Meister der Texturen

26.06.2015  |  Text: Christian Weber  |   Bilder: Christian Weber, Róbert Borbás
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Ausgefeilte Illustrationen setzt der Ungar Róbert Bórbas mit unterschiedlichen Techniken um. Er kreiert mystisch wirkende Tattoos aus purem Schwarz mit einzigartigem Wiedererkennungswert. Und an Selbstbewusstsein fehlt es ihm auch nicht.


»Es geht darum, Texturen zu schaffen, auch um Dinge zu trennen und zu unterscheiden.«Róbert, du hast Kunst studiert, jedoch keine klassische Ausbildung zum Tätowierer gemacht. Wie lief das?
Ja, ich habe schon nach einem Monat im Dark Art Studio in Budapest gestanden und tätowiert. Natürlich gab es Probleme, auch mit anderen Tätowierern. Ich musste erst lernen, das Tätowieren zu respektieren, mich mit den Maschinen auseinanderzusetzen und nicht einfach um zwei nach Hause zu gehen. Dark Art Tattoo war das Beste, was mir passieren konnte. Es hat mich gelehrt, das Tätowieren nicht nur als Kunstform, sondern auch als Handwerk zu sehen.

Ist man sich am Anfang der Tatsache bewusst, wie schwer es ist, Farbe in die Haut zu bringen? Oder neigt man nicht viel mehr dazu zu glauben, dass man es besser kann?
Ja, vor allem, weil ich das einfache Tattookonzept nicht mochte. Outline hier, Shading da, Farbe rein. Der typische Tattooscheiß eben. Ganz ehrlich, am Anfang imponierte mir der ganze orientalische Kram überhaupt nicht, und dann findest du plötzlich heraus, dass es der krasseste Teil des Tätowierens ist. Es ist verrückt. Du veränderst Tätowierungen und den Vorgang des Tätowierens nicht, aber Tätowieren verändert dich und lehrt dich eine Menge Dinge. Selbst die Kommunikation mit Menschen: Vor ein paar Jahren war ich noch die meiste Zeit allein und musste mich mit so gut wie niemandem auseinandersetzen. Nun sitzt beispielsweise du als Kunde hier, kommst aus einem komplett anderen Teil von Europa, und morgen sitzt hier ein Kunde, der voll das Arschloch ist, obwohl der E-Mail-Kontakt ganz gut war. Man lernt, mit so etwas umzugehen und seine Arbeit gut zu machen. Am Ende des Tages bin ich immer zufrieden. Diese Einstellung hat mir geholfen, auch mein restliches Leben zu leben. Das verdanke ich dem Tätowieren und nichts anderem. Natürlich gibt es auch mal Ups und Downs und manchmal willst du auch nicht aufstehen, doch dann mache ich mir bewusst: »Hey, du machst, was du liebst, und jetzt setzt du dich zu diesem Kunden und machst eine gute Arbeit.« Viele Menschen suchen nach ihren Zielen im Leben und ich bin mehr als happy behaupten zu können, dass ich meines gefunden habe. Und ich habe immer noch Zeit, andere Kunst zu machen. Gemälde, Illustrationen und so weiter.
 
 
In dieser mächtigen, apokalyptischen Szene zeigen sich Róberts kompositorisches Talent, seine Kreativität und sein illustratives Können. All das bringt er zusammen und technisch versiert unter die Haut.Der einäugige Allvater Odin, umgeben von seinen weisen Raben Hugin und Munin.(Bild links) In dieser mächtigen, apokalyptischen Szene zeigen sich Róberts kompositorisches Talent, seine Kreativität und sein illustratives Können. All das bringt er zusammen und technisch versiert unter die Haut. (Bild rechts) Der einäugige Allvater Odin, umgeben von seinen weisen Raben Hugin und Munin.

 
Gibt es Kunden, die dich so richtig nerven?
Oh ja! Es stören mich Menschen, die in jeder Tätowierung eine absolut tiefgründige Bedeutung suchen. Ich habe da diese Fliege von Philipp Yarnell aus London auf dem Arm, die habe ich von einem Flash-Sheet ausgewählt und jeder fragt mich: »Oh, warum hast du denn da diese Fliege?« Weil's eine scheiß Fliege ist und sie einfach scheiße geil aussieht und von Philipp Yarnell gemacht wurde!

 
In der Rundumansicht dieses Sleeves kann man erkennen, dass eine komplette Kampfsszene gezeigt wird.In der Rundumansicht dieses Sleeves kann man erkennen, dass eine komplette Kampfsszene gezeigt wird.

 
Was glaubst du, wie deine Tätowierungen in einigen Jahren aussehen werden?
Die Haltbarkeit meiner Tätowierungen ist mir sehr wichtig und ein Grund, weshalb ich so wenig Greywash benutze. Es verblasst nun einmal. Man muss abgeheilte Stücke sehen und aus seinen Fehlern lernen. Ich tätowiere erst seit drei Jahren. Das erste Tattoo, das ich in meinem jetzigen Style gemacht habe, ist gerade einmal ein Jahr alt und ich muss sagen, dass es jetzt besser aussieht.


KONTAKT
Róbert Bórbas

Dark Art Tattoo
Teréz korut 35, 1067 Budapest, Ungarn
Mail: darkart.tattoo@gmail.com
FB: facebook.com/theartofgrindesign

Der vollständige Artikel ist in der Juli-Ausgabe 2015 des TätowierMagazins zu lesen.
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