Sara Rosenbaum – Tatau Obscur (Berlin)

22.02.2008  |  Text: Travelingmic  |   Bilder: Sara Rosenbaum
Sara Rosenbaum – Tatau Obscur (Berlin)
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Sara Rosenbaum ist das jüngste Mitglied der Berliner Tatau Obscur Familie, einem der Spitzenstudios der Republik. Von Saras grafischen Arbeiten lässt sich leicht der Einfluss ihrer Mentorin Berit Uhlhorn, sowie der französischen Avantgarde ablesen. Dennoch ist die aus dem Ruhrpott stammende Künstlerin eine ganz eigenständige Persönlichkeit.



Sara Rosenbaum, die junge Tätowiererin
Sara Rosenbaum –
das jüngste Mitglied der Berliner Tatau Obscur-Familie.


Wer das Tatau Obscur in der Potsdamer Strasse in Berlin betritt, weiß sofort, dass es sich hier nicht um einen gewöhnlichen Tattooshop handelt. Exquisit eingerichtet ähnelt der Laden eher einer eleganten Galerie als einer schnöden Anfertigungsstätte von Hautverzierungen. Besonders ist an Tatau Obscur auch, dass hier nur Frauen arbeiten, weniger aus Prinzip als durch natürlich gewachsene Beziehungen, sowie der langjährigen Erfahrung und selektiven Hand von Chefin Berit Uhlhorn. So ist auch Sara Rosenbaum, die – neben Kollegin Zoe Thorne – das Damen-Trio vervollständigt, quasi ein künstlerisches Ziehkind von Berit, durch deren Schule ein nicht unwesentlicher Teil der heutigen innovativen Berliner Tattoo-Szene gegangen ist.

Jugendstil-Tattoo
Elemente aus dem Jugendstil (hier ein Bild des Jugendstilkünstlers Alfons Much) finden sich auch in anderen Arbeiten Saras: Schwung, Leichtigkeit und Bewegung zeichnen ihre Werke aus.


Ursprünglich aus Iserlohn stammend, hatte die heute 28jährige Sara nicht immer einen leichten Stand
in der durchaus noch durch Männer dominierten Tattoo-Branche. Doch eine solide Ausbildung gepaart mit Talent, einigen günstigen Genen und der Vorgabe einer künstlerischen Ausbildung in Grafikdesign konnte sie sich  – auch mit Hilfe eines festen Willens – im Establishment der Berliner Szene durchsetzen. Ihre Arbeiten, oft inspiriert aus den Bereichen Illustration und Kunstgeschichte, zeigen Saras Aspirationen die moderne Tätowierung in Europa weiter zu bringen, weg aus der Schmuddelecke und weiter hinein ins Genre der schönen Künste.
Travelingmic hat die junge Mutter und ehrgeizige Tätowiererin in Berlin getroffen und ihr einige neugierige Fragen gestellt.

tätowierte Schmetterlinge

Mit kleinen Änderungen verwandelt Sara einen Schmetterlingsschwarm in eine interessante grafische Komposition. Selbst knallschwarze Schmetterlinge wirken darin nicht schwer und überladen, sondern luftig und leicht wie Scherenschnitte.


TM: Sara, wie bist du eigentlich in der Kleinstadt Iserlohn zum Tätowieren gekommen?
SR: Nach meinem Fachabitur mit Berufsausbildung in Kunst und Gestaltung habe ich in einer Galerie gearbeitet. Zu dieser Zeit hatten wir in Iserlohn ein Tattoostudio als Treffpunkt, und ich hatte viel Zeit, dem Tätowierer dort über die Schulter zu schauen und irgendwie hab ich es fertig gebracht, dass der Chef des Studios mich ans Tätowieren herangeführt hat. Mit uns hat es genau ein halbes Jahr gedauert, dann bin ich rausgeflogen. Wir waren wohl einfach zu verschieden. Diese Zeit war wichtig für mich, weil ich ab da wusste, in welcher Art von Tattoostudio ich nicht mehr arbeiten werde, aber natürlich war dies mein Einstieg in die Tätowiererwelt, und ich bin dankbar dafür. Das Tätowieren war für mich eine spannende Sache, in der ich praktizieren konnte, was ich gelernt hatte – einfach Bilder machen und einen eigenen Weg gehen können, nicht in dieser vorgefertigten normalen Berufsschablone funktionieren zu müssen.

grafische Tattoos

Ungewöhnliche, grafische Kompositionen verraten den unübersehbaren Einfluss der französischen Schule.


TM: Wie hat es dich dann nach Berlin verschlagen, und wie bist du hier bei Berit im Tatau Obscur gelandet?
2001 bin ich nach Berlin gezogen, habe im erstbesten Studio angefangen und bin damit durch eine harte Zeit gegangen. Ich konnte nichts, hatte da auf einmal jeden Tag zu tätowieren und war ziemlich auf mich allein gestellt. Aber im Nachhinein muss ich sagen, dass ich dadurch sehr schnell gelernt habe, eigenständig zu tätowieren. Ich habe Vorlagentattoos gemacht und konnte an meiner Technik arbeiten. Im Sommer 2002 habe ich meinen Sohn geboren und hatte ein Jahr lang anderes zu tun. In der Zeit hab ich viel nachgedacht, wie es weitergehen soll. Ich wollte gern weg von den Schablonen und freier arbeiten können. Dann hab’ ick mir einfach erdreistet, Berit nach einer Tätowierstelle zu fragen. Da sie zu der Zeit noch im alten Laden war und Miss Nico, Rolf und noch mehr Leute bei ihr tätowiert haben, war kein Platz für mich, aber sie hat mir kleine Aufgaben gestellt und ich ließ mich immer wieder blicken, und habe mich schließlich von Miss Nico tätowieren lassen, um ihr bei der Arbeit zuschauen zu können. Sie hat meine nervigen Fragen beantwortet und mir Tipps gegeben. 2004 hat Berit dann ihr neues Studio eröffnet und ich habe bei Tatau Obscur angefangen.

Das vollständige Interview gibt's in der März 08 Ausgabe des TM …

Sara Rosenbaum
Tatau Obscur
Potsdamerstraße 93
10785 Berlin
030 694 42 88

www.myspace.com/sararosenbaum
www.sara-rosenbaum.de
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Stand:20 November 2017 12:56:03/t%C3%A4towierer/sara+rosenbaum+-+tatau+obscur+%28berlin%29_082.html