel. Von dort aus tätowiert er sich über Karlsruhe nach Saarbrücken in die Welt hinaus und hat inzwischen auf fast jedem Kontinent seine Pigmente hinterlassen. Mittlerweile braucht aber auch er ein Zuhause. Gefunden hat er dies in der Mannheimer Quadratestadt, wo er 2011 zusammen mit Erkan Keser das Electric Circus Tattooing eröffnete, in dessen Manege mittlerweile auch die Tätowierer Nick Knatterton und Dennis Böttle auftreten, ab August auch noch Max Laloi. 


Der 28-jährige Clemens gibt sich glücklich und bescheiden, die Ansprüche nach Perfektion nur an sich selbst stellend. Aufgrund seiner immensen Erfahrung, die er auch unter den Fittichen einiger Großkaliber sammelte, spielt Clemens schon jetzt eine formidable Rolle in Deutschlands Tätowierergefilden und darüber hinaus: So brachten ihm seine standhaften Traditionals eine Einladung zur Brighton-Convention.  


Clemens Hahn im Electric Circus Tattooing in Mannheim.
Clemens Hahn im Electric Circus Tattooing in Mannheim.​
 


Wie hast du das Jahr erlebt, währenddessen du keinen Wohnsitz hattest?
Es war eine Zeit lang voll gut. Irgendwann wird es dann aber übelst anstrengend, weil du keinen Ort hast, an den du dich mal zurückziehen kannst. Du bist ja immer und überall nur Gast.  


Wo hat es dich denn überall hinverschlagen?
Einen Monat war ich in New York und San Francisco. Dann in der Schweiz, Österreich und Portugal. Später in Argentinien und Kolumbien. Auch Toronto war damals super, die Arbeit auf der Northern Ink Xposure. Letztes Jahr war ich auf einer Convention in der Bergstadt Manizales in Kolumbien. Die fand in einem Wohnhaus statt und ging eine ganze Woche lang. Alle saßen auf Klappstühlen und zu dritt in einem Zimmer. Also alles total basic, aber die Tätowierer waren sehr gut. 


Eine Woche ist ziemlich lang. Wie lief das ab?
Das war eine Art Künstlertreffen. Da fanden Konzerte, Partys und einfach alles Mögliche statt. Da war sehr viel los. Im Jahr zuvor waren zum Beispiel die Tätowierer vom Smith Street Tattoo Parlour aus Brooklyn da. Die Veranstalter laden immer viele internationale Leute ein, weil die Stadt Geld für Hotel- und Reisekosten der aus dem Ausland kommenden Tätowierer springen lässt. Es ist eine unbekannte, aber qualitativ hochwertige Messe. Die haben dort auch den gleichen Hygienestandard 
wie wir hier. Auch wenn dort alles ein bisschen räudiger aussieht, die wichtigen Sachen stimmen. Die ganze Szene in Kolumbien ist generell sehr weit entwickelt, es gibt dort brutal viele gute Leute.  

Neotraditionelles Black-and-Grey mit Dots – Clemens setzt neue Styles virtuos um, mit viel Gefühl für Platzierung und Wirkung der Motive.
Neotraditionelles Black-and-Grey mit Dots –
Clemens setzt neue Styles virtuos um,
mit viel Gefühl für Platzierung und Wirkung der Motive.
 
 
Clemens Hahn
Electric Circus Tattooing
T3, 22
68161 Mannheim
instagram.com/clemens_hahn
www.facebook.com/electriccircustattoo
 
Der vollständige Artikel ist im TätowierMagazin 09/2016 nachzulesen.

Text: Jan Burger
Bilder: Andreas Bradt, Clemens Hahn

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