Tätowierer Ben Schafroth mag es schwarz

24.03.2017  |  Text: Jan Burger  |   Bilder: Ben Schafroth
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Tätowierer Ben Schafroth mag es schwarz
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Lettering-Routinier Ben Schafroth aus der Schweiz tätowiert dir gerne ins Gesicht. Diese Jobstopper-Tattoos zählen sogar zu seinen Lieblingsarbeiten. Was den Schweizer Tätowierer sonst noch bewegt lest ihr hier.
Ben Schafroth ist der zur Stunde interessanteste Lettering-Export der Schweiz. Der Ex-Zimmermann erkundete die Welt der Buchstaben erstmals, als mit elf Jahren die Graffiti-Welle über ihn schwappte. Ab jetzt wurde getaggt, getourt, gewritet. Die Lyrics von Public Enemy, Wu-Tang und DMX begleiteten den heute 30-jährigen Tätowierer dabei, der sich unter dem soliden Einfluss der HipHop-Kultur heute folgerichtig auf Lettering-Tattoos spezialisiert. Darunter auch vor Schwarz triefende Schriftzüge in Gesicht und auf Händen, die »Respekt« einfordern und einen »Fuck« geben. Tattoos, mit denen man es auf der Arbeit und auch sonst schwer haben kann, und die auch anno 2017 noch dafür sorgen, dass die Ausbildung zum Bankkaufmann nicht stattfinden wird.  Seine Mitchell-&-Ness-Caps zieht Ben nur noch im Restaurant ab. Sogar bei seiner Hochzeit dekorierte sie seinen Letterhead. »Sonst wäre das nicht ich gewesen.«

Dein Vater war auch Tätowierer. Welchen Einfluss hat er auf dich?
Ich war knapp fünfzehn, als das Piercen bei uns aufkam, und ich fast jeden Nachmittag bei ihm im Shop war, um ihm zuzugucken. Das Interesse war da, aber ich wollte erst nicht in seine Fußstapfen treten, weil es eben sein Ding war. Erst als er aufgehört und seinen Shop Black Diamonds an seinen ehemaligen Lehrling übergeben hatte, kam bei mir so langsam auf, dass das was für mich sein könnte. Ich sträube mich aber heute noch, wenn er mir in die Arbeit reinredet (lacht).

Hätte man’s nicht gelesen, wäre man nicht drauf gekommen!

Welchen Blickwinkel hat dein Vater denn auf deine Arbeit?
Er fand meine Schriftsachen ziemlich cool. Wovon er und auch meine Großeltern aber absolut schockiert sind, sind die ganzen Face- und Hand-Tattoos, die ich oft steche. Dann hieß es immer: »Wie kannst du nur?« oder »Die arbeiten doch auch irgendwo.« Und so weiter. Ich schiebe das mal auf typisches Elterngehabe.

Du bezeichnest solche Tattoos aber ebenfalls als »Jobstopper«. Also bist du dir schon bewusst, dass solche Tattoos auch Probleme mit sich bringen können.
Ich habe den Grundsatz, wenn du Hände und Hals voll hast, dann tätowiere ich dir auch die Finger und das Gesicht. Wenn du noch keine sichtbaren Tattoos hast, dann mache ich das nicht. Eine gewisse Moral musst du als Tätowierer haben. Die Leute, denen ich Jobstopper steche, die sind schon zugehackt, sind nicht unbedingt die Jüngsten, haben Job und Familie. Schlussendlich ist es deren Entscheidung und ich finde solche Tattoos einfach sehr geil.

Obwohl die Message von Lettering-Tattoos nicht unwichtig ist, tritt sie oft hinter die Struktur zurück, die sich aus Schriften und Hintergründen ergibt.
 

Ben Schafroth über Jobstopper-Tattoos


Welche Berufe üben die denn so aus?
Vom Akademiker über den Firmenbesitzer bis hin zum Maurer ist da alles dabei.

Haben die dir mal davon berichtet, wie das in deren Berufswelt von Kollegen, Chefs und Kunden so aufgenommen wird?
Einer hat mal gesagt: »Mir gehört die Firma. Ich mach, was ich will.« Aber es ist natürlich branchenabhängig. Als Filialleiter bei der Bank geht das nicht, als Besitzer einer Baufirma schon eher.

Info:
Ben Schafroth
Coilworks
Islikon, Schweiz
instagram.com/ben_coilworks facebook.com/ben.coilworks


Der vollständige Artikel ist im TätowierMagazin 04/2017 nachzulesen.
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Stand:24 November 2017 15:29:08/t%C3%A4towierer/taetowierer+ben+schafroth+mag+es+schwarz_176.html