Jef – Boucherie Moderne (Brüssel)

20.01.2008  |  Text: Travelingmic  |   Bilder: Boucherie Moderne
Jef – Boucherie Moderne (Brüssel)
Jef – Boucherie Moderne (Brüssel)
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Mit klassischer Tätowiererausbildung und Grafikstudium treibt Jef mit seinen revolutionären Pixelportraits und 3D-Experimenten die europäische Tattooszene in neue Sphären voran.
Jef ist eine Hälfte des kreativen Duos von Boucherie Moderne aus Brüssel und ein herausragender Vertreter der frankophonen Tattoo Avantgarde. Mit klassischer Tätowiererausbildung und Grafikstudium treibt Jef mit seinen revolutionären Pixelportraits und 3D-Experimenten die europäische Tattooszene in neue Sphären voran.

Verpixeltes Jesus Tattoo
Grob verpixelt und trotzdem gut zu erkennen – der Heiland.


Es ist eine neue Generation von Tätowierern
, eine neue Spielart, nicht unumstritten in der Szene, aber ohne Zweifel erfolgreich, kreativ und verrückt: Die Franzosen um Yann, Lionel, Navette, Noon, Topsy, Leah und eben auch ihre belgische »Filiale«, das szenige Studio »Boucherie Moderne« in einem kosmopolitischen Viertel der europäischen Hauptstadt Brüssel bereichern die Tattoo-Welt. Jef, der das Studio mit seinem Studienkollegen und kongenialen besten Freund Kostek im Jahr 2001 nach einem längst verschwundenen Musiklabel benannt hatte, teilt heute die Tattoo-Geschichte in zwei Epochen ein: »Es gibt nur noch ›vor Yann‹ und ›nach Yann‹!« Er hat neue Türen geöffnet. Jetzt ist alles möglich. Wir haben uns von überkommenen Sehgewohnheiten verabschiedet. Jetzt heißt es: Was auf Papier möglich ist, geht auch als Tattoo …«, behauptet Jef und fügt dann mit einem Grinsen einschränkend hinzu: »… wenn der Tätowierer dazu in der Lage ist!« Jef, der ganz klassisch das Tätowieren in den frühen 1990er Jahren in einem Streetshop bei einem Biker gelernt hat, gehört sicher zu den Fähigen.

Ungewöhnliche Tätowierung
Auch die nicht-verpixelten Bilder von Jef können sich sehen lassen.


Simpel sind Jefs Arbeiten auf keinen Fall.
Neben seinen Portraits und den unsagbar vertrackten grafischen Arbeiten experimentiert der 37jährige aus dem französischen Grenoble mit tätowierter Stereoskopie: »Wackelbilder«, die unter verschiedenen Blickwinkeln und Farbfiltern unterschiedliche Motive zeigen, gehören zu seinen Übungsfeldern. Hierbei legt Jef zwei thematisch miteinander verbundene Motive in Komplementärfarben übereinander. Ein bereits realisiertes Projekt ist die Schere, die »auf und zu schnappt«. Ihr neuestes Projekt sind bisher nie da gewesene anaglyphische Tätowierungen: Wir versuchen echte 3D-Tattoos zu stechen, die man mit einer dieser Fernsehbrillen betrachten kann. Natürlich benötigen wir dafür noch viele Versuche. Wir betreiben da ein richtiges ›Tattoo Laboratorium‹, führen Listen über die richtigen Farbmischungen, sehen uns die abgeheilten Resultate unter Farbfiltern an, um die erwünschten Effekte abzusichern. Unser Ziel ist es, alles, was auf Papier oder gar im Film möglich ist, auch auf Haut zu realisieren. Dazu rufen wir auch andere Künstler auf, sich daran zu beteiligen!«

Starskey und Hutch Portrait Tattoo
Na … Wer isses? Richtig, Starskey und Hutch!

Bekannt wurden Jefs Arbeiten schlagartig mit seinen Portraits, die aus gepixelten Schattierungen bestehen. Egal ob Jesus, Maria, Starskey und Hutch oder Nellie Oleson (das fiese Mädchen aus »Unsere Kleine Farm«); die surrealen Abbildungen wurden sofort Kult, als Jef und Kostek sie auf dem Paris Art Fest 2007 präsentierten.  Jef erinnert sich, wie er auf diese Idee gekommen war: »An der Kunsthochschule mussten wir Portraits in ihre Urbestandteile aufbrechen und Schattierungen in Blöcken aufzeichnen. Ich erinnerte mich vor einiger Zeit daran, machte ein Design aus einem Bild der Sängerin Blondie und ließ dieses von Kostek auf mein Bein tätowieren. Das zeigte ich einigen meiner Kunden, die sich gleich dafür begeisterten. Das ursprüngliche Design lasse ich den Computer ausrechnen, muss aber das Stencil noch umfangreich nachbearbeiten, damit ich die richtigen Effekte bekomme.«

Artikel fürs Internet gekürzt. Der vollständiger Artikel könnt ihr im TätowierMagazin 2/08 lesen.

Boucherie Moderne
26, Place du Jeu de Balle
1000 Brüssel
Ph.: 32-(0)-2-502 46 72
http://www.boucheriemoderne.be
Szeneshop-Angebote
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